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Insgesamt weniger Straftaten, aber mehr Diebstähle
Insgesamt weniger Straftaten, aber mehr Diebstähle
05.06.2019 - 00:00 Uhr
Von Sabine Wenzke

Hügelsheim - In Hügelsheim wurden im vergangenen Jahr insgesamt weniger Straftaten verzeichnet als 2017. Allerdings wurden mehr Diebstähle, vor allem Ladendiebstähle, begangen und mehr Wohnungseinbrüche verübt. Die Straftäter waren in allen Altersgruppen zu finden, die Nationalität spielte keine signifikante Rolle, Frauen waren etwa zu einem Drittel beteiligt. Darüber informierte der Leiter des Polizeipostens Iffezheim, Reiner Siegel, den Gemeinderat am Montag.



Wie der Polizeihauptkommissar eingangs erläuterte, werde nicht jede Straftat statistisch erfasst und fließe in die polizeiliche Kriminalstatistik ein wie beispielsweise ein Großteil der Verkehrsstraftaten. Das gelte auch für Taten, die als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Und: "Es gibt unzählige Straftaten, die werden nicht angezeigt", hob er auf die Dunkelziffer ab.

Die Kriminalstatistik 2018 für Hügelsheim weist insgesamt 160 Straftaten auf, davon 47 in der Hochfeldsiedlung. Die Aufklärungsquote lag insgesamt bei 64,1 Prozent (104 Fälle). Zum Vergleich: Im Jahr 2017 wurden 193 Straftaten begangen (davon 56 in der Hochfeldsiedlung) und 142 aufgeklärt, das sind 73,6 Prozent.

Mit 58 Fällen rangieren die Diebstähle ganz vorne in der Statistik 2018. Gleich mit 15 Ladendiebstählen und damit elf mehr als 2017 mussten sich die Polizeibeamten befassen, was Siegel weitgehend auf die Aufmerksamkeit von Ladendetektiven zurückführt. Die Anzahl der Wohnungseinbrüche (inklusive Tageswohnungseinbrüchen zwischen 6 und 21 Uhr) hat sich von sechs auf acht erhöht, die Aufklärungsquote ist mit 12,5 Prozent gering.

Dagegen konnten 94,4 Prozent der 28 Rohheitsdelikte - dazu zählen Handtaschenraub, gefährliche Körperverletzung oder Nötigung - aufgeklärt werden, 45 wurden 2017 registriert. Ferner wurden 26 Vermögens- und Fälschungsdelikte (2017: 34) verzeichnet. Dazu gehören etwa Tankbetrug, aber auch Erschleichen von Leistungen ("Schwarzfahren" in Bus und Bahn), nannte der Polizeihauptkommissar einige Beispiele. An sonstigen Delikten sind 21 (2017: 23) vermerkt, hier fallen vor allem Beleidigungen ins Gewicht. 20 Sachbeschädigungen wurden 2018 angezeigt, 43 waren es noch im Jahr zuvor. Zudem mussten sich die Beamten in fünf Fällen (2017: acht) mit Rauschgiftkriminalität befassen und mit zwei Sexualdelikten (2017: vier). Dabei handelte es sich um einen Mann, der vor einem Kind exhibitionistische Handlungen vornahm, und eine Minderjährige, die pornografisches Bildmaterial von sich selbst verbreitet hat, erläuterte Siegel. Aufklärungsquote: 100 Prozent. 79 der insgesamt 95 Tatverdächtigen waren über 20 Jahre alt, darunter auch etliche Ältere ab 60 Jahren. 30 der Tatverdächtigen waren 2017 und 2018 Ausländer, 52 Tatverdächtige (2017: 79) hatten ihren Wohnort in Hügelsheim. Nicht berücksichtigt in der Statistik sind die Straftaten von Asylbewerbern. Hier gab es laut Siegel fünf Fälle, drei Ladendiebstähle und zwei illegale Einwanderungen.

Auch die Verkehrsentwicklung (Unfälle ohne Autobahn) wurde nicht außen vor gelassen: 80 Verkehrsunfälle wurden 2018 aufgenommen, 89 im Jahr davor. Tödliche Unfälle gab es zum Glück im vergangenen Jahr nicht. Ferner informierte Siegel über das Arbeitsaufkommen des mit aktuell vier Polizeibeamten besetzten Polizeipostens Iffezheim, der im vergangenen Jahr um eine Kraft aufgestockt wurde. Dieser habe 2018 in seinem Zuständigkeitsbereich etwa 1 000 aktenkundige Vorgänge bearbeitet, rund 470 Überstunden geleistet und etwa 30 Sonderdienste und Einsätze außerhalb der regulären Arbeitszeit und am Wochenende geleistet. Siegel warb auch im Hinblick auf die Handlungsschwerpunkte für 2019 um Verständnis dafür, dass das Personal im Polizeiposten Iffezheim begrenzt sei. Vandalismus- und und Wohnungseinbruchsstreifen könnten daher nur zusätzlich zum normalen Dienst erfolgen, ebenso Sondereinsätze bei Veranstaltungen. Brennpunktorientierte Konzeptionseinsätze gebe es in der Sommerzeit in der Regel einmal in der Woche, ebenso Einbruchsstreifen insbesondere in der dunklen Jahreszeit, fügte er an.

Enge Kooperation mit Schule und Gemeinde

Wichtig sei weiterhin eine enge Zusammenarbeit mit Gemeinde und Schule. Und die Polizei werde auch künftig Präsenz bei Veranstaltungen zeigen, bei denen erfahrungsgemäß Vorkommnisse zu verzeichnen waren. "Die Kriminalitätsbekämpfung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe", meinte Siegel. Auch der Bürger könne dazu beitragen, indem er Nachbarn und Polizei über verdächtige Wahrnehmungen informiert. Oder als Zeuge eines Verkehrsunfalls eine Aussage macht und nicht - wie so oft - lieber anonym bleibt. Bürgermeister Reiner Dehmelt dankte am Ende Reiner Siegel und seinen Kollegen für ihren vorbildlichen Einsatz.

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