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Grundstück zu groß für Mini-Haus
Grundstück zu groß für Mini-Haus
06.06.2019 - 00:00 Uhr
Durmersheim (HH) - In der Mozartstraße in Würmersheim gibt es zwischen all den Häusern zwei nebeneinanderliegende Wiesen, die bis heute unbebaut sind. Auf einem dieser Grundstücke sollte in den vergangenen Jahren ein kleines Holzhaus errichtet werden. Mit der Begründung, das Objekt füge sich wegen seiner geringen Maße nicht in die Umgebung ein, wurde dem Bauwunsch das Einvernehmen der Gemeinde versagt (wir berichteten). Am Dienstag bekam der Bau- und Planungsausschuss für das Nachbargrundstück eine ähnliche Voranfrage auf den Tisch für ein sogenanntes "Tiny House".

Das Minihaus sollte eine Länge von 7,20 Meter, eine Höhe von 3,50 Met er und eine Breite von 2,55 Meter haben. Die Anfrage wurde abgelegt. "Es passt nicht in den Gebietscharakter", lautete die von Ortsbaumeister Hans-Martin Braun verkündete Meinung der Verwaltung. Außerdem, so ergänzte Bürgermeister Andreas Augustin, widerspreche das Vorhaben Paragraf 1a, Absatz 2 des Baugesetzbuchs. Dieser verlange "einen sorgsamen Umgang" mit Flächen. Das Minihaus sei für die Größe des Grundstücks zu winzig, meinte Augustin. Würden fünf oder mehr Minibauten errichtet, wäre die Nutzung wirtschaftlicher. In der Beratung entwickelte sich eine vielstimmige Diskussion, die überwiegend der Einschätzung der Verwaltung folgte.

Gleichzeitig wurde festgestellt, dass Minihäuser offensichtlich ein Trend seien, dem man im Bauausschuss vermutlich noch öfter begegnen werde. Es wurde für überlegenswert gehalten, etwa in einem künftigen Baugebiet Möglichkeiten für solche Bauformen zu schaffen. Eine abweichende Betrachtungsweise bekundete Frank Möhrle (FWG). Er sah aufgrund der geplanten Platzierung des Hauses mit der Längsseite zur Straße, nahe am Gehweg, das verlangte Einfügen gegeben. Würde das Gebäude rechts und links mit Büschen umpflanzt, sähe es "eigentlich" aus wie die Nachbar-Anwesen, meinte Möhrle, der wie Andrea Bruder (SPD) gegen die Ablehnung stimmte.

Die übrigen Mitglieder versagten bei einer Enthaltung das Einvernehmen. Mit dem mehrheitlichen "Nein" sei aber "die Tür nicht zugeschlagen" betonte Augustin gegenüber der Bauherrin, den in der Diskussion erkennbar gewordenen Willen, eine Lösung für Tiny-House-Wünsche zu finden, wenn auch nicht unbedingt in der Mozartstraße. Nein heiße nicht "auf keinen Fall", stellte Stephen Jung (CDU) fest. Hinzu kam ein Umstand, den Johannes Zink (BuG) thematisierte. Er hielt es für ratsam, die Angelegenheit dem neuen Gemeinderat zu übergeben. Die Sache bedürfe wohl einer Grundsatzentscheidung.

Dem wiederum kamen Fristen für die Bearbeitung von Bauanfragen in die Quere. Bürgermeister Augustin hatte gleich zu Beginn deutlich gemacht, dass Baugesuche nicht aufgeschoben werden dürften. Gebe die Gemeinde im vorgeschriebenen Zeitrahmen keine Stellungnahme ab, entscheide allein die Baurechtsbehörde. Mit der Zurückweisung des Tiny-House-Projekts wurde die Antragstellerin deshalb ermutigt, nach Konstituierung des neuen Gemeinderats die Anfrage erneut einzureichen.

Wie nach der Sitzung im Gespräch mit der potenziellen Bauherrin zu erfahren war, käme für sie ein Bauplatz in einem Baugebiet aus finanziellen und zeitlichen Gründen nicht in Frage. Das Grundstück in der Mozartstraße wolle sie nur pachten. Darüber sei sie sich mit der Eigentümerin einig. Die Fläche sollte auch für einen Gemüsegarten genutzt werden. Das Häuschen sei schon bestellt, mit Liefertermin im Oktober.

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