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Sexueller Missbrauch: Patenonkel muss drei Jahre in Haft
Sexueller Missbrauch: Patenonkel muss drei Jahre in Haft
06.06.2019 - 00:00 Uhr
Von Sarah Gallenberger

Iffezheim/Baden-Baden - Das Landgericht Baden-Baden hat einen 60-jährigen deutschen Staatsbürger aus dem Landkreis Karlsruhe zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt. Der Angeklagte wurde für schuldig gesprochen, weil er in den 90er Jahren sein damals vier- bis neunjähriges Patenkind in mindestens drei Fällen sexuell missbraucht haben soll.





Über zwei Stunden zog sich die Befragung des Opfers hin, bis ins kleinste Detail ließ sich die Kammer die vor über 20 Jahren begangenen Taten unter Ausschluss der Öffentlichkeit von der Frau schildern. Der Angeklagte äußerte sich zu den Vorwürfen nicht.

Bei dem Täter handelt es sich um den Patenonkel der mittlerweile 28-Jährigen. Der derzeit Arbeitslose verging sich laut Urteil der Strafkammer von 1995 bis 2000 in Iffezheim in drei Fällen an dem damals vier- bis neunjährigen Kind. Dabei soll er nach Auffassung des Staatsanwaltes die "besondere Nähe" und das "starke Vertrauensverhältnis" zwischen ihm und seiner Patentochter ausgenutzt und an dem Mädchen sexuelle Handlungen vorgenommen haben.

Erst nach einiger Zeit und mit Unterbrechungen sprach die junge Frau mit wenigen Vertrauten über die Vorfälle, vermied es dabei allerdings, die genauen Tatvorgänge zu beschreiben. Ihrer Mutter erklärte sie in Form eines Briefes lediglich, ihr Onkel würde sie sexuell missbrauchen - die genauen Handlungen erläuterte sie nicht. Auch nach mehreren Rückfragen wollte das Opfer damals nicht weiter ausführen, was genau vorgefallen war.

Sie sei oft bei der Arbeit angerufen worden, um ihre Tochter nach einem Nervenzusammenbruch und starken Bauchkrämpfen zum Arzt zu fahren, schilderte die Mutter im Zeugenstand. Neben Albträumen seien die psychischen Probleme vor allem in ihrer andauernden Ängstlichkeit erkennbar gewesen. Zur Polizei gingen sie, auf ausdrücklichem Wunsch der Tochter hin, nie. Auch zu einer Auseinandersetzung innerhalb der Familie kam es nicht, da das Opfer niemanden damit belasten und keinen Streit auslösen wollte.

Sowohl Mutter als auch weitere enge Vertraute wissen bis heute nicht, was zwischen dem Angeklagtem und dem damals vier- bis fünfjährigen Mädchen geschehen ist. Während der Anhörung war auf Wunsch des Opfers außer ihr selbst kein weiterer Zeuge anwesend. Einzig bei der Verlesung des Urteils durch den Vorsitzenden Richter Frank Schmid ließ sich für die weiteren Zeugen und anwesenden Familienmitglieder erahnen, in welchem Ausmaß sich der Patenonkel der jungen Frau an ihr vergangen haben soll.

Unter anderem aufgrund der sehr detaillierten Beschreibung der einzelnen Tatvorgänge und den damit verbundenen Emotionen seien die Vorwürfe gegen den 60-jährigen Mann laut Staatsanwaltschaft und Nebenklage nicht infrage zu stellen. Auch das seit über 20 Jahren paralysierte Verhalten des Opfers sei, verbunden mit der selbst heute noch erforderlichen psychologischen Therapie, ein weiteres Indiz für die Tathandlungen.

Die junge Frau entschloss sich nach jahrelangen Angstzuständen zur Anzeige. Die Anklage erfolgte Anfang dieses Jahres. Der Täter wurde in zwei Fällen wegen schweren sexuellen Missbrauchs und in einem Fall wegen sexuellen Missbrauchs zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt. Sofern er keine Revision einlegt, wird das Urteil in einer Woche rechtskräftig.

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