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Wirrungen um den Bahnhof
Wirrungen um den Bahnhof
07.06.2019 - 00:00 Uhr
Durmersheim (HH ) - Auch wenn der Großteil des Durmersheimer Bahnhofs noch von zugehängten Gerüsten verstellt ist, kann man erkennen, dass er ansehnlicher geworden ist. Ein Investor hat das Gebäude grundlegend saniert. Doch bei der Gemeinde, der die Immobilie gehörte, will keine rechte Freude aufkommen, wie sich am Mittwoch im Gemeinderat zeigte.





Das Gremium tagte noch in alter Besetzung, um Dinge zu erledigen, die nicht aufschiebbar sind, wie Bürgermeister Andreas Augustin im Hinblick auf die erfolgte Kommunalwahl betonte. Der neue Gemeinderat werde voraussichtlich am 24. Juli die Geschäfte übernehmen.

Der Bahnhof stand auf der Tagesordnung, weil für die beabsichtigten Nutzungen im Erdgeschoss eine Änderung beantragt wurde. Im September 2018 waren ein Wettbüro, eine Zigarren- und Whisky-Lounge sowie ein Barbier-Studio genehmigt worden. Der Bartexperte hat sein Geschäft inzwischen an anderer Stelle eröffnet.

Infolgedessen soll nun das Wettbüro vergrößert und mit einem Raucherabteil versehen werden. Eine Whisky- und Zigarrenbar gibt es im geänderten Entwurf nicht mehr. Im nördlichen Gebäudeteil soll jetzt ein "Imbiss" entstehen. Im Rat entspann sich eine muntere Diskussion.

Ein Thema war die Gesamtzahl der Spielautomaten, die in den verschiedenen Bereichen aufgehängt werden sollen. Mit dem Investor seien vier vereinbart worden. Die Planskizze lasse vermuten, dass sechs oder acht Geräte aufgehängt werden sollen. Eine große Rolle spielte in der Beratung auch, dass der Bebauungsplan für den Bahnhofsbereich noch immer in der Schwebe ist.

In der vorgesehenen Fassung sind "Vergnügungsstätten" nicht erlaubt. Als solche aber stuft das Landratsamt das Wettbüro ein. Um dieses Problem zu beheben, schlug die Verwaltung vor, Vergnügungsstätten im Bebauungsplan "ausnahmsweise" zuzulassen, um so das Wettbüro zu ermöglichen. In der Beratung kam die Sorge auf, dass einer einmal gewährten Ausnahme weitere folgen könnten. Eine andere Krux: Weil der vor über zehn Jahren begonnene Bebauungsplan nicht rechtskräftig abgeschlossen ist, wäre das Wettbüro sofort genehmigungsfähig. Das wurde laut Sitzungsunterlagen ebenfalls vom Landratsamt mitgeteilt. Rolf Enderle (BuG) sah sich schließlich veranlasst, eine Veränderungssperre zu beantragen. Bei einer Gegenstimme wurde diesem Ansinnen mit großer Mehrheit zugestimmt.

Beschlossen werden kann sie aber erst nach ordnungsgemäßer Bekanntgabe auf der Tagesordnung für die nächste Sitzung, die am 3. Juli stattfinden soll. Nachdem er über das Ergebnis der Beratung informiert worden war, meldete sich gestern Bauherr Michael Kunz beim BT. Er sprach von "Missverständnissen", die durch den eingereichten Plan entstanden seien. In der Zeichnung seien "Kassenterminals" des Wettbüros fälschlicherweise als Spielautomaten bezeichnet worden. Wie mit der Gemeinde abgemacht, werde es insgesamt nur vier Spielautomaten im Bahnhof geben, zwei im Raucherbereich, zwei im Imbiss. "Wir halten Verträge ein", hob Kunz hervor. Was als "Imbiss" betitelt wurde, soll seiner Aussage zufolge "in Richtung Café" konzipiert sein, mit Frühstück und kleinen Speisen.

Schwer zu schlucken hatte in der Sitzung Bürgermeister Andreas Augustin. Die grundsätzliche Kritik an der Bahnhof-Nutzung machte ihn sprachlos. Und er verriet, was bisher nicht bekannt war: Von dem Konzept mit Wettbüros habe er von Anfang an abgeraten.

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