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Begegnungen beim "Lesezaychen"
08.06.2019 - 00:00 Uhr
Rastatt (ema) - Er heißt "Lesezaychen" und soll doch viel mehr sein als ein öffentlicher Bücherschrank: nämlich ein Ort der Begegnung. Das verbirgt sich hinter einer aussortierten Telefonzelle, die der Bürgerverein Zay hergerichtet und jetzt in gedeihlicher Zusammenarbeit mit der Stadt Rastatt an der Ecke Gartenstraße/Rosenstraße platziert hat.

"Es hat ein bisschen gedauert, aber um so schöner ist es geworden", freute sich die Vorsitzende Gabi Hüttner über das jüngste Projekt. Was ursprünglich mal als reine Info-Tafel angedacht war, entwickelte sich nach einer Anregung von Vereinsmitglied Uschi Stein zu einem Bücherschrank, der Menschen des Stadtteils zusammenführen soll.

Gerne hätte der 300 Mitglieder starke Bürgerverein den Bücherschrank auf dem künftigen Quartiersplatz bei der alten Max-Jäger-Schule untergebracht. Doch ein Startschuss steht dort noch nicht in Aussicht, und so lange wollte man nicht mehr warten, sagte Hüttner bei der Einweihung, schließlich beschäftigt man sich mit der Idee bereits seit dem Jahr 2016.

Viel beigetragen zum Gelingen hat Vorstandsvize Michael Weck, der die alte Telefonzelle in einem Zentrallager der Telekom bei Berlin organisierte. Inklusive Transport, Bemalen und Innenausbau ließ sich der Bürgerverein das "Lesezaychen" rund 1 500 Euro kosten. Die Entscheidung für den Namen sowie die Farbe fiel in einem Internet-Wettbewerb. "Das ist eine gute Verbindung zum grünen Stadtteil Zay", meint Gabi Hüttner.

Bürger können nun in dem Bücherschrank - der zweite in der Kernstadt nach dem Dörfel - Bücher kostenlos ausleihen oder einstellen. Der Bürgerverein nutzt die Telefonzelle nicht als "Litfaßsäule", wie Weck betont, wohl aber als Info-Tafel, um gerade die vielen älteren Bürger, die kein Internet haben, über das Neueste im Stadtteil zu informieren. Und wer dem Bürgerverein etwas mitzuteilen hat, kann sich eines "Kummerkastens" an der Telefonzelle bedienen.

Der Vorstand hofft natürlich, dass das "Lesezaychen" nicht Opfer von Vandalismus wird und beugt auch entsprechend vor. Sieben Patinnen gucken abwechselnd jeden Tag nach dem Rechten. Eine über eine Solaranlage gespeiste Beleuchtung sorgt auch in der Dunkelheit für Licht und Transparenz.

OB Hans Jürgen Pütsch freute sich gestern über die "tolle Idee", die der Bürgerverein, ein anerkannter "Aktivposten" in der Stadt, umgesetzt habe. Er hoffe, dass man auch künftig im "offenen Dialog" den Stadtteil voranbringen könne. Kurzerhand sagte der Rathaus-Chef gleich zu, dass zur Sitzbank, die die Stadt neben dem "Lesezaychen" installiert hat, noch ein Papierkorb hinzukommt.

Es wird sich im Zay jedoch noch wesentlich mehr bewegen. Dafür sorgt schon das vom Land unterstützte Projekt "Daheim wohnen in Rastatt". Als große Maßnahmen sind neben dem Quartiersplatz eine seniorengerechte Bebauung in Kooperation mit der Baugenossenschaft Gartenstadt auf dem Gelände der Max-Jäger-Sporthalle im Gespräch. Die Stadt plant außerdem, zum Teil in Zusammenarbeit mit dem Bürgerverein, ein regelmäßiges Seniorencafé, ein Info-Telefon sowie eine Wohnberatung, für die jetzt Interessierte nach dem Vorbild des Kreisseniorenrats ausgebildet werden sollen.

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