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Spannende Geschichten aus dem Landkreis
Spannende Geschichten aus dem Landkreis
08.06.2019 - 00:00 Uhr
Rastatt (up) - Landrat Toni Huber hat am Donnerstagabend die Ausstellung des Gernsbacher Malers Mario Grau im Landratsamt eröffnet. Teil der Vernissage war die Präsentation des neuen Heimatbuchs, in dem unter anderem dem Künstler ein ausführliches Kapitel mit vielen seiner Bilder gewidmet ist.



"Ich bin stolz auf diesen Landkreis", erklärte Huber den zahlreichen Gästen im Sitzungssaal des Kreistags. "Denn es gibt hier so viele engagierte Menschen, die durch ihre sportlichen Erfolge oder den Einsatz für andere Menschen Themen in so großer Fülle schaffen, dass wir uns nie Sorgen machen müssen, unser Heimatbuch mit lesenswerten Inhalten zu füllen", so der Landrat.

Den musikalischen Auftakt der Veranstaltung gestaltete der Rastatter Gitarrist und Sänger Attila Schumann mit dem Rock-Klassiker "I have to say I love you" von Jim Crocee. BT-Redakteur Sebastian Linkenheil zeichnete anschließend ein einfühlsames Psychogramm von Mario Grau, dessen zumeist lebensbejahenden und fröhlichen Bilder ihren Ausgangspunkt wie so oft in der Kunst, in einer leidvollen Geschichte des Künstlers haben. Angst sei das prägende Gefühl in Graus Kindheit gewesen. Nach dem frühen Tod der Mutter hätten Schläge und Demütigungen sein Leben geprägt. Das Malen wurde zum äußeren und psychischen Zufluchtsort, indirekt verarbeite Grau hier seine traumatischen Erfahrungen. Das Motto der Ausstellung "Gefangen in Kunst" bedeute für ihn Schutz und Geborgenheit. "Das feindliche Umfeld bleibt draußen, hat im Moment des Malens keine Macht über den Künstler", so Linkenheil.

Kreisarchivar Martin Walter stellte dann das Heimatbuch 2019 vor, in dem 24 Autoren in 20 Einzelbeiträgen spannende Geschichten erzählen. Da diese nicht alle zu Wort kommen konnten, beantworteten drei von ihnen die Fragen Walters und stellten ihre Beiträge vor.

Nicole Stichling beispielsweise berichtete von dem Projekt "Saat der Hoffnung" der Handelslehranstalt Rastatt, in dem sich Schüler und Lehrer um Waisenkinder in Kenia kümmern. "Innerhalb von zwölf Jahren haben die Schüler 20 000 Euro für das Projekt gesammelt", zeigte sich Stichling stolz auf die Jugendlichen, die unter anderem Arbeit annahmen und mit ihrem Lohn das Projekt mitfinanzierten.

Sehr spannend auch der Beitrag von BT-Redakteur Volker Neuwald, der die Geschichte der Amtskette des Gernsbacher Bürgermeisters Julian Christ recherchiert hat. Diese ist nämlich ein Geschenk des Nationalsozialisten Walter Buch, "einem der mächtigsten Männer in der NSDAP-Parteihierarchie", erklärte Neuwald. Christ hatte beim Neujahrsempfang 2018 die Geschichte der Amtskette öffentlich gemacht und damit für Entsetzen bei den Gästen in der Stadthalle gesorgt. Dritter Gesprächspartner von Martin Walter war dann Michael Wessel. Er beschreibt in seinem Beitrag für das Heimatbuch, wie der sogenannte "Orient Express" ein Automobil der ersten Stunde (Baujahr 1897, hergestellt in Gaggenau) in England entdeckt und zurückgeholt wurde und jetzt im Unimog-Museum besichtigt werden kann.

Für den gelungenen musikalischen Abschluss der Veranstaltung sorgte wiederum Attila Schumann, der mit dem Udo-Jürgens-Titel "Mein Bruder ist ein Maler" die Anwesenden überraschte und Mario Grau besonders würdigte.

Der 58. Band der traditionsreichen Heimatbuchreihe bietet ferner Einblicke in die Arbeit von Unternehmen, berichtet über Industriekultur insgesamt und über jugendliches Engagement sowie bedeutende Persönlichkeiten im Landkreis Rastatt. Der Hardcoverband ist 256 Seiten stark und mit 291 meist farbigen Fotos und Abbildungen illustriert. Für 12,90 Euro ist das Heimatbuch bei der VHS Landkreis Rastatt und im Buchhandel zu haben.

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