https://www.top-zusteller.de/
https://www.top-zusteller.de/
Spezialeffekte, Fantasie und die Bilder in den Köpfen
14.06.2019 - 00:00 Uhr
Von Frank Vetter

Ötigheim - Auf vielen Darstellungen, sei es als Buchumschlag oder als Filmplakat, sieht man den Baron von Münchhausen beim berühmten Ritt auf einer Kanonenkugel. Auch vom Plakat für die Theatersaison 2019 auf Deutschlands größter Freilichtbühne in Ötigheim grüßt "der Lügenbaron" mit seinem Dreispitz von dem kriegerischen Geschoss. Aber wie geht das?


In den Lügengeschichten spioniert der Baron von der Kanonenkugel aus die feindlichen Heerscharen aus. Natürlich sitzt Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen, in Ötigheim gespielt von Sebastian Kreutz, weder in der legendären UFA-Verfilmung mit Hans Albers, noch bei den Volksschauspielen auf einer wirklichen Kanonenkugel. Alles Trick.

In Ötigheim ist für solche komplizierte Aufgaben Michael Lerner zuständig. Im neunten Jahr realisiert der Pyrotechniker und Veranstaltungsmeister die technischen Wünsche der Regie. Die hat beim Münchhausen-Stück Johanna Schall inne. Die Regisseurin und Schauspielerin inszeniert zum ersten Mal auf der Telldorf-Bühne und ist begeistert vom Engagement der Volksschauspiele-Macher.

"Hier sind alle bereit, möglich zu machen, was man sich so an Quatsch ausdenkt", meint sie lachend und unterstreicht, dass Ötigheim schon sehr speziell sei.

"Im letzten Jahr kam die Regie mit dem Wunsch nach einer Kanone auf mich zu, seit August arbeiten wir daran, haben sie gebaut", so "Kanonier" Lerner. Man stelle sich erst die Frage, wie kriegen wir das hin? Oberste Maxime bei allen Stunts und technischen Spielereien seien die Sicherheit und Kosten, betont er. Für so einen Stunt seien unter anderem der Ton und das Timing, das Zusammenspiel entscheidend. "Es ist wie bei einem Puzzle, das man zusammenfügt", so Lerner. Immerhin muss der Freiherr vom Abschuss bis zum nicht geraden sanftem Einschlag eine Strecke von 150 Metern durch die Luft "fliegen", gibt Regisseurin Schall zu bedenken. Die Zuschauer jedenfalls dürfen ein Spektakel erwarten. Und das n icht nur wegen der Geschichte mit der Kanonenkugel, die Münchhausen-Darsteller Sebastian Kreutz ohnehin für überbewertet hält. Die Leute wüssten meist nicht viel über den Freiherrn und die anderen Geschichten. "Er ist ein Angeber, eine richtige Großklappe, der sich unverstellt gibt. Ich finde ihn super", so Kreutz. Das Publikum wird auch ein menschenfressendes Monster erleben und einen Blick vom Mond auf die Erde werfen dürfen. Auf der Freilichtbühne gab es schon viel Spektakuläres zu sehen. Im Theater gelte, dass die Fantasie die Bilder in den Köpfen erschaffe, so Johanna Schall. Premiere hat Münchhausen am Samstag, 22. Juni.

BeiträgeBeitrag schreiben 



Das könnte Sie auch interessieren

Ötigheim
´Das Geschichtenerzählen darf in unserer Welt nicht verloren gehen´

17.05.2019
"Münchhausen" mit Schmackes
Ötigheim (manu) - Die Berliner Regisseurin Johanna Schall inszeniert in diesem Jahr "Münchhausen" bei den Volksschauspielen in Ötigheim. Die dynamische Theaterfrau will mit Schmackes und Humor für entspannten Bühnenspaß im Telldorf sorgen (Foto: manu). »-Mehr
Umfrage

Vor fünf Jahren wurde der Mindestlohn eingeführt. Seit diesem Jahr beträgt er 9,19 Euro. Ist das Ihrer Meinung nach gerecht?

Ja.
Nein.
Das weiß ich nicht.


Wetter in Mittelbaden


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen | Datenschutz   
1