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Ein echter Münchhausen auf dem Tellplatz
24.06.2019 - 00:00 Uhr
Von Manuela Behrendt

Ötigheim - Adliger Besuch hat am Samstag den Auftakt des 113. Theatersommers der Volksschauspiele Ötigheim begleitet. Aus Koblenz angereist war Dario Freiherr von Münchhausen. In direkter Linie ist der 19-jährige BWL-Student ein Nachfahre des literarisch berühmt gewordenen "Lügenbarons", der im Mittelpunkt des diesjährigen Ötigheimer Hauptstücks steht (Rezension auf der Kultur-Seite).



Bereits im Jahr 1183 wurde der Familienname erstmals urkundlich erwähnt. Hieronymus von Münchhausen lebte von 1720 bis 1797. Dario ist der Sohn von Marco Freiherr von Münchhausen, Jurist und Sachbuchautor aus München. Den UFA-Film von 1943 kennt der junge Adelige sehr gut. Bühnenaufführungen über das abenteuerliche Leben seines Urahns erlebte er bislang nicht. Johanna Schalls Inszenierung in Ötigheim war daher auch für ihn eine Premiere, ebenso sein Besuch auf Deutschlands größter Freilichtbühne. "Mächtig stolz" zeigte sich Johannes Tüg, Vorsitzender der Marketing- und PR-Mannschaft der VSÖ, über die Anwesenheit des Münchhausen-Nachfahren. Dieser wiederum sah der Aufführung "mit Spannung" entgegen und hoffte auf ein Wiedererkennen der literarischen Vorlagen. Mit den Werken von Gottfried August Bürger sowie Erich Kästner befasste sich von Münchhausen im Detail, denn er schrieb als Abiturarbeit einen Vergleich beider Werke.

Eine Stunde vor dem offiziellen Start in den Theatersommer 2019 auf dem Tellplatz waren die Gönner der Volksschauspiele Ötigheim (VSÖ) als große Familie zum Empfang der Josef-Saier-Stiftung zusammengekommen. In diesem Rahmen würdigte Jürgen Bäuerle, Landrat a. D. und weiterhin ehrenamtlich Stiftungspräsident, bei "bestem Saier-Wetter" (will heißen: strömender Regen, der bis zum Beginn der Vorstellung endet) den ehemaligen Bundestagsabgeordneten Peter Götz aus Wintersdorf für 25-jährige Stiftungsmitgliedschaft. Für die gleiche Ehrung war Hannelore Heid aus Ötigheim vorgesehen, die an dem kleinen Festakt jedoch nicht teilnehmen konnte.

Die Stimmung in der Runde der Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, die es sich unermüdlich zur Aufgabe machen, Fördermittel für den Theaterverein auf den Weg zu bringen, war herzlich und freundschaftlich. Bäuerle blickte auf die "tolle Entwicklung" der Mitgliederzahlen der Josef-Saier-Stiftung, Ötigheims Bürgermeister Frank Kiefer nannte sie eine "große, weiter wachsende Familie mit Bäuerle an der Spitze". Über die Volksschauspiele sagte er: "Der Theaterverein wird von einem breiten Netzwerk getragen."

Aktuell beschäftige man sich im Rahmen der "Agenda Zukunft VSÖ" auf Anraten des Landes Baden-Württemberg mit Plänen für ein "stärkeres, nachhaltiges Fundraising", um die Volksschauspiele "für die nächsten 100 Jahre zukunftsfähig zu machen".

Ein weiterer Blick in die Zukunft wurde mit Fokus auf den Sommer 2020 geworfen, in dem sich die erste Aufführung von "Wilhelm Tell" in Ötigheim zum 110. Mal jährt. Eine Bronzeminiatur des bekannten Altdorfer Telldenkmals zog in diesem Zusammenhang beim Premierenempfang alle Blicke auf sich.

Markus Wild-Schauber, Mitglied der künstlerischen Leitung der VSÖ, entdeckte die Skulptur in Köln, wie Bürgermeister Kiefer erklärte. Mit einem Drei-D-Scanner speicherte man die Maße der Miniatur. Zur Eröffnung der Sommersaison 2020 soll nun eine über zwei Meter hohe Bronzestatue entstehen. Den Aufruf zur Beteiligung an der finanziellen Umsetzung des Vorhabens richtete man an Freunde und Gönner des Ötigheimer Theatervereins.

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