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"Wir arbeiten, bis wir fertig sind"
'Wir arbeiten, bis wir fertig sind'
26.06.2019 - 00:00 Uhr
Von Sarah Gallenberger

Rastatt - Die Hitzewelle soll auch in der Barockstadt heute ihren Höhepunkt erreichen, bis zu 40 Grad wurden "angedroht". Während dann vor Eisdielen und Freibädern die Schlangen länger werden und in den Büroräumen die Klimaanlagen oder Ventilatoren um die Wette surren, schuften viele Berufsgruppen draußen bei Höchsttemperaturen.

Mit einem Propanbrenner in der Hand kniet Daniel Blum auf den schwarzen Schweißbahnen, die durch die Sonne bereits stark erhitzt sind. Der gelernte Dachdecker trägt ein Tanktop, er schwitzt. Kein Wunder, denn Schatten gibt es auf der Baustelle keinen - genauso wenig wie hitzefrei. "Wir arbeiten, bis wir fertig sind", sagt er. Gegen die hohen Temperaturen würde kaum etwas helfen.

Mindestens acht Stunden dauert so ein Arbeitstag auf der Baustelle. "Da sind mehrere kleine Pausen und ausreichend Trinken immens wichtig", sagt Gabriel Kirch, selbstständiger Bauunternehmer aus der Region. Wenn sein Terminkalender es erlaubt, schickt er seine Mitarbeiter zu einem Bauvorhaben, an dem die UV-Strahlungen nicht so hoch sind. Ansonsten arbeite er "mit der Sonne": Dann beginnt sein Tag früher, um so wenig wie möglich der Mittagshitze ausgesetzt zu sein. Trotzdem, so Kirch, leide die Produktivität und Arbeitsleistung unter den hohen Temperaturen.

Und vor allem der Körper hat mit der Hitze schwer zu kämpfen. Ob Sonnenbrände, Kreislaufprobleme oder Kopfschmerzen - Beschwerden wie diese sind im Sommer keine Seltenheit. "Dann ist Selbstverantwortung gefragt", sagt Thomas Worms, ärztlicher Leiter der Notaufnahme in Rastatt. Dabei sei es dringend notwendig, ausreichend zu trinken. Denn durch die hohen Außentemperaturen steigt auch die des Körpers - der dann mehr schwitzt und Flüssigkeit verliert, die durch Wasser wieder aufgenommen werden muss.

Wenn die Notaufnahme im Klinikum Rastatt "ins Spiel kommt", ist in der Regel also schon einiges schiefgelaufen, erklärt der Arzt. So müsse sich "der Mensch der Natur anpassen, und nicht umgekehrt". Das bedeutet auch: Sportliche Aktivitäten nicht zur Mittagszeit ausüben, sondern (wie in südlichen Ländern üblich) lieber zur Ruhe kommen. Auch hoher Lichtschutzfaktor sei unabdingbar. "Mit jedem Sonnenbrand erhöht sich das Hautkrebsrisiko", mahnt Worms. Eine volle Notaufnahme hält der Arzt diesen Sommer durchaus für realistisch. Einem Ansturm von Patienten wirke das Personal mit genügend Infusionen und Wasser entgegen.

Besonders älteren Menschen schlägt die Hitze schnell auf die Gesundheit. Im Rastatter Seniorenheim Martha-Jäger-Haus werden deshalb einige Vorkehrungen getroffen: Bereits am frühen Morgen (und manchmal sogar in der Nacht) werden die Räumlichkeiten durchgelüftet und abgedunkelt, Ventilatoren sorgen tagsüber für kühlere Luft. "Wir achten sehr darauf, dass unsere Bewohner ausreichend trinken", sagt Annette Westholt, Einrichtungsleitung des Hauses.

In dem Pflegeheim sei das Personal auf die einzelnen Bewohner eingestellt, so Westholt. Dadurch seien individuelle Anpassungen, je nach Verfassung, möglich.

Bäume, Blumenbeete und Grünflächen leiden ebenfalls unter der Hitze. Grund zur Sorge bestehe derzeit jedoch noch nicht, versichert Detlev Brünig von den Technischen Betrieben der Stadt Rastatt. Aufgrund der Regenfälle in den vergangenen Wochen seien die Böden noch ausreichend mit Wasser versorgt - dadurch würden die regulären Touren zur Bewässerung ausreichen. Von einer Extremsituation wie im August 2018, als die Feuerwehr aushelfen musste, könne noch keine Rede sein. Sollten Hitze und Trockenheit weiter andauern, würden jedoch weitere Touren zur Bewässerung gefahren, betont Brünig. Gleichzeitig werde an intensivierten Einsatzplänen für die kommende Woche gearbeitet.

Zugleich bittet die Stadtverwaltung um erhöhte Vorsicht. Angesichts der Trockenheit und der Gefahr eines Feuers sollten Zigarettenkippen nicht auf Grünflächen oder im Wald weggeworfen werden. Auch von weggeworfenen Glasscherben kann bei starker Sonnenreflexion Brandgefahr ausgehen. Verboten sei das Abbrennen von Grill- und Lagerfeuer im Bereich der Badeseen in Wintersdorf und Ottersdorf sowie auf allen Grünflächen außerhalb zugelassener Feuerstellen.

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