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Aus vier Pfarreien werden wohl drei
Aus vier Pfarreien werden wohl drei
27.06.2019 - 00:00 Uhr
Rastatt (ema) - In der evangelischen Kirchengemeinde Rastatt bahnt sich eine Strukturreform an. Die Zeichen deuten darauf hin, dass die Michaelsgemeinde in der Kernstadt aufgelöst wird und deren Gebiet auf die drei anderen Pfarreien (Johannes, Petrus, Thomas) verteilt wird.

Zwei Umstände haben die Verantwortlichen zu einer Neuausrichtung veranlasst, wie der Vorsitzende des Kirchengemeinderats Rastatt, Michael Janke, dem BT sagte. Der Rückgang der Kirchenmitglieder macht auch vor Rastatt nicht Halt. Lebten vor 15 Jahren noch rund 11 000 Protestanten in Rastatt, so sind es aktuell etwa 9 000 - dabei mache sich der demografische Wandel noch stärker bemerkbar als bewusste Kirchenaustritte, so Janke.

Dass die Strukturreform in erster Linie die Michaelsgemeinde trifft, hängt mit deren Problemen zusammen, eine arbeitsfähige Verwaltung aufrechtzuerhalten. Janke zufolge ist es bislang nicht gelungen, eine ausreichende Zahl an Bewerbern für die Gemeindeleitung (in der evangelischen Kirche Ältestenkreis genannt) zu finden. Mit dem amtierenden Vorsitzenden Jörg Böhmer habe sich lediglich ein Kandidat gefunden, der für die im Spätjahr geplante Wahl Verantwortung übernehmen würde. Die Soll-Stärke des Gremiums liegt bei acht Personen; mindestens vier Kandidaten wären notwendig, erklärt Janke.

Der ehrenamtliche Kirchenfunktionär hat deshalb im Gespräch mit Dekan Thomas Jammerthal ausgelotet, wie man auf die Lage reagieren kann. Der habe Mut gemacht für eine Reform vor dem Hintergrund, dass die Initiative auf Erkenntnissen in den eigenen Reihen fußt, so Janke. Dementsprechend hat der Kirchengemeinderat Rastatt, in dem alle vier Pfarreien vertreten sind, einen Reformschritt auf den Weg gebracht.

Zwar spricht man von einem "ergebnisoffenen Prozess". Doch als einzig greifbare Alternative steht die Zusammenlegung "aus vier werden drei". Das Verfahren sieht nun Arbeitstreffen von Vertretern aller vier Pfarreien vor, die von dem früheren Pfarrer der Johannesgemeinde Rastatt, Reinhard Ploigt, sowie dem früheren Dekan Achim Zobel moderiert werden. Die beiden Geistlichen sind im Ruhestand, aber für die Landeskirche noch beratend tätig. Bei den Sitzungen - die erste ist am 17. Juli angesetzt - sollen die Rahmenbedingungen festgezurrt werden.

Sollte am Ende die Reduzierung auf drei Pfarreien tatsächlich kommen, müssten die Gemeindegrenzen in Rastatt neu festgelegt werden. Die Michaelsgemeinde ist mit 2 500 Gemeindegliedern die zweitgrößte Pfarrei nach der Petrusgemeinde. Ziel wäre es dann wohl, dass die verbleibenden drei Gemeinden jeweils 3 000 Protestanten zählen.

Michael Janke könnte sich vorstellen, dass durch die Reform die evangelische Stadtkirche sogar gestärkt wird, wenn die verbleibenden drei Pfarreien das Gotteshaus in der Herrenstraße mit nutzen. Pfarrerin Angelika Schulze (62), die erst vor zwei Jahren in die Michaelsgemeinde kam, soll weiter hier wirken; über ihr Stellenprofil müsste ebenfalls beraten werden.

Nach den Informationen des Kirchengemeinderatschefs zieht die Seelsorgerin wie geplant in das derzeit entstehende Pfarrhaus am Werderplatz ein, das am 28. September eingeweiht wird.

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