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Der Verkehr durchs Rieddorf
Der Verkehr durchs Rieddorf
01.07.2019 - 00:00 Uhr
Rastatt (nora) - Mit 13 Aktivisten legt eine Bürgerinitiative (BI) "Weniger Verkehr durch Ottersdorf" (WVDO) los. Die Interessengemeinschaft hat sich drei Ziele gesetzt: Halbierung des Verkehrs durch den Riedort, Tempo 30 im ganzen Dorf und Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs. Die Anwesenden wählten ein Leitungsgremium aus fünf gleichberechtigten Mitgliedern: Erwin Groß, Peter Kohmann, Armin Fritz, Markus Enderle und Hans Karl fungieren ab sofort als Ansprechpartner der BI.

Die BI hat ihren Ursprung in einer Unterschriftenaktion, die Erwin Groß im August 2018 gestartet hatte, um gegen die Planungen zur Erweiterung des Daimler-Werks zu protestieren (wir berichteten). "Wir wollen keine weitere Zunahme des Verkehrs durch Ottersdorf und Wintersdorf", war eine der Forderungen, die knapp 2 000 Unterstützer unterzeichneten. Aber die erhofften Konsequenzen blieben aus, wie Groß feststellt: "Die Unterschriftenaktion hat keine Ergebnisse gebracht."

Doch der Same des Protests war gesät. Um auf die Verkehrssituation aufmerksam zu machen, verstopften einige Ottersdorfer im Oktober und November 2018 mit Traktoren die Straßen und andere drückten ständig auf die Fußgängerampel, sodass der Verkehr nahezu zum Erliegen kam. Danach wurde auch noch zweimal der Wintersdorfer Kreisel blockiert. "Guerilla von Ottersdorf" wurden die Aktivisten daher genannt.

Die "Guerilleros" sind nun in den Reihen der BI zu finden, verstärkt durch einige Mitstreiter, die am Freitag zum ersten Mal mit dabei waren. "Wir sind nicht auf Krawall aus, sondern auf eine konstruktive Lösung", stellten sie bei der Versammlung klar. Es sei nicht das Ziel, "als Querulanten Verkehrshindernis zu spielen". Der öffentliche Druck sei nötig gewesen, um Aufmerksamkeit zu erregen, habe aber auch Gegendruck erzeugt. So seien die Verkehrsgegner von den Autofahrern teils böse beschimpft worden. Eine Verhaltensveränderung hätten die Aktionen nicht bewirkt.

Groß berichtete von Gesprächen mit Daimler und dem Stadtplanungsamt. Auch diese hätten nichts gebracht. Daimler habe zwar einige Maßnahmen umgesetzt, wie etwa bessere Fahrradabstellmöglichkeiten und eine Mitfahr-App zur Bildung von Fahrgemeinschaften, aber Ottersdorf sei dadurch nicht entlastet worden. "Der Verkehr ist auf konstant hohem Niveau", beklagt Groß.

Armin Fritz untermauerte diese Aussage mit Zahlen, die bei Verkehrszählungen in Eigenregie ermittelt worden waren. Im Januar, März und Mai 2019 zählten die Aktivisten für jeweils rund zehn Stunden an unterschiedlichen Wochentagen die Autos, die aus Ottersdorf hinein- und hinausfuhren. Dabei konzentrierten sie sich auf die Schichtwechselzeiten des Benz-Werks. "Bei allen drei Zählungen wurden rund 4 500 Fahrzeuge verzeichnet", so Fritz.

Die Aktivisten hoffen, dass sie durch die Gründung der BI nun von der Stadt Rastatt und der Daimler AG stärker wahrgenommen und ernst genommen werden. "Wir möchten dem, was wir tun, ein Gesicht geben", nannte Kohmann einen weiteren Grund. Im nächsten Schritt will die BI nun noch einmal auf die Verantwortlichen von Daimler und der Stadt zugehen. Durch die Gründung der BI sollen auch neue Mitglieder für die Bürgerbewegung gewonnen werden. Interessenten sind zum nächsten Treffen am Montag, 22. Juli, 20 Uhr, bei Erwin und Lisa Groß, Schilfstraße 20, eingeladen. Anmeldung unter bi-wvdo@gmx.de.

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