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Staatsanwalt moniert qualvolle Zustände in Reitställen
Staatsanwalt moniert qualvolle Zustände in Reitställen
01.07.2019 - 00:00 Uhr
Rastatt (mo) - Drei Tage waren für einen Prozess vorm Amtsgericht Rastatt angesetzt, in dem der Vorwurf eines möglichen gravierenden Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz aufgeklärt werden soll. Es geht darum, ob Pferde artgerecht untergebracht waren oder leiden mussten.

Doch am ersten Verhandlungstag in der vergangenen Woche kam es nicht einmal zur Verlesung der Anklage. Vielmehr galt es, über mehrere Befangenheitsanträge gegen zwei Richterinnen des Amtsgerichts Rastatt zu entscheiden. Einer der Anträge wurde damit begründet, dass verweigert wurde, den Termin der Hauptverhandlung zu verschieben, weil für die Verteidigung nicht genügend Zeit zur ausreichenden Akteneinsicht bestand. Der zunächst beauftragte Rechtsanwalt legte daraufhin sein Mandat nieder.

Über diese Anträge zu entscheiden, brauchte natürlich Zeit. Elf Zeugen, die vor Gericht erscheinen sollten, wurden deshalb vorsorglich abgeladen. Am Freitag wurde dann der letzte Beschluss verkündet. Damit waren alle Befangenheitsanträge abgewiesen.

Doch wer geglaubt hatte, dass nun der Prozess rasch fortgesetzt wird, sah sich getäuscht. Der 49-jährige Beschuldigte mit derzeitigem Wohnsitz in Österreich ließ weitere Anträge, Rügen und Beschwerden folgen, bis endlich der Vertreter der Staatsanwaltschaft die Anklage verlesen konnte.

Danach hat der Beschuldigte in Iffezheim seit 2012 in mehreren Ställen Araberpferde untergestellt. Ob im Zeitraum von November 2014 bis Dezember 2015 unter "grober Missachtung seiner Pflichten" diese Tiere nicht artgerecht untergebracht, versorgt und gepflegt wurden, soll nun aufgeklärt werden. Die Vorwürfe der Anklage dürften Pferdeliebhaber schockieren. Denn da ist von mangelnder Bewegung der Tiere die Rede. Und von Pferdeboxen, die soziale Kontakte der Pferde untereinander erschwerten, was zu "Verhaltensstörungen" führte. Doch auch die Pflege und Versorgung soll mangelhaft gewesen, Wunden bei den Tieren nicht behandelt worden sein. Dadurch hätten die Pferde leiden und Schmerzen ertragen müss en. Ein Hengst sei "bis auf das Skelett abgemagert". In einem anderen Fall hätte ein Tier auf Weisung des Veterinäramts durch Gnadentod von seinen Leiden erlöst werden müssen.

Nach Verlesung der Anklageschrift überraschte der Angeklagte dann doch sehr. Er sah darin nichts als falsche Verdächtigungen und üble Nachrede. Und dann kündigte er gar an, gegen den Staatsanwalt Anzeige zu erstatten.

Der Fall beschäftigte übrigens die Gerichte bereits 2016. Damals waren dem Beschuldigten zwei Strafbefehle zugestellt worden. Dagegen erhob er Einspruch. Der wurde verworfen. In der nächsten Instanz beim Landgericht Baden-Baden ist das Verfahren dann 2018 erneut ans Rastatter Amtsgericht verwiesen worden. Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt. Doch wurden bereits vier weitere Verhandlungstermine bestimmt.

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