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Schwimmbadpersonal händeringend gesucht
Schwimmbadpersonal händeringend gesucht
06.07.2019 - 00:00 Uhr
Von Helmut Heck

Durmersheim - Eine Liste mit bestimmt zehn Organisationen und Institutionen liest Hauptamtsleiterin Sandra Hertweck vor, um zu verdeutlichen, wie "händeringend" die Gemeinde nach Schwimmbadpersonal sucht. Mit allen möglichen Stellen habe man Kontakt aufgenommen, um den derzeitigen Engpass zu beheben, macht Hertweck deutlich.



Die Aufzählung reicht vom Bundesverband deutscher Schwimmmeister über die DLRG bis zur Wasserwacht des Roten Kreuzes. Viel gefruchtet hat es bisher nicht. Seit rund zwei Wochen öffnet das Durmersheimer Terrassenbad deshalb täglich erst um 12 Uhr. Der Grund der Malaise ist ein Krankheitsfall. Die Einschränkung gilt vorerst bis kommenden Montag, 8. Juli. Sie könnte aber noch acht Tage länger dauern, fürchtet die Amtsleiterin bei einem Gespräch auf BT-Anfrage. "Fakt ist, dass in Deutschland 2 500 Bademeister fehlen", weist Hertweck auf ein generelles Problem der Badbetreiber hin. Man sei ständig mit der Sache befasst, höre sich in alle Richtungen um, beschreibt Hertweck eine geradezu verzweifelte Fahndung nach Aushilfskräften. Auch Tipps auf privaten Ebenen gehe man nach, "bis zur Bekannten einer Bekannten".

Einen klitzekleinen Erfolg habe es gegeben. Man habe für immerhin ein paar Stunden eine Person gewinnen können, die bereits in einem anderen Schwimmbad tätig sei, berichtet Hertweck von einer "leichten Entspannung" der Situation. Für eine Aufhebung der verkürzten Öffnungszeit reicht es nicht. In der Sitzung des Bauausschusses wurde das Thema am Dienstag von einem Zuhörer zur Sprache gebracht. Andreas Stempfle (BuG) regte daraufhin an, zur Behebung vorübergehender Personalnöte im Badbetrieb Gemeindemitarbeiter entsprechend zu qualifizieren. Dazu bräuchte es gar nicht viel, eine Schulung durch die DLRG etwa. Es gehe ja nicht um die Bademeister-Position, sondern nur um Aufsichtfunktionen.

So einfach sei die Sache nicht, beurteilte Hauptamtsleiterin Hertweck im BT-Gespräch den Vorschlag. "Ein Schein" als Nachweis der Befähigung wäre nicht ausreichend, es bräuchte schon etwas mehr für diesen Job, Schwimmabzeichen und Erste-Hilfe Kurs etwa.

Von dem Zuhörer im Bauausschuss wurde die Verwaltung außerdem nach einem Vorfall im Bad gefragt, bei dem es einen Verletzten gegeben habe. Das BT berichtete darüber. Demnach war am Sonntag, 3. Juni, beim Sprung in ein Becken ein 14-Jähriger von einem 24-Jährigen verletzt worden. Zeugenaussagen zufolge habe sich der Ältere darüber geärgert, dass der Jüngere mehrfach übermütig ins Wasser gesprungen sei. Wie eine Nachfrage bei der zuständigen Pressestelle des Polizeipräsidiums Offenburg gestern ergab, musste der Verletzte ins Krankenhaus eingeliefert werden. Medizinische Befunde seien nicht bekannt. Ob gegen den Älteren oder beide Kontrahenten Anzeige erstattet werde, stehe noch nicht fest.

Auf Gerüchte angesprochen, dass das Badpersonal den Vorfall untätig beobachtet habe, teilte die Polizei mit, dass kein Verstoß gegen die Aufsichtspflicht bekannt sei. Die Pressesprecherin betonte, dass es zum ersten Mal überhaupt gewesen sei, dass im Freibad in Durmersheim die Polizei habe einschreiten müssen.

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