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Der K(r)ampf mit
09.07.2019 - 00:00 Uhr
Von Anja Groß

Muggensturm - "Fffffhhhh" - der Ton wird immer leiser und ich höre stattdessen vor allem, wie mit diesem vermaledeiten "fffhhh" Luft aus meinen Mundwinkeln strömt, die eigentlich über das schnabelförmige Mundstück in die Klarinette gehen und einen klaren, sauberen Ton erzeugen soll. So weit die Theorie. In der Praxis klingt das bei mir spätestens nach zehn Minuten Üben gerade leider ganz anders. Eher so als ob man versucht, einen Luftballon aufzublasen, der sich nicht öffnen will. Es ist zum Verzweifeln!


Vor allem weil ich nicht weiß, woran es liegt. Bei der letzten Orchesterprobe musste ich beim einzigen längeren Stück, das wir geübt haben, nach 14 Takten aufhören. Keine Kraft mehr in den Lippen, um die Spannung zu halten und die Töne zu blasen. Das kann ja wohl nicht wahr sein!

"Das ist ganz normal", tröstet mich Lilia Jones-Gonzalez in der Übungsstunde, "die Mund-Muskulatur muss sich erstmal aufbauen." Und auch Orchesterleiter Peter Müller rät: "Nur nicht aufgeben, einfach weiter üben, das kommt schon." Nur: Wie lange dieses Elend dauern soll, diese Frage kann mir leider keiner von beiden beantworten. Es ist jedenfalls ziemlich frustrierend. Denn wenn es nach der Lust geht, würde ich jeden Tag eine Stunde üben. Aber das machen meine Lippen nicht mit, keine Chance! Ich habe tatsächlich schon versucht, beim Spielen durch die Nase einzuatmen, um die Lippenspannung ja nicht aus Versehen aufzulösen - wie das geendet hat, möchte ich hier lieber vornehm verschweigen. Wenn man es kann, heißt das Zirkularatmung, hat Peter Müller uns bei der Orchesterprobe erklärt - aber die würden nur ganz wenige Blasmusik-Profis beherrschen.

Kein Wunder. Die Technik lasse sich anhand eines Strohhalms in einem Wasserglas erlernen, lese ich im Internetlexikon Wikipedia. Dabei werde parallel zum "Blubbern" durch den Strohhalm im Glas oder dem erzeugten Wasserstrahl durch die Nase eingeatmet. Versuchen Sie mal, sich das nur vorzustellen ... dann können Sie ungefähr erahnen, wie es mir erging.

Also bleibt mir wieder nur eins: Üben, üben, üben und hoffen, dass es irgendwann funktioniert. Es sei denn, jemand hat noch einen anderen schlauen Tipp für mich ...

Eines ist jedenfalls klar: Jeder, der ein Blasmusikinstrument spielt, genießt fortan meinen allerhöchsten Respekt. Allein diese Technik aus Atmung, Lippenspannung und Griffen zu beherrschen und den Ins-trumenten saubere Töne zu entlocken, erweist sich als schwierige Kunst.

Eine weitere Schwierigkeit zeigt sich bei den Proben des Anfängerorchesters für Erwachsene des Musikvereins Muggensturm, das übrigens nochmal um zwei Neue gewachsen ist: Das eigene Instrument hören. Wenn von hinten Schlagzeug und Trompeten loslegen, gelingt das nicht mehr wirklich. Und ein Ohr zuhalten, wie ich es beispielsweise beim Chor dann mache, geht hier schlecht - einhändig Klarinette spielen klappt nicht so gut.

Ich vermute mal, dass das mit der Zeit besser wird, aber momentan kann ich nur sagen, ob meine Nachbarin richtig gespielt hat - die eigenen Töne höre ich kaum (ja, gut, liebe Orchesterkollegen, mein Quietschton war auch für mich wahrnehmbar, sorry dafür). Und wenn Peter Müller dann beim Dirigieren so in sich hineinschmunzelt, bin ich froh, dass ich keine Gedanken lesen kann - und sehr froh, dass er uns geduldig und wissend immer wieder ermutigt: "Das wird schon!" Wie sagt der Fußballer da? Schaun mer mal ... Die erste Konzertanfrage gibt es jedenfalls schon. Als Müller das verkündet, herrscht kurz Totenstille im Orchester. Im November soll das sein. Ob er uns das zutraut, soll er entscheiden, finde ich. So ein Termin kann ja auch beflügeln!

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