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Großer Aufwand für Pflege-Azubis
Großer Aufwand für Pflege-Azubis
11.07.2019 - 00:00 Uhr
Rastatt (ema) - Die Zeit drängt: Im kommenden Jahr startet die neue generalistische Ausbildung der Pflegekräfte, die einen erheblichen Aufwand auslöst, weil die Azubis mehr Praxisstationen durchlaufen müssen. Um dies organisatorisch in den Griff zu bekommen, übt die Region jetzt den Schulterschluss.


Im Rastatter Landratsamt wird eine Servicestelle eingerichtet, die von einer Pflegewissenschaftlerin des Klinikums Mittelbaden besetzt wird, wie jetzt im Finanzausschuss des Kreistags bekannt wurde. Die Kosten teilen sich der Landkreis, die Stadt Baden-Baden, das Klinikum sowie die von der Caritas getragene Schule Santa Maria Bühl. Ab 2021 sollen die Ausbildungseinrichtungen die Kosten übernehmen.

Hintergrund des Schrittes: Künftig wird die Ausbildung in Altenpflege, Krankenpflege und Kinderkrankenpflege zusammengeführt. Das bedeutet: Die Azubis müssen Pflichteinsätze in fünf verschiedenen Versorgungsbereichen absolvieren. Die Träger der praktischen Ausbildung müssen deshalb Kooperationen vereinbaren, weil sie nicht nur ihre eigenen Lehrlinge, sondern auch "fremde" aufnehmen und mit ausbilden.

Aktuell geht es um insgesamt 115 Ausbildungsplätze in der Region. Doch der Bedarf wächst, wie die Kreisverwaltung prophezeit. Mit Blick auf die allein bis 2025 steigende Zahl der Pflegebedürftigen müsse man die Ausbildungszahl verdoppeln.

"Es ist wichtig, dass wir keinen Ausbildungsplatz verlieren", unterstrich Landrat Toni Huber die Dringlichkeit. Man müsse jetzt handeln, auch wenn das Land noch keine Zusage zu einer Finanzierung gegeben habe.

Aufgabe der neuen Servicestelle ist es, die Planung der Praxiseinsätze zu koordinieren und Einsatzstellen für die verschiedenen Pflichtpraktika zu gewinnen. Alle in der Pflegeausbildung involvierten Betriebe sowie die Pflegeschulen sollen beim Aufbau der für die generalistische Pflegeausbildung erforderlichen Strukturen unterstützt werden.

Der Finanzausschuss bewilligte einstimmig die Gelder für die regionale Servicestelle. Zwar wurde in der Aussprache generell Skepsis laut an der generalistischen Ausbildung. Doch angesichts der Gefahr, dass Ausbildungsplätze wegbrechen, wenn man über die Koordinierungsstelle nicht die gesetzlich geforderten Praxiseinsatzstellen gewinnt , sah man zu dem gemeinsamen Konzept keine Alternative.

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