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"Schaufenster des Wirtschaftsstandorts"
13.07.2019 - 00:00 Uhr
Rastatt (dm) - Wuselige Betriebsamkeit in der Badner Halle: Hier wird gesägt, dort brodelt und dampft es, Glücksräder werden gedreht, viele Gespräche geführt, Werkstoffe und mehr präsentiert. Zahlreiche Interessierte - jedes Jahr sind es um die 2 000 - haben sich wieder einmal bei der von der Sparkasse Rastatt-Gernsbach und AOK Mittlerer Oberrhein organisierten Ausbildungsmesse bei 64 Ausstellern - Unternehmen, Institutionen, Schulen - über rund 190 verschiedene Berufsbilder informiert.



Zum 20. Mal fand die Messe nun bereits statt. Der Bedarf dafür ist sowohl bei den Jugendlichen als auch den Unternehmen nach wie vor groß - den digitalen Medien zum Trotz. Per Handy seien die jungen Leute heute zwar über die ganze Welt informiert, was die Region betrifft, aber oft uninformiert, hat Sparkassen-Chef Ulrich Kistner festgestellt. Unternehmen wiederum bietet sich die Chance, jungen Leuten ihr Angebot direkt und zielgruppengerecht zu präsentieren.

Die Nachfrage ist groß; mehr als 30 Betrieben hatte man in diesem Jahr für dieses "Schaufenster des starken Wirtschaftsstandorts" (Landrat Toni Huber) aus Kapazitätsgründen absagen müssen. In diesem Zusammenhang sagte OB Hans Jürgen Pütsch, dass man schon einmal überlegt habe, ein Zelt dazuzustellen, um die Fläche zu vergrößern. Würden größere Unternehmer dies unterstützen, dann wäre man künftig vielleicht in der Lage dazu.

Ein großer Paradigmenwechsel prägt die Entwicklung. Von 1 840 Ausbildungsplätzen im Landkreis Rastatt sind aktuell 910 nicht besetzt, wie Landrat Toni Huber beim Empfang zur Eröffnung informierte, der anlässlich des "Jubiläums" ins benachbarte Café Pagodenburg ausgelagert wurde. "Solch eine Situation hatten wir wohl noch nie." Wo sich zum Beispiel für eine Ausbildungsstelle als Verwaltungsfachangestellter vor einigen Jahren 20 bis 30 junge Leute beworben hätten, sei man inzwischen über vier bis fünf froh. Die duale Ausbildung mehr in den Vordergrund zu rücken, nannte AOK-Chef Harald Röcker als gesellschaftliches Ziel. Nicht jeder sei für ein Studium geeignet, und mit einer Ausbildung in der Region habe man "hervorragende Voraussetzungen" für eine Karriere.

"Ganz gravierend" habe sich dabei im Lauf der Jahre auch die Präsentation bei der Messe geändert, wie Marion Hofmann, Ausbildungs- und Produktionsleiterin bei Otterbach, erläuterte. Die Rastatter Firma ist eine derjenigen, die von Anfang an dabei sind. Nach und nach hätten die Azubis der Betriebe selbst gelernt, interessierten jungen Leuten ihren Beruf zu zeigen. Vom Altenpfleger über Handwerker bis zum Polizisten oder Verfahrensmechaniker reichte gestern wieder die Palette; langjährig bei der Messe präsente Unternehmen wie das Badische Tagblatt, Daimler oder Getinge waren erneut dabei, aber auch Wiederkehrer dm oder Neulinge wie König Metall. Vielfach lautete das Konzept, Interessenten per "Action" mit dem jeweiligen Sujet in Berührung zu bringen.

So konnte man zum Beispiel bei Heel ein eigenes Peeling herstellen, bei Basi beobachten, was mit einer Rose passiert, wenn sie in minus 197 Grad kalten Stickstoff getaucht wird, oder sein Geschick mit einem Minibagger von Reif testen. Und dass Kronimus einen Tischkicker bereitstellte, war auch nicht nur zur Unterhaltung gedacht: Anhand des eigens für die Messe gebauten Geräts wurde der eher unbekannten Beruf des Betonfertigteilbauers nähergebracht.

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