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Joffre: Denkmal-Investor löst Ungeduld aus
16.07.2019 - 00:00 Uhr
Rastatt (ema) - Bei einem "Baulöwen" wie Franz Falk würde man sich wahrscheinlich nicht wundern, wenn er mal brüllen würde. Doch der Investor aus Offenburg ist eher von zurückhaltender Natur. Und da muss man schon zwischen den Zeilen heraushören, wenn ihm etwas gegen den Strich geht. "Es funktioniert nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben", sagt Falk über die Entwicklung auf dem ehemaligen Militärgelände Joffre. Die Denkmäler bereiten ihm Kummer.

Dabei lief alles so gut an. Die Falk-Gruppe hatte vor sieben Jahren das 7,3 Hektar große Areal im Dörfel vom Bund gekauft, die Erschließungsarbeiten übernommen, einen Teil der Wohnhäuser selbst errichtet und die restlichen Flächen beziehungsweise Denkmäler an andere Investoren verkauft. Und während mit den Neubauten fast alles wie am Schnürchen lief, stockt momentan an zentraler Stelle ein markantes Projekt: die Sanierung und der Umbau der denkmalgeschützten Stallungen, das sogenannte "U", und der alten Turnhalle, aus der ein Parkhaus werden soll.

"Es ist ein bisschen schwierig", sagt Falk. Gemeint ist der niedersächsische Projektentwickler Dolphin Trust GmbH, der mittlerweile unter dem Namen German Property Group GmbH firmiert. Die Dolphin-Gruppe hatte auf Joffre einst neben den drei Mannschaftsgebäuden auch die Kommandantur, das Casino und das "U" samt Turnhalle erworben. Zwar wurden schon 2013 ehrgeizige Pläne für die Stallungen präsentiert, in die 45 Reihenhäuser "hineingeschnitten" werden sollten - ergänzt um 14 "Würfelhäuer" im Innern des "U". Doch getan hat sich bis heute nichts. Stattdessen trennte sich Dolphin von einem Denkmal nach dem andern. Der Rastatter Investor Thomas Gaiser erwarb die drei Mannschaftsgebäude, in denen gerade 118 Wohnungen entstehen. Das Offenburger Unternehmen Wacker-Bau putzte das frühere Stabsgebäude mit der prägenden Turmuhr und das Casino mit insgesamt 65 Wohnungen heraus. Und jetzt wurde bekannt, dass die German Property Group auch den Innenbereich des "U" verkauft hat. "Leider überstieg die Bearbeitungsdauer der Behörden den von uns kalkulierten Zeitrahmen bei Weitem, sodass wir uns zunächst entschieden haben, das Neubauprojekt an einen lokalen Bauträger vor Ort abzugeben. Der neue Eigentümer wird die Entwurfsplanung in Teilen übernehmen", begründete eine Unternehmenssprecherin den Schritt.

Einen schwarzen Peter hatte die Dolphin-Gruppe auch in der Vergangenheit stets zur Hand, wenn nach den Gründen der Verzögerungen gefragt wurde. Bislang war jedoch stets die Neuordnung des Grundbuchwesens als Ursache genannt worden. Auf die BT-Frage, ob man auch noch die Stallungen und die Turnhalle verkaufen wolle, erklärte die Unternehmenssprecherin: "Bezüglich des Altbaus wägen wir derzeit verschiedene Lösungsmodelle ab."

Eine der Varianten dürfte tatsächlich der Verkauf sein. Ein Interessent kennt sich mit der Immobilie bestens aus. Ex-Eigentümer Franz Falk signalisierte gegenüber dem BT Interesse, die beiden Denkmäler wieder zurückzukaufen. Man sei in Gesprächen. Möglicherweise nicht das einzige Objekt, bei dem Falk gerne das Rad zurückdrehen will. Denn auch der Neubau zweier Mehrfamilienhäuser direkt gegenüber der Arbeitsagentur kommt nicht aus den Startlöchern. Ein Baden-Badener Investor hatte die Grundstücke direkt an der Karlstraße von dem Offenburger Unternehmen gekauft. Jetzt sagt Falk: "Wir würden uns nicht dagegen wehren, wenn wir es angeboten bekommen."

Falk hätte gerne klare Verhältnisse und würde das Joffre-Projekt zum Abschluss bringen. Die Erschließung nähert sich der Vollendung. Den Feinbelag für die Straßen würde er am liebsten im Herbst erledigen; die ersten Geräte für den Spielplatz sind bereits geliefert worden. Und entlang der L 77 sorgt ein Bagger gerade dafür, dass das neue Quartier mit einer Schutzwand vom Lärm abgeschirmt wird.

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