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Pauluskirche wird umfassend saniert
27.07.2019 - 00:00 Uhr
Von Markus Koch

Kuppenheim - "Mich freut es, dass nach vielen Jahren endlich eine zeitgemäße Renovierung der Kuppenheimer Pauluskirche möglich ist", sagt der evangelische Pfarrer Jürgen Biskup. Seit März haben die Handwerker das 1936 gebaute Gotteshaus in Beschlag genommen, das für rund 695 000 Euro modernisiert wird.

Es hat sich seither einiges getan: Das mit dunklen Biberschwanzziegeln gedeckte Dach und die Außenfassade, die einen hellgelben Anstrich erhalten hat, fallen gleich auf den ersten Blick ins Auge. Harald Fanselau ist stellvertretender Vorsitzender des Kirchengemeinderats und leitet den Bauausschuss der Kirchengemeinde. Er führt beim Pressegespräch über die Baustelle. Der Haupteingang zum an die Kirche angebauten Gemeindehaus wurde mit einer neuen Tür ausgestattet, zudem wird der Zugang barrierefrei gestaltet. Noch gibt es zwei Stufen, künftig soll eine Rampe den Zugang mit Rollator oder Rollstuhl ermöglichen. Die beiden kleinen Toiletten im Eingangsbereich wurden zu einem geräumigen Behinderten-WC zusammengefasst.

Im Gottesdienstraum sind die Bänke mit Folie abgedeckt, ebenso die Orgel auf der Empore. "In der gesamten Kirche wurde die Elektrik erneuert. Im Gottesdienstraum haben die Handwerker die Risse im Putz zugemacht, abschließend werden noch die Wände gestrichen", erläutert Fanselau. Zudem werden die alten Lampen gegen eine neue Beleuchtung auf LED-Basis ausgetauscht. Hinter der Sakristei wird eine ehemalige Nasszelle reaktiviert, dort gibt es künftig eine Toilette und ein Waschbecken.

Den größten Eingriff erfährt der 105 Quadratmeter große Gemeindesaal: Die alte Holzdecke ist entfernt, nun sollen geräuschdämmende Elemente angebracht werden. In diesem Zuge wird auch die Beleuchtung optimiert. Die alten braunen Fliesen sind weg, in Zukunft soll ein Parkettboden den Raum aufwerten.

Der Gemeindesaal wird regelmäßig genutzt für die Konfirmandenarbeit, Frauenkreis und Gospelchor kommen dort ebenso zusammen wie eine Gruppe von LOS (Leben ohne Sucht) Murgtal. Einmal im Monat findet zudem ein Theologiekurs statt, nach dem Gottesdienst gibt es dort Kirchkaffee. Auch der Kindergottesdienst wird im Gemeindesaal abgehalten. Eine faltbare Trennwand soll künftig dafür sorgen, dass die Gottesdienstbesucher weniger von den Kindern mitbekommen, zudem muss im Winter nur ein kleiner Raum beheizt werden, erläutert Fanselau die Vorteile. Die an den Saal anschließende Küche, die einige Jahrzehnte auf dem Buckel hatte, ist ausgebaut, sie wird durch eine neue ersetzt.

Im Untergeschoss befindet sich der Jugendraum, in dem es etwas muffig riecht. Eine neue Entlüftungsanlage soll für bessere Raumverhältnisse sorgen. Aktuell ist der Raum aus brandschutztechnischen Gründen gesperrt, wie Fanselau weiter ausführt. Eine Architektin des Oberkirchenrats habe bei der Besichtigung des Gebäudes festgestellt, dass ein Fluchtweg durch ein größeres Fenster fehlt. Dieses wurde mittlerweile eingebaut, nun fehlen noch die Stufen nach oben. Die Sperrung ist jedoch unerheblich, da es momentan keine Jugendgruppe gibt. "Aktuell sind 20 Konfirmanden für den nächsten Jahrgang angemeldet und wir hoffen, dass wieder eine Jugendgruppe zustande kommt", erklärt Fanselau.

Im Rahmen der Renovierungsarbeiten wurde die alte Ölheizung durch eine Gasheizung ersetzt. "Der Öltank im Boden wurde gereinigt und mit Kalk verfüllt", berichtet der Kirchengemeinderat. Nicht zuletzt wird auch das Gebälk des Glockenstuhls gestrichen, außerdem wird die Steuerung erneuert und so platziert, dass sie den Aufgang zu den Glocken nicht mehr beeinträchtigt. Ergänzend werden die vier Schallläden im Glockenturm durch neue ersetzt, die den Schall besser dämmen.

Schließlich werden auch die Stolperfallen auf dem Weg zur Kirche beseitigt. Hierfür wird der Untergrund frisch gerichtet. Die alten Waschbetonplatten werden gereinigt und erneut verwendet. Wenn alle Arbeiten abgeschlossen sind, kommt die Orgel an die Reihe, die eine größere Wartung erfordert, in deren Zusammenhang die Elektrik erneuert wird. "Nach den Renovierungsmaßnahmen werden unsere Rücklagen aufgebraucht sein", verdeutlicht Harald Fanselau. 40 Prozent der Renovierungskosten übernimmt der Oberkirchenrat, 40 Prozent die Kirchengemeinde und 20 Prozent wurden über ein Darlehen finanziert.

Die evangelische Kirchengemeinde Kuppenheim-Bischweier zählt rund 1 700 Mitglieder. Während der Renovierungsphase findet der Gottesdienst in der Sankt-Annen-Kapelle in Bischweier statt.

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