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Frauenpower in Wintersdorf
Frauenpower in Wintersdorf
31.07.2019 - 06:32 Uhr
Von Gabriele Diebold

Rastatt - Der Wintersdorfer Ortschaftsrat wünscht sich eine reine Frauen-Spitze. Bei der konstituierenden Sitzung votierte das Gremium einstimmig für Daniela Schneider (CDU) als Ortsvorsteherin, Inge Bellan-Payrault (SPD) als erste Stellvertreterin und Alexandra Fritz (Freie Wähler) als zweite Stellvertreterin. Dieser Vorschlag geht an den Gemeinderat. Auch in Wintersdorf hatten die Wahlen im Mai die Parteienlandschaft verändert. Die CDU erreichte vier Mandate und verlor zwei Plätze, SPD und Freie Wähler haben jeweils drei Mandate. Vier Ortschaftsräte waren nicht mehr angetreten.

Ortsvorsteherin Schneider erinnerte zunächst vor dem bisherigen Gremium an die Arbeit der vergangenen fünf Jahre. In 39 Sitzungen wurden unterschiedliche Sichtweisen überwiegend sachlich diskutiert, fasste sie zusammen. Eines der wichtigsten Themen war das Dorfentwicklungskonzept. Mit 100 000 Euro wurden erste Arbeiten erledigt, vornehmlich in und um die Festhalle. Die Dorfstraße war als Problem immer präsent und wird als große Aufgabe auf das nächste Gremium übergehen. Mit dem Bau des Abwassertransportsammlers wurde eine Maßnahme im Millionen-Bereich umgesetzt. Das Ortsbild habe sich verändert. Hier gelte es auch in der Zukunft, den Spagat zwischen Erhalten und Verdichtung zu meistern. Schneider verabschiedete Heiko Dürrschnabel und Gisela Schadt-Walter (beide SPD) aus dem Ortschaftsrat. Dürrschnabel stieg im vergangenen Jahr als Nachrücker ein und war bereits 2012 bis 2014 Mitglied des Rats. Schadt-Walter gehörte dem Gremium in der zurückliegenden Periode an. Ebenfalls nicht mehr dabei ist Andrea Klehr (CDU). Sie sei eine "besonnene und zuverlässige Kollegin" gewesen, bestens vertraut mit den Nöten der Vereinslandschaft.

Auch von einem "Urgestein" verabschiedete sich der Wintersdorfer Ortschaftsrat. Nach 40 Jahren verlässt Alfons Ruf das Gremium. Bei seiner Arbeit, die stets geprägt war von Herzblut, habe er "Himmel und Hölle" in Bewegung gesetzt, wenn er von einer Idee überzeugt war. Eines seiner großen Anliegen war, der Jugend in den Vereinen einen Halt zu geben. Für sie selbst war es eine Herausforderung, die Tätigkeit als Ortsvorsteherin mit zwei Politprofis am Ratstisch, Alfons Ruf und dem früher ausgeschiedenen Peter Fritz, zu beginnen. Ein besonderes Dankeschön für die engagierte Arbeit war die Aufzählung der Eigenschaften von Ruf, entsprechend den Anfangsbuchstaben seines Namens.

OB Hans Jürgen Pütsch zeigte sich überrascht über die hohe Frauenquote im Ortschaftsrat. Von 14 Männern auf der Kandidatenliste wurden vier gewählt, von den elf Frauen kamen sechs in den Rat. Nachdem die "Stimmenkönige", Alfons Ruf und früher Peter Fritz, nicht mehr präsent sind, haben sich die Verhältnisse in der Politik des Dorfes verschoben. Für den Ort bestätigte er, dass man bei der Dorfentwicklung jetzt weiterkommen müsse, mit Schwerpunkt auf der Durchfahrtsstraße.

Dem ausscheidenden Ortschaftsrat Alfons Ruf bestätigte der OB eine "ungebrochene Zielstrebigkeit". Unermüdlich habe er sich eingesetzt, die Dinge auf den Punkt gebracht, auch wenn es wehtat. Geschätzt habe er an Ruf aber auch seinen Humor und die Freude an der Geselligkeit. Pütsch dankte für ein gutes, vertrauensvolles, offenes Gestalten miteinander. Als besondere Auszeichnung überreichte er die Medaille "Große Residenzschlösser in Baden". Nur noch ein weiterer Politiker im Kreis wurde damit geehrt. Als weiteres Zeichen der Wertschätzung verlieh Pütsch einen Majolika-Teller sowie das Verdienstabzeichen des Städtetags in Gold mit Lorbeerkranz.

Alfons Ruf zeigte sich dankbar, dass er so viele Jahre für den Ort arbeiten konnte. Die Politik habe ihn vieles gelehrt, was in seinem Leben hilfreich war. Zwei Themen legte er der Stadt Rastatt zum Abschied ans Herz: Die Gestaltung der Dorfstraße und mehr Flexibilität der Baurechtsbehörden. Er bat um Unterstützung für den neuen Ortschaftsrat bei der Umsetzung des neuen Baugebiets - denn: Es genüge nicht, etwas zu wollen, man müsse es auch tun - so sein Zitat. Mit stehendem Beifall dankten die Anwesenden für den leidenschaftlichen Appell von Ruf und für seine Arbeit.

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