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"Verda wird ihr Zuhause finden"
'Verda wird ihr Zuhause finden'
19.08.2019 - 00:00 Uhr
Von Sarah Gallenberger

Bietigheim - Mit ihren großen Kulleraugen und dem weichen Fell hat die kleine Hündin Verda ihre damals neue Besitzerin Jessica Riegel sofort in ihren Bann gezogen. Aber weil der Welpe schwer krank ist, möchte die frisch gebackene Tiermama sie wieder an den Verein "Kleine Pfoten" zurückgeben - und landet fast in einem Rechtsstreit.





"Irgendwas stimmte nicht", erzählt Jessica Riegel. Etwa drei Wochen, nachdem sie die Hündin abgeholt hat, leidet das Tier unter ständigem Durchfall und Erbrechen. Zwei Ärzte seien von Nebenwirkungen aufgrund von Stresssituationen, wie sie Verda zuvor erfahren musste, ausgegangen. Denn die ersten Wochen ihres Lebens verbrachte sie auf den Straßen Athens, bevor sie schließlich über den Tierverein "Kleine Pfoten" aus Sandhausen vermittelt wurde.

Riegel wurde über die Handelsplattform "eBay Kleinanzeigen" auf den Welpen aufmerksam. Gemeinsam mit zwei ehrenamtlichen Damen wurde ein Termin für eine Wohnungsbesichtigung vereinbart, bei dem sie einen Fragebogen ausgehändigt bekam, der unter anderem ihre derzeitige Lebenssituation beinhaltete. "Danach war die Adoption besiegelt", erzählt Riegel.

Kurze Zeit später wurde die junge Hündin von ihrem neuen Frauchen und Nadja Burgmann, Vorsitzende von "Kleine Pfoten", vom Flughafen abgeholt. Mit dazu gab es ein vorsorgliches Präparat, das gegen sogenannte Giardien eingenommen werden sollte. Dabei handelt es sich um einen Parasiten, der oftmals lebensbedrohliche Folgen hat. Die Tabletten wurden Jessica Riegel übergeben, mehr Infos über mögliche Krankheiten von Tieren aus dem Ausland habe sie nie erhalten. Auf BT-Nachfrage erklärt Nadja Burgmann: Adoptanten bekämen bei der Ankunft des Tieres das Präparat, da eine Erkrankung an der (mit dem Parasiten verbundenen) Mittelmeerkrankheit bei Welpen nicht vollständig ausgeschlossen werden und aussagekräftige Tests erst während des zehnten Lebensmonats durchgeführt werden könnten. Diese Erläuterung sei auch vertraglich festgehalten. "Wir klären unsere Adoptanten ausführlich darüber auf und leiten ihnen Informationen über eventuell nötige Therapiekosten aufgrund dieser Erkrankung weiter", so Burgmann. Sogar zum Abschluss einer OP-Kostenversicherung würde geraten.

Jessica Riegel verneint die Rückfrage jedoch, ob auch sie solche Informationen bekommen habe. Dass Verda krank sei, erfuhr sie erst später. Der Welpe habe nach kurzer Zeit Symptome der Leishmaniose entwickelt - eine Infektionskrankheit, die laut ihres Arzts aus dem Mittelmeerraum komme.

Sofort kontaktierte Riegel Nadja Burgmann und bat sie darum, Verda wieder aufzunehmen. Dies ist zwar möglich, allerdings muss der bisherige Besitzer bestätigen, "dass das Tier zum Zeitpunkt der Abgabe in keiner ärztlichen Behandlung ist" und eine solche auch nicht angeraten ist, heißt es in der Rückgabevereinbarung. Trifft dies dennoch zu, würde der aktuelle Besitzer für die gesundheitlichen Maßnahmen und die damit verbundenen Kosten aufkommen müssen. "Das finde ich eine absolute Frechheit", so Riegel verärgert. Und so erhielt Nadja Burgmann ein Schreiben von Riegels Anwalt. Doch nach dem zweiten Brief aus der Kanzlei entschloss sich die Tierschützerin, den Welpen zurückzunehmen. "Wenn ich nicht so wäre, wie ich bin, hätten wir auch vor Gericht gehen können", so Burgmann. "Uns geht es um unsere Verda. Das Geld dafür haben wir eigentlich gar nicht!" Denn die vertraglich festgehaltenen Kosten, die bei einer Rückgabe fällig werden, habe sie ihrer Vertragspartnerin letztlich auch erspart. Doch das stimme nicht, sagt Riegel auf Nachfrage: "Ich habe 450 Euro für die Kastration gezahlt!"

Letztlich ist sich Nadja Burgmann jedenfalls sicher: "Verda wird ihr Zuhause finden."

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