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Fischerei hat in Au am Rhein lange Tradition
Fischerei hat in Au am Rhein lange Tradition
22.08.2019 - 00:00 Uhr
Au am Rhein (HH) - Gefischt hat man in Au am Rhein schon immer, davon kann man wohl ausgehen. Mit dem Rückgang der Berufsfischerei ging ein wachsendes Interesse an der Freizeitfischerei einher, die einerseits zur Selbstversorgung betrieben wird, aber auch als Naturerlebnis immer mehr an Bedeutung gewann. Eine organisierte Struktur bekam die private Hobbyfischerei mit der Gründung des Angelsportvereins (ASV) vor 50 Jahren.


Unter den vier Institutionen, die dieses Jahr in Au am Rhein Jubiläen feiern, kommt dem ASV somit die Juniorrolle zu. Mit fünf Jahrzehnten ist er halb so alt wie der Turnverein und der Sportverein. Man schrieb den 27. September 1969, als sich auf Anregung von Eberhard Ernst 33 Gleichgesinnte trafen, um den Angelsportverein aus der Taufe zu heben. Sie gaben ihm den Namen "Goldener Haken". Genau zwei Monate später erhielt er mit der Eintragung ins Vereinsregister den amtlichen Segen. Der Initiator lebt nicht mehr. Einige seiner damaligen Mitstreiter sind bis heute im Verein aktiv, wie auf Nachfrage vom heutigen zweiten Vorsitzenden Marco Ratzer zu erfahren war. Erster Vorsitzender ist Dietmar Huditz.

Erstes Revier in der Kiesgrube

Gleich nach der Gründung konnte als erstes Anglerrevier die Kiesgrube "Hohenäcker" gepachtet werden. Im Dezember des gleichen Jahres kam der nördliche "Blaisen" dazu. Schon im Juni 1970 wurde auf dem Festplatz bei der damaligen Turnhalle in der Jahnstraße ein Fischerfest veranstaltet. Im November 1972 wurden erste auswärtige Interessenten in den Verein aufgenommen, die Mitgliederzahl wurde dreistellig und stieg binnen kurzer Zeit auf 110. Derzeit zählt der Verein rund 440 aktive Mitglieder, davon etwa 30 Jugendliche und rund 100 passive Unterstützer.

Er war noch keine zehn Jahre alt, als er die Bauanfrage für das heutige Vereinsheim in der Waldstraße, direkt am Blaisen gelegen, einreichte. Die Verwirklichung des Vorhabens sollte aber dauern.

Gewässer erfordern hohen Pflegeaufwand

Ebenfalls 1977 schloss man sich der Bildung einer Pachtgemeinschaft mit Nachbarvereinen an. Seit einer 2014 erfolgten Änderung dürfen Mitglieder des "Goldenen Haken" von Plittersdorf bis Neuburgweier am Rhein fischen. Neben zwei Teichen am Blaisen und der alten Kiesgrube gehören der ehemalige Baggersee im Auewald und das Seichblümelloch unterhalb der Fähre bei Neuburgweier zu den Fanggründen des ASV.

Die Nutzung der Gewässer setzt deren Pflege voraus, die alljährlich mit viel Aufwand betrieben wird. Zum Beispiel muss der Verkrautung im Untergrund mit einer Art Unterwasserrasenmäher Einhalt geboten werden. Zum prallen Arbeitspensum der Petrijünger gehören ferner diverse Naturschutzaktionen.

Der Traum vom Eigenheim erfüllte sich für den Verein erst zehn Jahre nach dem ersten Anlauf. Am 3. Dezember 1988 konnte endlich das schmucke Haus am Blaisen eingeweiht werden, das seither das Domizil der Fischer ist. Mit einem Anbau wurden 2005 Räume für Verwaltung und Gerätschaften geschaffen. Den größten Teil des Gebäudes nimmt die Vereinsgaststätte ein, für die nach erfolgter Renovierung derzeit ein Pächter gesucht wird.

Vor 25 Jahren wurde auf dem Gelände am Blaisen mit einem Fischerfest das 25-jährige Bestehen des Vereins gefeiert. Die Zeit großer aufwendiger Feste, die einstmals Besuchermagnete mit weitem Einzugsradius waren, ist Vergangenheit. Vor drei Jahren wurde mit dem ersten "Fischerhock" am gleichen Ort auf den Wandel des Zeitgeists reagiert. Am kommenden Wochenende erlebt die erfolgreich eingeführten Veranstaltungsform ihre vierte Auflage.

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