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Lebensraum für den Moorfrosch
23.08.2019 - 00:00 Uhr
Iffezheim (mak) - Die Iffezheimer Kies- und Edelsplittwerks Max Kern GmbH & Co. KG (IKE) steht im Zusammenhang mit dem Rohstoffabbau immer wieder in der öffentlichen Kritik. "Kiesabbau geht nicht ohne einen sorgsamen Umgang mit der Natur", betont IKE-Geschäftsführer Thorsten Volkmer. Um zu zeigen, welchen Stellenwert der Naturschutz genießt, hat das Unternehmen nun im Gewann "Allmendteiler" freiwillig drei Tümpel für den Moorfrosch angelegt.

Das Iffezheimer Kieswerk verpflichtete sich im August 2016 in einem Vertrag mit dem Regierungspräsidium und dem Landratsamt, für streng geschützte Arten neue Lebensräume zu schaffen. Im Gewann "Jägerkopf", der südlich des Kieswerks liegt, wurden zwei der in der Region vom Aussterben bedrohten Moorfrösche entdeckt. Im Gewann "Allmendteiler " gibt es noch eine Population mit hochgerechnet 40 Exemplaren. Es handle sich um das einzige bedeutende Vorkommen in der Region, erläutert Volkmer. Dieser Bereich steht nicht in Zusammenhang mit dem Rohstoffabbau, deshalb kann sich die IKE Schutzmaßnahmen für den Moorfrosch nicht als Ausgleich für künftige Abbaggerungen anrechnen lassen. Dennoch war die IKE bereit, rund 150 000 Euro in die Hand zu nehmen

Von der Planung bis zur Umsetzung des Moorfrosch-Projekts gab es bezüglich behördlicher Anforderungen und Auflagen einiges zu tun: Nach der Vereinbarung mit dem Regierungspräsidium und dem Landratsamt stellte Volkmer das Vorhaben dem Iffezheimer Gemeinderat und der Initiativgruppe Naturschutz Iffezheim (INI) vor, die das Projekt mit Zusatzvorschlägen unterstützt hat. Im Februar 2017 wurde das Gelände nivelliert, im April stellte Volkmer das Vorhaben dem NABU vor.

Es folgten weitere Abstimmungen mit dem RP und der INI, Mitte November 2018 machte das Landratsamt unerwartete Zusatzauflagen bezüglich des abzubaggernden Bodens für die drei Flachgewässer: "Der Aufwand war nun deutlich höher, da wir rund 3 000 Tonnen Boden auf Deponien bringen mussten, den wir ursprünglich im Randbereich des Geländes verbauen wollten", berichtet der Diplom-Ingenieur für Steine und Erden.

Außerdem mussten zusätzlich die Zufahrtswege zum Gelände entsprechend hergerichtet werden. Mitte Dezember 2018 erteilte das Landratsamt die naturschutzfachliche Genehmigung, Mitte Januar konnten die Bagger anrollen, die Ende Februar mit dem Aushub fertig waren. Mittlerweile haben sich die Vertiefungen mit Wasser gefüllt, beim Vor-Ort-Termin hüpften zahlreiche kleine Frösche umher.

Die betreffende Wiese gehört der Gemeinde, die Initiative Naturschutz Iffezheim (INI) hat dort bereits vor über 20 Jahren mehrere Gewässer für Amphibien angelegt: "Wir wollten für Frösche, Kröten, Molche und auch die Ringelnatter gute Lebensbedingungen schaffen", erläutert Johannes Godbarsen von der INI. Die in diesem Bereich verlandete Schlut wurde teilweise ausgebaggert, damit dort immer etwas Wasser steht. Der Moorfrosch benötige das Wasser zum Laichen, ansonsten bevorzuge er feuchte Bereiche wie Senken oder Waldränder, führt Godbarsen im BT-Gespräch weiter aus.

Abschließend wurden die Randbereiche der Schlut mit heimischen Hecken bepflanzt, die Junge Union habe damals die INI unterstützt, blickt Godbarsen zurück. Auf Bestreben des damaligen Gemeindeförsters Johann Werner seien die Schlut und die angrenzende Wiese als flächenhaftes Naturdenkmal vom Regierungspräsidium Karlsruhe anerkannt worden, erläutert der Naturschützer.

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