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Von der Zentaurin zur Chefin
24.08.2019 - 00:00 Uhr
Von Marvin Lauser

Rastatt - Hero Merkel bedient sich der griechischen Mythologie, wenn sie über einen wichtigen Moment in ihrem Leben spricht: "Ich habe mich gefühlt wie eine Zentaurin, wenn ich auf Achado geritten bin. Das Pferd hat mir quasi seine Beine geschenkt ", sagt die heute 23-Jährige über eine schwere Phase der Krankheit, die sie als Teenager durchleben musste.

Achado ist das Pferd ihrer Mutter, mit dem die Rastatter Pferdetrainerin auch heute noch zusammenarbeitet. Als 13-Jährige war die sympathische, stets lächelnde junge Frau schwer krank, konnte nur mithilfe eines Rollators gehen. Grund war eine Zöliakie, eine Glutenunverträglichkeit, die den Darm - und in Merkels Fall - auch die Nervenbahnen in den Beinen geschädigt hat.

Durch die schwere Zeit geholfen hat ihr das Reiten: "Anfangs auf Therapiepferden und, als es mir besser ging, auf Achado", sagt sie. Es sei beängstigend gewesen, nicht laufen zu können, aber "solange ich reiten kann, muss ich nicht laufen können", hat sie sich als 13-Jährige gedacht, erzählt Merkel. Seit Jahren geht es ihr besser, sie muss sich aber immer noch regelmäßig Vitamin-B 12-Präparate spritzen, schildert die junge Frau.

Pferde sind ihr Leben und ein Fulltime-Job: Bereits kurz nach ihrer Geburt, mit gerade einmal zwei Wochen, hat Heros Mutter Uta Hirt-Merkel, die Kleine das erste Mal auf ein Pferd gesetzt. Merkel findet es "fast klischeehaft", dass sie - wie viele andere Mädchen auch - als Teenager geritten ist und von einem eigenen Pferd geträumt hat. Ihre Eltern haben ihr mit dem Hengst Choco, so nennt sie ihr liebstes Pferd, diesen Traum erfüllt. Folgenden Unterschied stellt sie aber heraus: "Die anderen kamen ein oder zwei Mal die Woche in den Stall, wenn Sie eine Reitstunde hatten. Ich war aber jeden Nachmittag auf der Fohlenweide". Die anderen hätten irgendwann mit dem Reiten aufgehört, Merkel hat ihr Hobby zum Beruf gemacht.

Sie arbeitet als Pferdetrainerin, hat schon an mehreren TV-Produktionen und in einem Märchenfilm mitgewirkt. "Mein Arbeitstag ist nie gleich", sagt sie. Zehn Pferde nennt sie mittlerweile ihr eigen. Achado und Choco gehören nach wie vor zur Familie.

Seit Mai dieses Jahres lebt Merkel ihren Traum. Im elsässischen Châtenois, am Fuße der Vogesen, hat sie mit "Horses and Heroes" ihre eigene Pferdeshow. Außer an Montagen führen sie und ihr elfköpfiges Künstlerteam zwei Shows pro Tag auf. Eine Comedyshow, die sich eher an Kinder richtet, und eine Rittershow, die mit Lanzenbrechen und Showkämpfen ans Mittelalter erinnern soll. Freitags und samstags spielt das Ensemble zusätzlich noch eine Abendshow mit Pyro-Effekten und LED-Lichtern. Alle Shows sind zweisprachig, gesprochen wird Deutsch und Französisch. Merkel spricht fließend Französisch. Seit sie 15, 16 Jahre alt ist, so genau weiß sie das nicht mehr, lebt sie gemeinsam mit ihren Eltern in Leutenheim im Elsass. Ein sechs Hektar großes Areal mit Koppeln finden ihre Pferde, Ponys, Katzen und Hunde dort vor. 2017 hat sie neun Monate in Paris gelebt und dort als Künstlerin gearbeitet. Dort hat Merkel auch die ersten Stunts gemacht. Trick Riding nennt man die Kunstform, die elementarer Bestandteil ihres Bühnenprogramms ist.

Da ihre Premierensaison in Châtenois noch bis 29. September geht, lebt Merkel zurzeit in einem Wohnwagen auf dem Gelände des Pferdesportzentrums "Ecurie de l' Ortenbourg", auf dem ihre Pferdeshow ausgetragen wird. Das sei ihre eigene kleine Welt, hier fehlt es an ihr an nichts. "Ich tue alles, was ich kann, damit die Show gut wird", sagt Merkel und ergänzt: "Wenn ich meine Pferde für kurze Zeit verlassen muss, habe ich immer ein ungutes Gefühl."

www.horses-and-heroes.de

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