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Mit Willi Wachsam sicher zur Schule laufen
Mit Willi Wachsam sicher zur Schule laufen
29.08.2019 - 00:00 Uhr
Ötigheim (as) - Ein freundlich lächelnder grüner Drache mit Tell-Apfel auf dem Kopf steht in Ötigheim für ein kreisweit einzigartiges Projekt, das Eltern dazu bewegen soll, Erst- und Zweitklässler auf sicheren Wegen gemeinsam zur Grundschule laufen zu lassen: Willi Wachsam. Mit Beginn des neuen Schuljahrs soll das vom Gemeinderat bewilligte Schulwegkonzept anlaufen, das Kinder mit Hilfe eines Belohnungssystems zum Laufen bewegen und damit die berüchtigten Elterntaxis ausbremsen soll.

Wie kam es zu der Aktion?

Seit Jahren brodelt das Thema bei Elternabenden, weil es durch den Bringverkehr ein allmorgendliches Verkehrschaos vor der Grundschule gibt, berichtet Melanie Smiejkowski, stellvertretende Elternbeiratsvorsitzende. Es gab bereits Versuche mit Eltern als Schullotsen, die die "Elterntaxis" aus dem absoluten Halteverbot verscheucht haben, um dadurch entstehende gefährliche Situationen zu entschärfen, erzählt sie. Reaktionen: Motzerei und Unverständnis. Im Rahmen der Schulwegplanung sollte ein neues Konzept her, das ein Arbeitskreis aus Ehrenamtlichen zusammen mit dem Verkehrsplanungsbüro Modus Consult erarbeitet hat.

Wie funktioniert das Konzept?

Vier sogenannte Elternhaltestellen wurden in allen vier Himmelsrichtungen des Orts mit Willi-Wachsam-Schildern bestückt. Dort können Grundschulkinder sich treffen und gemeinsam weitgehend gefahrlos den restlichen Weg zur Grundschule laufen, so die Idee. Die Wegstrecke dauert von dort jeweils maximal fünf Minuten. Das ist für die gedacht, deren Schulweg sonst zu weit wäre und die die Eltern dort absetzen können. Die empfohlenen Schulwege sind nicht immer die kürzesten, in jedem Fall aber die sichersten, die auch mit Kreisverkehrswacht und Polizei geprüft worden sind.

Für wen gibt es Willi Wachsam?

Für alle Erst- und Zweitklässler der Ötigheimer Grundschule. Ihnen soll mit einem Belohnungssystem Lust aufs Laufen in die Schule gemacht werden. Wer gelaufen ist, kann das auf einem großen Plakat in der Klasse, auf dem Smiejkowski bei einem Klassenbesuch alle Namen eintragen wird, mit Willi-Wachsam-Stickern dokumentieren. Geklebt wird jeden Morgen im Klassenzimmer. Nach einem halben Jahr wird Bilanz gezogen und für die fleißigsten Läufer gibt es ein Willi-Wachsam-Gebäck zur Belohnung. Das System setzt auf die Ehrlichkeit und die gegenseitige Kontrolle der Kinder. Es soll vor allem einen Anreiz für die Kinder schaffen, die sich dann im Wettbewerb zu den Klassenkameraden sehen und Druck auf die Eltern ausüben, auch laufen zu wollen.

Wie erfolgversprechend ist das Konzept?

Die Idee hat Ötigheim in der Gemeinde Bodelshausen abgeguckt. Dort gibt es seit neun Jahren erfolgreich den Schulwege-Tiger. Die Erfahrung laut Bürgermeister Frank Kiefer: 80 Prozent der Grundschüler laufen den Schulweg. In Ötigheim sind alle Verantwortlichen gespannt, ob das Konzept angenommen wird. Sie verweisen auf die positiven Aspekte des Laufens: Bewegung an der frischen Luft, man komme wach in die Schule, Anspannung wird abgebaut, das Immunsystem gestärkt, die Kindern erfahren die Natur und gewinnen mehr Sicherheit im Straßenverkehr. "Vertrauen Sie den Kindern", wirbt FWG-Gemeinderätin Rosalia Burkart für die Aktion. Zunächst wird nun bei der Einschulung, bei den Elternabenden und im Rahmen einer Bedarfsumfrage zu Kindergartenplätzen informiert und die Flyer verteilt. Nach einem Jahr soll Bilanz gezogen werden. Vorstellbar ist für die Verantwortlichen auch, das Konzept auf Kindergartenkinder auszudehnen. Doch das ist noch Zukunftsmusik.

Ist die Aktion nur für den Hinweg gedacht?

Nein. "Da aber durch die verlässliche Grundschule alle Erst- und Zweitklässler zur selben Zeit in der Schule sein müssen, ist dann gewährleistet, dass niemand alleine laufen muss", erklärt Hauptamtsleiterin Eva Kühn. Nach den Erfahrungen aus Bodelshausen wisse man aber, dass viele Kinder dann auch den Rückweg laufen oder an den Haltestellen wieder abgeholt werden.

Könnte Willi Wachsam Vorbild für weitere Aktionen im Landkreis sein?

"Das Interesse ist jedenfalls enorm", berichtet Bürgermeister Frank Kiefer von zahlreichen Anfragen aus anderen Kreisgemeinden infolge der Zeitungsberichte nach der Ratssitzung. Kein Wunder: Das Thema brennt vielen Schulleitern, Bürgermeistern, Polizei und Eltern auf den Nägeln.

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