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"Manchmal heikel, aber immer spannend"
13.09.2019 - 00:00 Uhr
Rastatt (sl) - Seit fast 30 Jahren ist Bertold Föry ehrenamtlicher Ortsvorsteher von Rauental. Diese Ära neigt sich nun ihrem Ende zu. Wenn der Rastatter Gemeinderat am Montag seinen designierten Nachfolger Thorsten Ackermann wählt, ist im selben Moment auch Förys Amtszeit zu Ende. Damit ist für den 66-Jährigen auch Schluss mit vielen offiziellen Verpflichtungen und er hat mehr Zeit für sich und seine Familie. Einen Termin gibt es allerdings noch: Am 11. Oktober, 19 Uhr, findet in der Rauentaler Oberwaldhalle der offizielle Abschied statt, dazu sind auch alle Rauentaler willkommen.



Bei der Gelegenheit kann Föry die Spitzen der Stadtverwaltung, die sicher auch zugegen sein werden, noch einmal dezent auf einige Rauentaler Anliegen hinweisen, die auch ihm auf den Nägeln brennen: Die Sanierung der Sanitäranlagen in der Oberwaldhalle, die Neugestaltung der Hauptstraße und mittelfristig auch den Ausbau der Grundschule mit Kindergarten, Jugend- und Seniorenräumen. Im Dorfentwicklungskonzept, laut Föry eine wichtige Weichenstellung für die Zukunft Rauentals, "die ich schon lange als dringlich angesehen habe", sind diese Punkte bereits enthalten. Und wenn es irgendwann wieder einen Bäcker im Ort gäbe, wäre Föry glücklich.

Weit länger ist allerdings die Liste der Dinge, die in Förys Amtszeit das Dorf in seiner Entwicklung schon vorangebracht haben: Zum Beispiel die Erweiterung des Kindergartens und der Umbau der Federbach- und Brunnenstraße zum verkehrsberuhigten Bereich. Als erster Stadtteil hatte Rauental Tempo 30 auf allen Ortsstraßen ausgewiesen, das macht Föry heute noch stolz. Zwei Baugebiete wurden erschlossen, ein drittes im Vogelsand ist auf den Weg gebracht. In der Hauptstraße wurden zwei ältere Anwesen gekauft, um dort Wohnformen für Senioren zu entwickeln. Der Friedhof und die Ortseingänge wurden ebenfalls neu gestaltet.

"Ich habe mich immer als Vertreter der Rauentaler Interessen gefühlt und auch so gehandelt", betont Föry. Gleichzeitig habe er die Belange der Gesamtstadt Rastatt im Blick gehabt. Beispiel: Das geplante Edeka-Zentrallager auf Rauentaler Gemarkung, das im Ort nicht auf großen Jubel stieß, aber dennoch notwendig ist, wie Föry findet. Auch den geplanten Ausbau der Autobahnauffahrt zum Vollkleeblatt sieht er für Rauental eher als Chance. In Sachen Lärmschutz könne so noch mehr erreicht werden und der Durchgangsverkehr könnte sogar weniger werden.

"Sachpolitik vor Parteipolitik", ist das Credo des Pragmatikers - und den Fraktionen des Ortschaftsrats ist er dankbar, dass man das dort stets auch so sah. Viel Erfahrung in kommunalen Gremien hat er sowieso: Seit 1980 saß er im Rauentaler Ortschaftsrat, seit 1989 im Gemeinderat. Bis vor drei Jahren leitete er als Amtsrat die Verwaltung des Gesundheitsamts in Rastatt.

Dass man sich als Ortsvorsteher schnell mal auf der Position "zwischen allen Stühlen" wiederfinden kann, bestätigt der erfahrene Kommunalpolitiker schmunzelnd: "Es war manchmal heikel, aber immer spannend." Sehr viel Spaß und Freude habe ihm das Amt gemacht, auch wenn es mal Ärger gab. "Das Positive hat eindeutig überwogen." Und warum hört Föry dann überhaupt auf? Schon bei der Kommunalwahl im Mai kandidierte er nicht mehr. "Am Ende der neuen Wahlperiode wäre ich über 70", begründet er die Entscheidung. Und man solle nicht so lange warten, bis die Leute sagen: Nun wird es aber auch wirklich Zeit.

Ein bisschen Wehmut kommt trotzdem auf, ganz besonders wenn Föry an den Abschied von den Mitarbeitern im Rauentaler Rathaus denkt: "Das ist schon eine ganz tolle Mannschaft", ist der Chef stolz auf sein Team. Genauso übrigens wie auf die funktionierende Dorfgemeinschaft im Ort, für die auch die Vereine einen großen Beitrag leisteten. Am sonntäglichen Stammtisch - eine Einrichtung, die Föry jedem Dorf wünscht - wird er weiterhin Platz nehmen.

Das wird ihm seine Frau Johanna wohl erlauben, die "oft zu kurz gekommen ist", wie Föry zugibt. Ihretwegen zog es den gebürtigen Niederbühler einst nach Rauental. "Ohne ihre Unterstützung hätte ich das nie so lange machen können", ist er dankbar. Föry ist stolzer Vater einer erwachsenen Tochter und zweifacher Opa. Mit den Enkeln möchte er noch viel unternehmen. Drei Generationen wohnen unter einem Dach. "Ich bin einfach Familienmensch", sagt er und freut sich schon, dass er bald viel mehr Zeit mit seinen Lieben verbringen kann.

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