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Zeichen gegen Wegwerfmentalität
17.09.2019 - 00:00 Uhr
Au am Rhein/Elchesheim-Illingen (hr/red) - Den Rhein von der Quelle bis zur Mündung von Müll zu befreien und damit ein Zeichen gegen das achtlose oder sogar vorsätzliche Wegwerfen von Abfällen in die Landschaft zu setzen, war Ziel der zweiten europaweiten Aktion "Rhine-Clean-Up". Erstmals beteiligten sich Au am Rhein und Rheinstetten gemeinsam an der Aktion - mehr als 80 Helfer, darunter viele Familien mit Kindern, beteiligten sich. Einem Aufruf des Paddelclubs Illingen waren weitere 40 Helfer gefolgt, wie der Verein mitteilte.

"Da wir noch mitten in der Vegetation sind - üblicherweise machen wir unsere Putzaktionen in der vegetationsfreien Zeit - und der Boden noch mit üppigen Grün bedeckt ist, müssen Sie etwas mehr in das Unterholz gehen", forderte Martin Reuter, Sachgebietsleiter Tiefbau und Umwelt der Stadt Rheinstetten, auf, auch unter den Bodendeckern nach Dosen, Flaschen und Plastiktüten zu schauen. "Zum Glück haben wir alle lange Hosen an", ergänzte Veronika Laukart, Bürgermeisterin von Au am Rhein. Von der Stadt Rheinstetten mit Handschuhen (auch in Kindergrößen), Greifzangen und Sammelbeuteln ausgerüstet, stürmten die großen und kleinen Helfer zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Auto los, um das Rheinufer, die Rheinauen und die begleitenden Fahrbahnränder von Au am Rhein bis Rheinstetten und rund um den Fermasee vom Unrat zu befreien.

"Auf den ersten Blick sieht es gar nicht so schlecht aus, wenn man aber in Wurfweite vom Autoparkplatz aus ins Unterholz geht und unter dem Gebüsch nachschaut, findet man ziemlich viel", ärgerte sich Juliana Wunderlich, die mit ihrer Tochter Laura in kürzester Zeit im Gebüsch neben geparkten Autos mehr als 20 leere Weinflaschen und Plastiktüten einsammelte. Es scheint auch ein Hobby zu sein, kleine leere Flaschen aus dem Autofenster zu werfen, berichtete ein weiterer Helfer, der links und rechts der Straße zwischen Au am Rhein und Rheinstetten über 60 kleine Schnapsflaschen einsammelte.

Neben viel Treibgut wurden unter anderem Autoreifen, ein Auspuff, eine defekte Fischreuse, ein Fischernetz, eine Schreibtischlampe, ein Tisch, ein Drehstuhl, zwei Säcke mit Styropor, Getränkedosen, Spraydosen und Tapetenabfälle sowie jede Menge Verpackungen und unzählbare Zigarettenkippen von den fleißigen Händen aufgesammelt. Mit Blick auf den von Au am Rhein bereitgestellten fast ganz gefüllten Abfallcontainer zeigte Reuter wenig Verständnis für die Wegwerfmentalität der Freizeitsuchenden und Hobbyhandwerker. Insgesamt war Laukart mit der Aktion sehr zufrieden. Sie kündigte an, die Putzaktion im Frühjahr zu wiederholen.

Die nächste "Rhine-Clean-Up-Aktion" sollte entweder Anfang November oder im Frühjahr stattfinden, bevor die Vegetation ausschlägt, empfahlen die kommunalen Organisatoren den Veranstaltern der Aktion, an der sich in sechs Ländern am Samstag bei 189 Aktionen fast 13 000 Menschen beteiligten.

Auch in Elchesheim-Illingen w urde fleißig Unrat gesammelt. Mitglieder des Angelsportvereins Elchesheim-Illingen und des Paddelclubs Illingen schritten dort mit 40 Engagierten im Alter zwischen vier und 82 Jahren zur Tat, heißt es in einer Mitteilung des Paddelclubs. Mitgebrachte Anhänger und ein Traktor des Jahrgangs 1957 mit Leiterwagen unterstützten die Logistik. Die Mitstreiter verteilten sich über das Gebiet rund um Goldkanal, Altrhein und Illinger Baggersee und wurden fündig: Autoreifen, Betonklötze, Zäune, Eisenstangen, Unmengen an Glas- und Plastikflaschen nebst Kronkorken, Gutslepapiere und Zigarettenkippen. Spätestens bei den gedankenlos weggeworfenen Papiertaschentüchern, Feuchttüchern und gebrauchten Windeln waren alle froh um ihre Handschuhe.

Der von der Gemeinde Elchesheim-Illingen aufgestellte Müllcontainer war bereits zur Mittagszeit gefüllt. Metallfunde kamen auf einen separaten Anhänger für die Wertstoffsammlung.

Einig waren sich Vorstände und Sammler auch in Elchesheim-Illingen laut der Pressemitteilung, dass die gelungene Kooperation nicht die letzte sein sollte. Zu einer späteren Jahreszeit, wenn die Vegetation nicht mehr so üppig ist, oder nach einem Winterhochwasser, würde man sicher noch mehr Unrat finden. Besonders erfreulich sei, dass sehr viele Jugendliche tatkräftig mitgeholfen haben.

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