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Streitthema Radwegeverbindung
Streitthema Radwegeverbindung
20.09.2019 - 00:00 Uhr
Durmersheim (HH) - Unter der Bezeichnung "Einzelhandel Nord" hat der Gemeinderat am 22. Mai die Aufstellung eines Bebauungsplanes eingeleitet. Ziel ist es, Erweiterungsvorhaben der bestehenden Geschäfte von Lidl und Edeka-Huck in der Karlsruher Straße zu ermöglichen.

In der ersten Sitzung des Gemeinderats nach der Sommerpause wurde am Mittwoch nun von Hagen Hartmann vom Büro Schöffler der Planentwurf vorgelegt. In der Beratung stellte sich heraus, dass zur Erfüllung der Unternehmenswünsche die Verkehrsanbindung geändert werden soll. Der Parkplatz von Lidl soll eine direkte Zufahrt von der Hauptstraße erhalten. Dafür müssten ein paar Bäume gefällt werden.

Die derzeitige Verbindung über die Karlsruher Straße soll aufgegeben werden. Die nicht mehr benötigte Straßenfläche will man zur Vergrößerung der Parkplätze an die Firmen verkaufen. Lidl wolle schon seit Jahren seine Verkaufsfläche von derzeit etwa 800 auf 1 000 Quadratmeter ausdehnen, berichtete Bürgermeister Andreas Augustin.

Die Erweiterung werde ausschließlich durch Innenumbauten bewerkstelligt, indem etwa das Lager verkleinert werde. Das Gebäude werde sich äußerlich nicht verändern, beschrieb Augustin das Grundkonzept.

Edeka habe sich in der Vergangenheit kaum geregt. Seit aber bekannt wurde, dass im Süden Durmersheims ein Rewe-Supermarkt angesiedelt werden soll (wir berichteten) sei eine "Mordsdynamik" entstanden, erklärte Augustin.

Hartmann zufolge will Edeka seinen Supermarkt mit dem momentan noch separaten Getränkemarkt baulich verbinden und die Verkaufsfläche von zusammen 1 450 auf 1 600 Quadratmeter vergrößern. Der Bebauungsplan soll im beschleunigten Verfahren zur Genehmigung geführt werden. In den Geltungsbereich sind die den Märkten gegenüberliegenden Häuserzeilen an der Mühlburger Straße und der Straße Im Eck einbezogen worden, um den Lärmschutz zu regeln, wie es im Mai hieß.

Wie Augustin am Mittwoch betonte, sei der jetzt präsentierte Planentwurf "mit heißer Nadel gestrickt" worden, um vor allem den schon lange gehegten Erweiterungsabsichten von Lidl baldmöglichst entsprechen zu können. Offensichtlich mit "zu heißer Nadel", beklagte der FWG-Fraktionsvorsitzende Jürgen Kniehl, dass mit dem Wegfall des Teilstücks der Karlsruher Straße in der Planung auch die dortige Radwegverbindung "weggebrannt" worden sei. Das sei "nicht akzeptabel", meldete die FWG Widerstand an. Es könne nicht sein, dass Radfahrer künftig um die Märkte herumgelenkt werden sollten.

Dieses Problem sei "im Augenblick nicht lösbar", bestätigte Augustin das beschriebene Dilemma. Die Alternative wäre, die Karlsruher Straße bestehen zu lassen. Andererseits findet Bürgermeister Augustin, dass der Radweg auf die Ostseite der Hauptstraße gelegt werden könnte. Über die Hansjakobstraße nach Norden wäre eine gute Verbindung, meinte das Ortsoberhaupt. "Nicht vorstellbar" protestierte Josef Tritsch (SPD) und verlangte für die Radwegführung "dringend eine saubere Lösung".

Auch für Ralf Scherer (FWG) war dieses Thema von gewichtiger Bedeutung. Zwischen Pilgerstraße und nördlichem Ortsende brauche es eine "durchgängige Achse", die West- und Osthälfte des Bereichs bediene.

Die vorgelegte Planung würde Radfahrern eine sichere Verbindung nehmen. Bürgermeister Augustin bekundete, dass er dennoch "Lidl entgegenkommen" wolle. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Werner Hermann war der Überzeugung, dass die neue Marktzufahrt eine deutliche Verbesserung bringen würde. Die Märkte müssten zukunftsfähig werden.

Norbert Tritsch (FWG) dagegen bezweifelte die Funktionsfähigkeit einer Anbindung von Lidl an die Hauptstraße. Im Zusammenspiel mit der wenige Meter entfernten Ampelanlage an der Hans-Thoma-Straße könnten Probleme durch Rückstaus entstehen.

Augustin sicherte auf eine Nachfrage von Rolf Enderle zu, im weiteren Verfahrensverlauf wegen des Radwegproblems einen Verkehrsplaner zu konsultieren. Um im Sinne der Firma Lidl voranzukommen, plädierte Augustin für eine Billigung des Planentwurfs in der vorgelegten Fassung. Trotz der Bedenken wurden die Unterlagen mit großer Mehrheit auf den Verfahrensweg geschickt und zur Beteiligung der Öffentlichkeit und Anhörung von Behörden freigegeben.

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