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"Wir streiken, bis ihr handelt"
21.09.2019 - 00:00 Uhr
Von Marvin Lauser

Rastatt - "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut" - diese Parole wurde gestern in vielen großen Städten Deutschlands skandiert. Fridays for Future hatte zum dritten globalen Klimastreik ausgerufen. In Rastatt sind dafür mehr als 1 000 Menschen auf die Straße gegangen.


Am Tulla-Gymnasium zogen 612 Schüler und knapp 50 Lehrer Fahrräder schiebend und Plakate tragend um das Schulgelände; zur Fridays-for-Future-Demonstration vor dem Landratsamt kamen laut Polizei zwischen 350 und 400 und laut den Organisatoren bis zu 500 Menschen, um für den Klimaschutz zu demonstrieren. Eine der Organisatorinnen, die 19-jährige Emma Unser, sagte: "Wir sind alle überwältigt und hätten nicht gedacht, dass so viele Menschen in Rastatt auf die Straße gehen". Auf Plakaten war zum Beispiel zu lesen: "Wir streiken, bis ihr handelt", "Klimaschutz statt Kohleschmutz" und "Sei ein Ehrenmann, rette die Erde, Mann".

Von 11 bis 12 Uhr gab es eine Kundgebung auf dem Kulturplatz, bei der Initiatorin Theresa Gottwald, Vertreter der Ortsgruppe von Fridays for Future (Annabelle Sonn, Jessica Stolzenberger), der Lehrer Simon Hassemer, Kaplan Frederik Reith, Markus Enderle und Ute Kretschmer-Risché sprachen. Gottwald kritisierte in ihrer Rede: "Pro Minute werden weltweit 42 Hektar Wald abgeholzt". Sonn forderte: "Bei endlichen Ressourcen dürfen wir uns keine unendliche Ignoranz mehr leisten!"

Anschließend gab es einen friedlichen Demonstrationszug vom Landratsamt durch den Schlosspark über die Poststraße bis zum Marktplatz. Begleitet von Trillerpfeifen und Trommelrhythmen riefen die Demonstranten - darunter Schüler, Eltern mit Kind, Rentner und Erwerbstätige, die sich extra frei genommen hatten - "Klimawandel ist bescheuert, CO 2 gehört besteuert". Eine Rentnerin sagte: "Ich freue mich, dass endlich auch was in Rastatt passiert und bin sehr glücklich, mitmachen zu können"! Die 18-jährige Sarah Fink ist extra aus Forbach mit der Bahn angereist, um für die Ausrufung des Klimanotstands in Rastatt zu demonstrieren.

Am Tulla-Gymnasium hat man nicht gestreikt, sondern einen Aktionstag ausgerichtet. "Prinzipiell finde ich es gut, wenn sich auch die Schulen mit dem Thema beschäftigen, es hätte aber mehr Symbolcharakter gehabt, wenn wir alle zusammen demonstriert hätten", findet Emma Unser, Pressesprecherin von Fridays for Future Rastatt. Laut Rektorin Andrea Rösch haben sich die Tullaner altersgerecht mit Umwelt- und Klimaschutz auseinandergesetzt. Jede Klasse hat eine Art "Manifest" erstellt, in dem Vorsätze zum Verkleinern des ökologischen Fußabdrucks aufgeführt werden.

Darum geht es auch Dr. Niklas Schurig und Prof. Frank Peters-Klimm, zwei der Organisatoren von "Kuppenheim 4 Future", die damit gerechnet hatten, dass 30 Menschen ihrem Aufruf folgen, auf den Kuppenheimer Friedensplatz zu kommen. Zu der Solidaritätskundgebung gekommen sind gestern Nachmittag etwa 100. Die Initiative möchte ein Netzwerk für interessierte Bürger schaffen. Nächstes Treffen ist am Freitag, 27. September, um 17 Uhr im "Da Rosario" in Kuppenheim. Die Rastatter Gruppe ist heute auf dem Markt und trifft sich am Donnerstag, 26. September, um 18 Uhr im Naturfreundehaus.

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