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"Unfall" an Ölpipeline sorgt für Großeinsatz
'Unfall' an Ölpipeline sorgt für Großeinsatz
23.09.2019 - 00:00 Uhr
Von Heiner Wirbser

Steinmauern - Mit einer vom Landratsamt initiierten groß angelegten Ölwehrübung probten am Samstag die Freiwilligen Wehren von Steinmauern, Ötigheim, Rastatt, Plittersdorf und Wintersdorf zusammen mit dem ABC-Zug Gaggenau das Zusammenspiel im Falle eines Unfalls an der Ölpipeline-Trasse.



Die Übung wurde von Markus König, Brandschutz- und Katastrophenbeauftragter des Landratsamts Rastatt, sehr realitätsbezogen ausgearbeitet, wie rundum zu hören war. Mit dabei war auch der DRK-Ortsverein Plittersdorf. Insgesamt nahmen an der Übung 120 Einsatzkräfte mit 22 Fahrzeugen und Gerätschaften teil.

Angenommen wurde, dass im Bereich der Ölpipeline-Trasse der Fernleitungsbetriebsgesellschaft eine nicht genehmigte Grabung mit einem Bagger stattfand. Dabei beschädigte der Bagger die unter einem Druck von 70 Bar stehende Ölleitung. Eine Fontäne, bei der Öl fein zerstäubt wurde, setzte sich auf einer heißen Auspuffanlage ab und fing Feuer, was eine Explosion zur Folge hatte. Drei Menschen wurden zum Teil schwer verletzt, manche irrten traumatisiert umher. Nun galt es, zuerst die Menschen zu retten und aus der Gefahrenzone zu bringen. Parallel dazu wurden Löschmaßnahmen eingeleitet und Vorbereitungen getroffen, um das Leck abzudichten.

Um die Schäden an der Umwelt einzudämmen, bauten die Wehren an der Murg, am Riedkanal und am Goldkanal Ölsperren auf. Inzwischen war der ABC-Zug aus Gaggenau alarmiert worden, der die Kontaminierung und Schadstoffbelastung durch das ausströmende Öl auch in der Luft ermittelte, um den Schadensfall einschätzen zu können.

Leiter der gesamten Übungseinheit war Heiko Jung von der Freiwilligen Feuerwehr Steinmauern, der mit großer Umsicht und dem notwendigen Überblick jederzeit die Fäden in der Hand behielt, wie Kreisbrandmeister Heiko Schäfer, Umweltamtsleiter Sébastien Oser und Wolfgang Hennegriff würdigten. Durch das schnelle und beherzte Eingreifen der Wehr waren bereits nach 20 Minuten die "Verletzten" gerettet. Die Aufteilung der Brandbekämpfung in mehrere Abschnitte durch die einzelnen Wehren erwies sich als sehr vorteilhaft, da die Aufgaben sinnvoll koordiniert werden konnten. Schnell wurde klar, dass die Wassermengen in den Tanklastzügen für die Brandbekämpfung bei Weitem nicht ausreichten. Es musste eine 500 Meter lange Wasserversorgungsleitung von Steinmauern her aufgebaut werden. Hier zeigte sich, dass die Hydranten nicht die notwendige Wassermenge zur Verfügung stellen konnten. Im Hinblick auf einen Ernstfall muss darüber nachgedacht werden, wie diese Schwachstelle behoben werden kann. Die Helfer des ABC-Zugs drangen in ihren Schutzanzügen bis an die Leckstelle vor, um Bilder zu erstellen, die ein weiteres Vorgehen der Abdichtungsmaßnahmen erleichtern können.

Insgesamt zeigte die Übung, die von Kreisbrandmeister Schäfer für die Zuschauer erläutert wurde, dass sie außerordentlich aufschlussreich und wichtig war. Insbesondere sei die Verständigung unter den Wehren, ABC-Zug, DRK-Helfern, Polizei, Wasserschutzpolizei und Umweltamt außerordentlich gut gewesen, was nicht zuletzt an den klaren Anweisungen des Übungsleiters und seinen Helfern lag.

Die Mammutübung wurde von allen Bürgermeistern und Beobachtern, der Wasserschutzpolizei und den Verantwortlichen der Fernleitungsbetriebsgesellschaft gelobt. Angesichts des Gefahrenpotenzials, das im Zusammenspiel von Öl- und Gas und der Hochspannungsleitung besteht, will man solche Übungen im jährlichen Rhythmus durchführen.

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