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Daimler legt Expansionspläne auf Eis
Daimler legt Expansionspläne auf Eis
25.09.2019 - 00:00 Uhr
Rastatt (ema) - Der Autobauer Daimler beugt sich dem wirtschaftlichen Druck und legt seine Expansionspläne für das Rastatter Werk vorerst auf Eis. Bis auf Weiteres setzt das Unternehmen auf Nachverdichtung auf dem Werksgelände, um den Boden für die Produktion von Elektroautos zu bereiten.

Werkleiter Thomas Geier und OB Hans Jürgen Pütsch informierten gestern die Presse über die Kehrtwende, nachdem am Abend zuvor der Gemeinderat in einer außerordentlichen Sitzung auf den neuesten Stand gebracht worden war. Kernbotschaft: Daimler verfolgt vorerst nicht mehr die Pläne, den Industriepark in den Süden (Rastatter Bruch, Ottersdorfer Straße) zu verlagern und im Südosten (entlang der Oberwaldstraße) zu expandieren. Geier begründete den Schritt mit dem Druck, der auf der Automobilindustrie laste und dazu führe, die Strategien zu überdenken. Gleichwohl: Der Werkleiter betonte, dass Elektroautos in der Rastatter Fabrik produziert werden. Nur wann und mit welcher Varianz - das ließ der Manager offen.

2007 war das Unternehmen mit Plänen an die Öffentlichkeit getreten, das Werk möglichst zügig umzubauen, um für den Transformationsprozess im Zeichen der E-Mobilität gerüstet zu sein (siehe weiteren Bericht auf die ser Seite). Geier kündigte an, trotz des Investitionsstopps die Grundlagenvereinbarung zwischen dem Land, der Stadt und den Naturschutzverbänden im Zuge des "Rastatter Kompromisses" unterschreiben zu wollen.

Jetzt sollen die baulichen Voraussetzungen durch eine Nachverdichtung geschaffen werden. Geier nannte den Rückbau von Straßen auf dem Gelände zugunsten von Hallen. Der Werkleiter hofft außerdem, dass künftig weniger Parkplätze benötigt werden. Erste Schritte eines Mobilitätskonzepts wurden bereits umgesetzt (wir berichteten). Nach wie vor lässt aber ein Busverkehr von Sammelparkplätzen im Elsass auf sich warten. Dafür meldet Geier jetzt Vollzug, um den Lkw-Verkehr in und um Rastatt zu mindern. Der Gleisanschluss im Kuppenheimer Presswerk werde kommen, kündigte der Werkleiter an. Mit der Deutschen Bahn habe man Zeitfenster gefunden, um die viel genutzte Nord-Süd-Achse überwinden zu können.

Mit Bedauern kommentierte der Betriebsratsvorsitzende Murat Sür die Entwicklung. "Für uns hat dies aber keinerlei Einfluss auf die Arbeitsplätze. Wir gehen davon aus, dass die Weiterentwicklungspläne wieder aufgenommen werden, wenn in der Automobilindustrie und auch bei uns beim Benz die strategischen Entscheidungen gefällt sind", lässt sich Sür in einer Presseerklärung zitieren.

Aus Sicht von OB Hans Jürgen Pütsch ist der Standort durch die jetzige Entscheidung "in keiner Weise gefährdet". Der Rathaus-Chef sieht nun sogar den Vorteil, "Dampf" aus den Planungen herauszunehmen. Allerdings will Pütsch der Erwartung des Konzerns entsprechen, die Bebauungspläne weiter zu bearbeiten. Das hieße auch: Für die Kleingärtner im Oberwald gibt es keine Entwarnung. Der OB kündigte an, bis voraussichtlich Jahresende die Vertragsgrundlagen für eine Verlagerung der Kleingartenanlage vorzulegen. Damit wolle man sicherstellen, dass einmal später die Flächen parat liegen, wenn Daimler doch im Südosten wachsen will.

Weiter vorantreiben, wenn auch nicht mit dem bisherigen Tempo, will Pütsch den Umbau der beiden großen Kreuzungen der Oberwaldstraße mit Kehler Straße und Ottersdorfer Straße. Und auch an der Münchfeld-Querspange müsse man dran bleiben, unabhängig von der Entwicklung bei Daimler, so der OB.

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