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Wenn Keulen mühelos durch die Dunkelheit tanzen
Wenn Keulen mühelos durch die Dunkelheit tanzen
30.09.2019 - 00:00 Uhr
Rastatt (sb) - Auch wenn es in diesem Jahr so kurz war wie nie: Das Rendezvous tête-à-tête am Samstag in der Badner Halle hat die Zuschauer begeistert und die Vorfreude auf den Juni 2020 geweckt, wenn Deutschlands größtes Straßentheaterfestival wieder für sechs Tage zu Gast in Rastatt sein wird.

Von einer "bewussten Entscheidung" spricht die künstlerische Leiterin Kathrin Bahr, das Rendezvous tête-à-tête auf einen Abend zu verkürzen. So wurden dieses Mal, anders als noch vor zwei Jahren, keine Abendveranstaltungen unter freiem Himmel angeboten. Denn das Risiko von schlechtem Wetter sei einfach zu groß, so Bahr. Die eingesparten Ressourcen will man stattdessen lieber für die Neuauflage des tête-à-tête 2020 verwenden. Die Planungen dafür laufen auf Hochtouren. "Wir haben uns in den letzten Tagen einige neue Plätze in Rastatt angeschaut", berichtet Bahr und verrät, dass erstmals der Platz zwischen katholischer Stadtkirche und dem ehemaligen Pavillon bespielt wird. Auch der Umbau hinter der Fruchthalle ist abgeschlossen. "Das Gelände ist nun ideal für Straßentheater", freut sich Kathrin Bahr. Gemeinsam mit Julia von Wild steht sie bereits in engem Kontakt mit zahlreichen Künstlern. Die ersten Verträge sollen in den kommenden Wochen unterschrieben werden.

Die Vorfreude auf das tête-à-tête 2020 deutlich gesteigert hat das brillante Feuerwerk der Zirkuskunst, das am Samstagabend vor mehr als 500 Besuchern gezündet wurde. Unter dem Motto "Tusch! - Spezial: Spin!" zeigten die Absolventen der staatlichen Artistenschule Berlin, wie breit gefächert Zirkuskunst heute ist. Rund zweieinhalb Stunden wurden die begeisterten Besucher bestens unterhalten. Der Funke von der Bühne sprang sofort über und endete beim zufriedenen Publikum mit stehenden Ovationen.

Zu sehen gab es Jonglagen, Luftnummern und eine begeisternde Hula-Hoop-Einlage von Vadim Lukjanchuk. Er ließ bis zu einem Dutzend Reifen um seinen Körper kreisen. Im Handstand an beiden Fußgelenken oder als Höhepunkt um Beine, Arme, Ober- und Unterkörper. Da war bei den Besuchern Staunen angesagt. Ebenso wie bei den beiden Zwillingen Florian und Michael Canaval, die klassische Jongliertechnik mit neuester LED-Technik verbanden und so faszinierende Bilder in die Dunkelheit zauberten. Ihre bis zu zehn Keulen, mit denen gleichzeitig jongliert wurde, änderten immer wieder ihre Farben und tanzten scheinbar mühelos durch die Dunkelheit. Ebenso wie alle anderen Artisten der Absolventenshow der staatlichen Artistenschule Berlin zeigten auch Florian und Michael Canaval, dass sie auf der Bühne Multitalente sind. Am Schlagzeug und am Cello begleiteten sie ihre Mitstreiter und sorgten für reibungslose Übergänge zwischen den einzelnen Nummern. Da gab es ganze Geschichten, die teilweise über den Abend hinweg in mehreren kleinen Etappen erzählt wurden.

Zu Publikumslieblingen avancierten Jannis Nau und Adrian Schulte-Zweckel als Duo One Line. Mit herrlicher Mimik und toller Technik imitierten die beiden im Beat-Box-Stil verschiedenste Geräusche und ließen Diabolos in einer unglaublichen Leichtigkeit durch die Luft tanzen. Es ist Artistik und Comedy auf höchstem Niveau. Kraft und Eleganz verbindet Johann Prinz bei seiner Luftakrobatiknummer, während Andreas Jordan ein begnadeter Jongleur ist, der bis zu acht Ringe gleichzeitig durch die Luft tanzen lässt. Im Stil der 1920er Jahre werden die Ringe dabei nicht nur nach oben, sondern auch nach unten in Richtung Boden bewegt.

Jenny Isabell Golbs am Luftring und Veronica Fontanella am Vertikaltuch rundeten das Rendezvous tête-à-tête ab.

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