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Sämann beutet Vorkommen unter Betriebsareal aus
Sämann beutet Vorkommen unter Betriebsareal aus
02.10.2019 - 00:00 Uhr
Iffezheim (mak) - Die Sämann Stein- und Kieswerke werden noch etwa 20 Jahre am Sämannsee abbaggern - allerdings wird nun der Bereich in Angriff genommen, auf dem das Betriebsgebäude und weitere Anlagen stehen. Die Erweiterungspläne in Richtung Solarpark, denen der Iffezheimer Gemeinderat bereits 2011 und 2017 eine Absage erteilt hatte, will das Unternehmen aber dennoch nicht aufgeben.

Durch die Restauskiesung des Sämannsees sind Belange der Gemeinde Iffezheim nicht direkt betroffen, das Planfeststellungsverfahren ist Sache des Landratsamts. Insofern hatte das Gremium auch nichts zu entscheiden, sondern beschloss lediglich eine Stellungnahme. Darin wird unter anderem gefordert, dass die konzessionierte Fläche auf Iffezheimer Gemarkung eingezäunt wird, um den "unberechtigten Zutritt Dritter" zu verhindern. Des Weiteren fordert die Gemeinde eine verbindliche Darstellung, wie der dritte und letzte Rekultivierungsabschnitt abschließend umgesetzt wird.

Das Landratsamt Rastatt hatte im November 1998 eine Tiefenbaggerung im Sämannsee bis auf 68 Meter über Normalnull genehmigt. Diese wasserrechtliche Genehmigung läuft jedoch zum Jahresende aus, das Unternehmen hat deshalb im Juni eine Verlängerung beantragt. Die Halbinsel mit den Betriebsanlagen zur Kiesgewinnung liegt innerhalb der Konzessionsgrenze. Weitere Landflächen werden nicht in Anspruch genommen. Im letzten Schritt der Kiesgewinnung werden dann die Werksanlagen abgebaut. In diesem Zusammenhang wird die Rohguthalde nach Nordosten verlagert, die Bauarbeiten hierfür sind schon im Gange.

Die im 46 Hektar großen Sämannsee vorhandene Restmenge von rund 4,8 Millionen Kubikmeter Sand und Kies innerhalb des Konzessionsgebiets ermöglicht den Abbau für die nächsten 20 Jahre. Abzüglich des nicht verwertbaren Materials beläuft sich das Restvolumen auf 2,28 Millionen Kubikmeter, das einer Gesamtmasse von vier Millionen Tonnen entspricht.

Gemeinderat Harald Schäfer (SPD) wollte von Geschäftsführer Jochen Sämann wissen, ob eine Folgenutzung für den See geplant sei. "Ein Folgenutzungskonzept ist nicht geplant", meinte dieser. Diplom-Biologe Hubert Neugebauer vom Planungsbüro Spang, Fischer, Natzschka verdeutlichte, dass zwei Angelsportvereine den See nutzen, der in einem Vogelschutzgebiet liege. "Eine Intensivierung der Freizeitnutzung ist nicht vorgesehen", betonte er.

Wassilios Charalabidis (FW) hakte nach, wann die Rekultivierungsmaßnahmen vollends umgesetzt sein werden. "Die Maßnahmen werden so umgesetzt, wie sie 1998 beschlossen wurden. In den nächsten drei bis vier Wochen ist alles erledigt", erläuterte Sämann.

Bertold Leuchtner (CDU) kritisierte die Sämann-Geschäftsführung: "Uns verwundert es im Rat, dass dieser Antrag kommt und wir nun eine ganz andere Sachlage als vor zwei Jahren haben. Damals hieß es, dass man dringend auf die Erweiterung angewiesen sei, was im Widerspruch steht zu dem, um was es heute geht." Das eine schließe das andere nicht aus, entgegnete Sämann: "Wir müssen jetzt die Anlagen abbauen, was man normalerweise erst am Schluss macht." Martin Schäfer (FW) erkundigte sich, ob weiterhin das Interesse an einem Abbau in Richtung Norden bestehe. "Dieser Bereich ist vom Regionalverband als Abbaufläche ausgewiesen, wir werden in den nächsten Jahren noch einmal auf Sie zukommen", versicherte Jochen Sämann.

Der offizielle Badebereich am Sämannsee ist von den künftigen Abbaumaßnahmen nicht betroffen, wie Jochen Sämann gestern im BT-Gespräch verdeutlichte.

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