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Langsam kehrt "ein bisschen Alltag" zurück
Langsam kehrt 'ein bisschen Alltag' zurück
05.10.2019 - 00:00 Uhr
Rastatt (dm) - Gute Nachrichten von Familie Matosin im Kampf gegen die Leukämie: Der zehnjährige Finn, für den im Frühjahr ein Lebensretter - ein Stammzellenspender - gesucht und gefunden worden war (wir berichteten), hat die entsprechende Transplantation erhalten und ist seit einigen Wochen wieder zu Hause.



Bisher, so berichtet sein Vater Mario Matosin im Gespräche mit dem BT, seien alle Werte in Ordnung. Man sei daher froh und glücklich, auch wenn noch immer Gefahr bestehe. Noch Monate nach einer Stammzellentransplantation bedarf es vieler Untersuchungen, um den Krankheitsverlauf zu überwachen, und meist müssen noch zahlreiche Medikamente eingenommen werden. Auch Finn muss daher weiter regelmäßig zur Kontrolle an die Uniklinik in Freiburg, wo am 4. Juni die Transplantation stattgefunden hat.

Unterstützung und Hilfsbereitschaft waren riesig, als die Öffentlichkeit von Finns Blutkrebs erfuhr. Bei der Typisierungsaktion für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei DKMS im März in Niederbühl kamen 1 746 Männer und Frauen, um sich als potenzielle Spender registrieren zu lassen; die Eltern zeigten sich überwältigt und dankbar. Derweil wurde der passende Spender/die Spenderin, ein genetischer Zwilling, durch die weltweite Datenbank im Ausland gefunden. Wer der Lebensretter ist, werden die Matosins nie erfahren. Es gelten die Bestimmungen des Spender-Herkunftslands. Und anders als in Deutschland, wo sich Spender und Empfänger nach Ablauf von zwei Jahren begegnen können, ist in diesem Fall vorgeschrieben, dass die spendende Person anonym bleibt. Der Dankbarkeit der Rastatter tut dies keinen Abbruch.

Wie die DKMS erläutert, stammt selten ein Spender direkt aus der für eine Person bestimmten Aktion - aber die Datei und damit auch die Zahl potenzieller Lebensretter steigt dadurch. Die Niederbühler Aktion zeigt dies deutlich, sie war nämlich nicht nur wegen der hohen Zahl an Teilnehmern ein Erfolg: Eine Person, die sich damals im März in der Sporthalle hat typisieren lassen, hat bereits einem anderen Menschen Stammzellen spenden können, wie die DKMS bestätigt, und diesem damit mutmaßlich das Leben gerettet.

Für Familie Matosin kehrt unterdessen wieder "ein bisschen Alltag" ein, nachdem die harte Zeit vor der Transplantation, mit Chemotherapie, und danach erst einmal überstanden ist. Wie die meisten Kinder in solch einem Fall kämpfte Finn etwa mit einer Entzündung, die im Zuge dessen aufkam, dass zunächst das eigene Immunsystem "platt" gemacht werden muss, ehe es nach der Stammzellenspende erst wieder neu aufgebaut werden kann. Die Transplantation selbst erfolgte per Infusion, bei der die neuen Zellen ihren Weg ins Knochenmark finden.

Sicherheitsvorkehrungen sind erforderlich, auch nach Finns Rückkehr im August. Ein normaler Alltag werde erst im nächsten Jahr einkehren, so Mario Matosin. Noch müsse Finn beispielsweise große Menschenansammlungen meiden. Am ersten Tag des neuen Schuljahrs indes - der Zehnjährige kam nun aufs Tulla - durfte er (mit Mundschutz) schon mal seine neuen Mitschüler kennenlernen. Unterricht bekommt er zunächst aber zu Hause. Wenn's gut läuft, kann er nach den Weihnachtsferien wieder die Schulbank drücken. Und im kommenden Monat darf erst einmal Geburtstag gefeiert werden: Dann wird Finn elf.

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