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TC Malsch gelingt Aufschlag zu einem Tennisboom
07.10.2019 - 00:00 Uhr
Von Anja Groß

Malsch - Ohne Mitglieder kein Verein - was banal klingt, ist für viele Vereine bittere Realität. Denn besonders Sportvereine sind zur Finanzierung und Instandhaltung von Sportanlagen, Turnierbetrieb und Clubhäusern auf Einnahmen durch Mitgliedsbeiträge angewiesen - und auf viele ehrenamtliche Helfer bei Arbeitseinsätzen, als Übungsleiter oder bei Veranstaltungen. Doch wie kann man neue Mitglieder gewinnen und dauerhaft halten? Der Tennisclub Malsch scheint das Rezept gefunden zu haben: Zehn Jugendmannschaften hat er in dieser Saison gemeldet.



Und das in Zeiten, in denen der Tennissport nicht gerade boomt - so wie zu den Hoch-Zeiten der beiden deutschen Tennislegenden Boris Becker und Steffi Graf Ende der 1980er, Anfang der 1990er Jahre. Beim TC Malsch sind jedoch aktuell 107 von 176 aktiven Mitgliedern im Alter bis 26 Jahre. Erstmals wurde in dieser Saison eine U-8-Mannschaft gemeldet. "Und weitere zehn Kinder stehen schon in den Startlöchern", berichtet Hannelore Wieser, die hier alle nur "Hanni" nennen. Sie war 20 Jahre lang Vorsitzende des Vereins und ist nun im Vorstand für Jugendorganisation, Mitgliederbetreuung und Clubhausvermietung zuständig.



Hinter dem erfolgreichen Mitgliederzuwachs steht ein Gesamtkonzept, das dem Verein seit 2013 schon 65 neue Mitglieder beschert hat, 213 sind es insgesamt. So hat der TC Malsch über Schnuppermitgliedschaften zu einem vergünstigten Preis Wiedereinsteiger und auch zahlreiche Eltern der tennisbegeisterten Kinder und Jugendlichen an sich binden können. Doch diese müssen auch integriert werden, weiß man im Vorstandsteam mit Uli Winter und Hans-Jürgen Scholze, das stolz darauf ist, dass noch kein einziger Schnupperer wieder abgesprungen ist. So werden bei Schnupperrunden dienstags und freitags von aktiven Mitgliedern die Grundbegriffe des Tennissports vermittelt. "Das ist eine niedrige Hemmschwelle, man hat gemeinsam Spaß, lernt sich besser kennen, und muss nicht gleich Trainerstunden bezahlen", sagt Wieser.



Auch wenn sie das nicht so gerne in der Zeitung lesen möchte, weil sie es als Gesamtleistung des Vereins sieht, ist Wieser ein großer Aktivposten in diesem Konzept. In der "Hanni-Ballschule" beispielsweise wird einmal wöchentlich in der Johann-Peter-Hebel-Schule spielerisch Koordination trainiert - auch mit Bällen. Über das Programm Schule-Verein bietet der TC Malsch zudem einmal wöchentlich Tennistraining in größeren Gruppen an, im Winter in der Schule und im Sommer auf der idyllisch am Waldrand gelegenen Tennisanlage.



Drei Allwetter- und drei Sandplätze sowie einen Kleinfeldplatz für U-8- bis U-10-Teams gibt es dort. Besonders dieser Midcourt ermöglicht es dem Verein, auch die Jüngsten schon an den Ballsport heranzuführen.



Gern genutzt werden diese auch beim alljährlichen, meist fünftägigen Jugend-Zeltlager auf der Anlage, das seit mehr als 30 Jahren ein großer Erfolg und stets ausgebucht ist - und bei dem mittlerweile die Kleinen von einst als fleißige Helfer im Einsatz sind. Überhaupt baut der TC Malsch darauf, den Nachwuchs kontinuierlich an ehrenamtliche Tätigkeiten heranzuführen, um die vielfältigen und erfolgreichen Angebote auf Dauer aufrechterhalten zu können. So auch bei der AG, die seit 2018 in der örtlichen Hans-Thoma-Grundschule zweimal wöchentlich angeboten wird. "Im Rahmen der erforderlichen Arbeitseinsätze pro Jahr, die der Club auch von jugendlichen Mitgliedern ab 15 verlangt, kann man sich dabei einbringen", berichtet Wieser von einem weiteren Baustein des Konzepts. Das werde rege genutzt. Des Weiteren beteiligt sich der Tennisclub mit einem Angebot am Ferienprogramm der Gemeinde und hat auch den Hort der Grundschule zu Ballspielen eingeladen. Und im Winter gibt es eine sogenannte Tennis-Werkstatt im Sportpark in Malsch.



Verein ist in der Krise zusammengewachsen

Besonders stolz ist Wieser, die auch ausgebildete Übungsleiterin ist, darauf, dass die Jugendarbeit des Vereins sich finanziell selbst trägt: Durch Zuschüsse, aber vor allem aus dem Erlös des jährlichen Zeltlagers. "Unser Ziel ist es, nicht Spieler oder Spielerinnen von außen einzukaufen, sondern die eigene Jugend zu motivieren und zu unterstützen", betont sie die Linie des Vorstands. Um die Freude am sportlichen Wettbewerb zu stärken, sei auch eine eigene Jugend-Vereinsmeisterschaft geplant, bei der es natürlich Pokale zu gewinnen gibt.

Schöner Nebeneffekt: Durch den Mitgliederzuwachs konnte der Verein sich finanziell konsolidieren. Dazu trägt auch bei, dass das Clubhaus in Eigenregie bewirtschaftet und für private Feiern vermietet wird - was einen guten Einnahmeposten darstellt. Zudem gibt es keinen bezahlten Platzwart mehr, sondern eine Fachfirma erledigt die Frühjahrsbestellung, ein Mitglied ist als Platzwart ehrenamtlich tätig, und die Mannschaften müssen sich ebenfalls einbringen. Klar ist jedoch: "Es kommt immer auf das Engagement und Herzblut der Mitglieder an, wie und ob so etwas funktioniert", betont Wieser. Die Erfahrung beim TC Malsch habe allerdings gezeigt, dass ein Verein in der Krise auch wachsen und vor allem zusammenwachsen könne .

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