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Tausende historische Fotos erzählen vom Alltag in Rastatt
10.10.2019 - 00:00 Uhr
Von Sebastian Linkenheil

Rastatt - Nicht nur die alteingesessenen Geschäfte in Rastatt werden zusehends rarer, auch in der Gastronomieszene gibt es immer weniger Wirtschaften im alten Stil. Auf Spurensuche hat sich Hobbyhistoriker Kurt Pottiez (Foto: Archiv) begeben - und dabei konnte er auf sein schier unerschöpfliches Fotoarchiv zurückgreifen. Tausende Abbildungen aus älterer und jüngerer Rastatter Vergangenheit füllen seine Schränke und die Festplatte seines Rechners.



Facebook-Nutzern ist vielleicht auch die Gruppe "Rastatt (News, Presse, Historie...)" aufgefallen, die der gebürtige Rastatter als Administrator betreut - und wo er gerne Schätze aus seinem Fundus teilt. Wer es lieber analog mag, der sollte sich den 23. Oktober im Kalender anstreichen, denn dann hält Pottiez im Auftrag des Historischen Vereins seinen Vortrag "Verschwundene Gastronomie". Um 19 Uhr geht's im "Storchennest" los.

Das "Storchennest" im Dörfel ist ja so etwas wie das Stammlokal des Historischen Vereins, dessen engagiertes Mitglied Pottiez ist. Und so hatte früher jeder Club selbstverständlich seine feste Anlaufstelle unter den Gasthäusern. "Es war noch nicht so wie heute, wo Fußballmannschaften nach dem Training vielleicht noch ein Bier in der Umkleidekabine trinken und dann auseinandergehen, sondern man kehrte natürlich zusammen ins Stammlokal ein", weiß er. Das galt selbstredend auch für die Schützenvereine, die in den Nebenzimmern sogar ihre Schießübungen absolvierten, sofern es sich um Luftgewehre handelte. Klar, in dem Metier kennt sich der ehemalige Geschäftsführer des Dianawerks bestens aus. Kurt Pottiez ist Jahrgang 1947 und erinnert sich noch gut an die Zeiten, als es für fast alles ein Spezialgeschäft gab, die Männer sonntags zum Frühschoppen gingen und die Frauen in eines der zahleichen Ca fés zum Kaffeeklatsch. Und so hofft er, dass bei seinem Vortrag viele Zuhörer in Erinnerungen schwelgen werden an den "Bürgerkeller" im damaligen Schlosshotel, an die "Blaue Katz" im katholischen Gesellenhaus, an "Dr. Bier" in der Kaiserstraße, an den "Türkenlouis", an das Restaurant im Obergeschoss des Kaufhauses Schneider, an die Disco "Kasematte" im Hilberthof, an die "Wachtel" in der Augustastraße oder an die Cafés "Herr", "Teufel", "Wien" und "Moritz".

"Wichtig ist mir, dass ich keine Jahreszahlen herbete, sondern Geschichten erzähle", kündigt Pottiez an. Zum Beispiel die von der Begegnung eines zu schwungvollen Rock-'n'-Roll-Tanzpaars mit einem Weihnachtsbaum. Oder er berichtet davon, dass die Ehefrauen schon am Geruch in den Klamotten ihrer heimkehrenden Männer erraten konnten, in welcher Wirtschaft sie gesessen hatten. Damals wurde in den Kneipen ja noch geraucht, hier Pfeife, dort Stumpen. "Und auch die Speisekarte hat ihre Duftnote hinterlassen", schmunzelt Pottiez.

Der leidenschaftliche Sammler aller Dinge, die mit Rastatts Geschichte zu tun haben, ist eigentlich über die Fotografie zu seinem Hobby gekommen. Ab den 60er Jahren machte er sich mit seiner Kamera auf die Pirsch, um das Straßenbild und Alltagsszenen auf Dias zu bannen. Die haben mittlerweile auch schon historischen Wert, wie die vielen Privataufnahmen, die er von alteingesessenen Rastattern erhält. Die Einblicke in den Alltag dieser noch gar nicht so fernen Zeit sind jedenfalls faszinierend. Und bei seinen Recherchen kommen Pottiez immer wieder neue Ideen für weitere Vorträge. "Sonntags in Rastatt": Vom Bad am Samstagabend bis zum Besuch im Zoo bei der Pagodenburg ist so eine. Fotografische Erinnerungsstücke gibt es jedenfalls genug.

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