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Alohra-Frühschwimmer sind sauer
Alohra-Frühschwimmer sind sauer
12.10.2019 - 00:00 Uhr
Rastatt (fuv) - Bisher treffen sie sich viermal wöchentlich zu früher Stunde: die Frühschwimmer des Rastatter Hallenfreibads Alohra. Nun ärgern sie sich über die neuen Öffnungszeiten, die der Gemeinderat am Montag wohl beschließen wird. Auch Saunagänger sind unzufrieden.


Um 6.30 Uhr öffnet sich bisher von Dienstag bis Freitag die Glasschiebetür am Alohra-Eingang. Ab dem 2. Januar soll, so die Beschlussempfehlung des Technischen Ausschusses an den Gemeinderat, dies nur noch an zwei Tagen so sein (wir berichteten). Dienstag und Donnerstag wird das beliebte Hallenfreibad im Leopoldring noch von 8 bis 19 Uhr, Mittwoch und Freitag von 6.30 bis 21.30 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen von 10 bis 19 Uhr geöffnet haben. Montags ist das Alohra für den allgemeinen Badebetrieb dann geschlossen.

Rund 30 Schwimmerinnen und Schwimmer nutzten das bisherige Angebot regelmäßig, berichtet Kersten Keller. "Zwischen 7.30 und 8 Uhr öffne ich meine Praxis; ich geh' direkt vom Frühschwimmen ins Geschäft", erläutert sie. Sie ist nicht die Einzige, die nach einigen Bahnen im Hallenbad oder im Freibecken in den beruflichen Alltag startet. Die Physiotherapeutin und die anderen, die tatsächlich jeden Frühschwimm-Termin nutzen, machten gestern ihrem Ärger im BT-Gespräch Luft.

Ihr sei bewusst, gibt Kersten Keller zu, dass die frühen Öffnungszeiten des Alohra etwas Besonderes sind: "Das ist ein Alleinstellungsmerkmal des Alohras. Deshalb wird es ja auch so gut angenommen." Es kämen sogar Schwimmbegeisterte aus dem Elsass zum Frühschwimmen.

Aus dem Nachbarland hat das Familienbad ohnehin viele Besucher. Gerade weil Gäste aus dem Umland das Angebot nutzten, solle es erhalten werden. Das Frühschwimmen, ist Kersten Keller überzeugt, habe auch einen sozialen Aspekt. Das Angebot reduzieren zu wollen, das können die Stammgäste nicht verstehen. Den Einwand, ein größerer Anteil der Frühschwimmer sei im Rentenalter und könne doch auch später das Fitnessprogramm im Nass absolvieren, kontert einer der Sportler mit dem Hinweis, ab 8 Uhr kämen die Schulen und das Bahnenziehen sei nicht mehr so möglich wie in der Frühe.

Die Argumentation der Stadt, wegen Personalmangels die bisherigen Öffnungszeiten zu reduzieren, wollen die Frühaufsteher nicht gelten lassen. "Personalmangel gibt es auch in den Schulen, deshalb fangen die ja auch nicht später mit dem Unterricht an", bemerkt einer der Frühschwimmer. Das immer wieder kolportierte schlechte Betriebsklima im Alohra, das seinen Teil zur knappen Personaldecke beitragen soll, kommentieren die Stammgäste so: Der häufige Personalwechsel sei schon auffällig. Das habe ja wohl seine Gründe, aber die Stammgäste sollten das nicht ausbaden müssen.

Auffälliger Personalwechsel

Einen Stadtrat habe er beim Frühschwimmen noch nicht gesehen, stellt Karl-Heinz Langenecker fest. Die sollten sich das mal anschauen, empfiehlt er. Im Übrigen habe ein Gemeinderatsmitglied ihm gesagt, gegen den Beschlussvorschlag könne man nicht stimmen. Die Frühschwimmer jedenfalls stellen frustriert gegenüber dem BT fest: "Wir können ja eh nichts machen, aber wir wollten es mal gesagt haben."

Unterdessen rumort es nicht nur in der Schwimmhalle und im Freibeckenbereich. Auch die Saunagänger im Untergeschoss des Alohra sind von den geänderten Öffnungszeiten betroffen. Gerade für jene, die eben erst nach 17 Uhr in die Sauna gehen können, seien die neuen Zeiten natürlich ungünstig, monierten Saunagäste am Donnerstag. Die Schwitz-Fraktion bemerkt die angespannte Personalsituation bereits jetzt: Gab es in der Regel zu jeder vollen Stunde einen vom Bademeister mehr oder weniger zelebrierten Aufguss, erfolgt der besondere Hitze-Kick nun nur noch um 12, 15 und 18 Uhr. Und: Wie bislang häufig praktiziert, den Bottich mit den wohlriechenden Ingredienzen den Saungängern zum "Eigenaufguss" hinzustellen, das gehe nicht mehr. Neue Verordnung, stellt ein Schwimmmeister achselzuckend fest. Einer der Donnerstags-Saunierer hat für sich bereits die Konsequenzen gezogen und den "Schwitzkollegen" verkündet, dass er fortan ins Rotherma gehen werde.

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