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Wird das Dekanat Rastatt zur Fahrgemeinde?
12.10.2019 - 00:00 Uhr
Rastatt/Bischweier (manu) - "Sind wir künftig eine Fahrgemeinde oder eine Pfarrgemeinde?" Diese Frage stand im Raum, als es bei der Dekanatsratssitzung in Bischweier um die geografisch weitläufige Anordnung der neuen katholischen Großkirchengemeinden in der Erzdiözese Freiburg ging. Im Rahmen der "Pastoral 2030" löst das Bistum im kommenden Jahrzehnt die bestehenden 224 Seelsorgeeinheiten auf und fügt die 1 053 Einzelpfarreien zu 40 Großkirchengemeinden zusammen. Ein 40- seitiges Arbeitsinstrument für die "Pastoral 2030" beschreibt das Bild der bisherigen Seelsorgeeinheiten ähnlich einer "schicksalhaft verbundenen Großfamilie". Ein realistischer Blick zeige jedoch: "Dieses Bild trägt nicht mehr; wir müssen uns von ihm verabschieden." Die künftige Großpfarrei sei zu verstehen als "geografischer Raum, in dessen Gebiet Pastoral und Verwaltung koordiniert und organisiert werden". Im Klartext: Jede Pfarrei kocht wieder ihr eigenes Süppchen, wird organisatorisch jedoch von einer zen-tralen Stelle verwaltet.

Als Chef jeder Großkirche gibt es einen einzigen Pfarrer. Bis zum Jahr 2030 ist der Großteil der aktiven Geistlichen im Ruhestand. Nachschub an Pfarrern ist bekanntlich Mangelware. In der künftigen Großkirchengemeinde setze man deshalb bewusst in den Einzelpfarreien auf "aufbruchsbereite Menschen und Innovationspotenzial sowie die Bereitschaft, Neues in Angriff zu nehmen und mutig bisher Ungewohntes zu wagen".

Zwei Varianten

Im Frühjahr hatten Vertreter der 26 Bistumsdekanate Entwürfe für eine mögliche geografische Neuausrichtung der Großpfarreien erarbeitet. Zwei Varianten in der engeren Wahl standen im Dekanatsrat für die Region zur Diskussion. Einig wurde man sich nicht, der Abend endete in einem Patt. Variante 1 sieht vor, das jetzige Dekanat in zwei Großpfarreien zu teilen. Die "Pfarrei neu Rastatt" bilden die Kirchengemeinden Durmersheim/Au am Rhein, Südhardt/Rhein, Rastatt und Iffezheim/Ried sowie Rastatt-Rauental Pfarrkuratie St. Anna, Rastatt-Niederbühl St. Laurentius und Muggensturm Maria Königin der Engel. Die "Pfarrei neu Gaggenau" setzt sich zusammen aus den Gemeinden Gaggenau, Ottenau, Gernsbach und Forbach-Weisenbach sowie Kuppenheim St. Sebastian, Bischweier St. Anna, Oberweier St. Johannes. Die Variante 3 als Alternative sieht das vollständige Areal des jetzigen Dekanats Rastatt als Gesamtgemeinde mit 74 701 Katholiken vor.

Während eine Fraktion die handliche Zweiteilung der ersten Option bevorzugte, sahen Visionäre die dritte Option als einzig gangbare. Denn mit der Teilung einiger Dekanate als "vorübergehende Vorstufe" würde die von Freiburg angestrebte Gesamtzahl von 40 Großgemeinden überschritten, sodass in einer weiteren Strukturreform einzig die "große Variante" in Betracht käme. Seitens der SE Durmersheim/Au am Rhein kam der Vorschlag, sich "nicht nur an politischen Grenzen zu orientieren, sondern auch auf die geistlichen Zentren zu schauen". Aufgrund der Frequentierung der Wallfahrtskirche und Jugendkirche Via auch aus dem Kreis Karlsruhe entschied sich die nördlichste SE des Dekanats für die Erweiterung der Variante 1 um die Seelsorgeeinheiten Rheinstetten und Malsch.

Aus den Reihen der Hauptamtlichen mit Blick auf die Krankenseelsorge und das Einzugsgebiet des Klinikums Mittelbaden kam von der SE Vorderes Murgtal die Idee, die Dekanate Rastatt und Baden-Baden zu einer Großkirchengemeinde zu verschmelzen. Bis zum Jahresende stehen diese ersten Konzepte noch zur Erörterung. Mit den Rückmeldungen aus den Gemeinden und Dekanaten geht man in Freiburg planerisch in eine zweite Runde. Erst Ende 2020 fallen Entscheidungen.

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