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Schlammschlacht auf zwei Rädern
Schlammschlacht auf zwei Rädern
21.10.2019 - 00:00 Uhr
Von Helmut Heck

Durmersheim - Nach vier Stunden, die es am Samstag beim Mofa-Rennen des MSC "Comet" durch Matsch und Morast gegangen war, hörten die Maschinen auf, zu jaulen. Die Plackerei war zu viel, die Furchen auf der Strecke waren so tief, die Schlammpisten so glitschig geworden, dass die Rennleitung die Rundenhatz abwinken ließ. Zu allem Überfluss hatte es auch noch zu regnen begonnen. "Aus Sicherheitsgründen", habe man sich zum vorzeitigen Ende entschlossen, erklärte Catharina Wichetek, die Sprecherin des Organisationsteams.

Fünf Stunden waren planmäßig vorgesehen. Nach vier Stunden und neun Minuten, um genau zu sein, war es zu Ende. Fast die Hälfte der 28 Mannschaften war bis dahin schon buchstäblich auf der Strecke geblieben. Aber die Stimmung war und blieb gut, denn es gab etwas zu feiern: 20 Jahre Mofa-Rennen. Aus einer Feierlaune heraus war es 1999 entstanden, in seinen Hochzeiten machten 60 Teams mit. Das Spektakel bis heute am Leben zu halten, sei "bewundernswert", sprach Bürgermeister-Stellvertreter Jürgen Kniehl vor dem Startschuss den "verrückten" Idealisten, die als Urheber oder Organisatoren über all die Jahre beteiligt waren, Respekt und Anerkennung aus.

Die Erfinder des Events haben sich längst auf die Zuschauerposition zurückgezogen, bis auf eine Ausnahme. Armin Heil, genannt Chi-Cha, fuhr beim runden Geburtstag wieder mit und führte, wie er es seit Anfang an pflegt, die Siegerehrung durch, diesmal gemeinsam mit Catharina Wichetek. Drei Mofahelden aber haben sich seit 1999 jedes Jahr ins Gewühl gestürzt: Gabriel Winter, Matthias Maier und dessen Sohn Kevin Maier, der seine Rennkarriere einst in der Jugendklasse begann und im Team des Vaters fortsetzte. Maier senior musste ausgerechnet dieses Mal krankheitsbedingt eine Auszeit erdulden. Sein Bruder Jan Maier und Peter Klein setzten zusammen mit Winter die ununterbrochene Rennserie von "Simonini Racing" fort.

Es habe schon einige Male Schlechtwetter gegeben, "aber so schlimm wie dieses Jahr war es noch nie", stöhnte Winter über die Schlamm- und Materialschlacht, die Fahrern und Vehikeln schwer mitspielte. Trotz Pannen ergatterte die Simonini-Crew in der Klasse 2 der Mopeds jünger als Baujahr 1985 den zweiten Platz. Sie schafften 71 Runden. Wie am Schnürchen lief es in der gleichen Klasse bei Kevin Maier, der seit zwei Jahren mit Mike Faber das Team "Ma-Fa" bildet. Mit 100 Durchgängen fuhren sie souverän den Sieg ein.

In der Open-Klasse gab es ein Wiedersehen mit dem früheren Dauersieger und Lokalmatador Sebastian Bader, der zum 20-Jährigen ein Gastspiel mit der zum Geburtstag des Mofa-Rennens wiederbelebten Performance-Racing-Group von Thomas Heck gab. Alles blieb beim Alten, das Fahrertrio Bader, Mario Martin und Gemma Mits gewann wie ehedem deutlich mit 107 Runden. Sieben Runden weniger brachte dem Moped-Garage-Team Rastatt/Au am Rhein, für das sich Uwe Heck, Mirko Opp und Tim Seibert durchs tiefe Geläuf pflügten, den zweiten Platz. In der Klasse 1 für Tretkurbel-Mofas ohne Baujahrbeschränkung mit maximal drei Gängen siegte das Team Röschinger aus Ingelheim. Dominik Rösch, Jan Schweickardt und Jan Ole Bleeker brachten es mit einer "nahezu verschleißfreien" Zündapp von 1984 auf 81 Runden, viel mehr als die Konkurrenz. Schmutz, der um die Nasen flog, knöcheltiefe Drecklachen, Regen, Rennabbruch? Den Neulingen auf dem Terrain am Oberwald gefiel es so gut, dass sie nächstes Jahr wieder kommen wollen. Das fanden am Ende auch die Gastgeber. Zur Zufriedenheit trug eine gegenüber manchem Vorjahr deutlich höhere Besucherzahl bei. Das Jubiläum mündete in eine Party mit der Rockband "Danny and the Boys", garniert mit einem Geburtstagsfeuerwerk.

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