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Es bleibt dabei: Oberwald-Kleingärtner sollen weichen
Es bleibt dabei: Oberwald-Kleingärtner sollen weichen
28.10.2019 - 00:00 Uhr
Rastatt (red/ema) - Trotz des von Daimler angekündigten Investitionsstopps in Rastatt will die Stadt Rastatt weiter die Voraussetzungen schaffen, um die Kleingartenanlage Oberwald zu verlagern. Diese Marschroute ergibt sich nach dem jüngsten Treffen von Vertretern der Stadt Rastatt, der Bezirksgruppe der Gartenfreunde Rastatt, des Landesverbands der Gartenfreunde und des Vereins der Gartenfreunde Oberwald.

Manch' Gartenfreund hatte zuletzt Hoffnung geschöpft, dass die 1951 geschaffene Anlage an ihrem angestammten Platz bleiben kann. Doch die Verwaltung sieht dies kritisch, da Daimler betont habe, dass die Erweiterung nur geschoben und die Südost-Fläche weiterhin als Erweiterungsstandort angesehen werde, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung von Stadtverwaltung und Bezirksgruppe der Gartenfreunde. Eine zukunftssichere, vertragliche Absicherung des bisherigen Standorts sei aus Sicht der Verwaltung daher nicht möglich.

In dem Gespräch verständigte man sich darauf, den Prozess zur Vorbereitung einer Verlagerung der Kleingartenanlage Oberwald fortzusetzen. Ziel der Verwaltung und der Kleingärtner ist es, einen dauerhaften, attraktiven Standort in der Nähe der bisherigen Anlage zu finden, der den Kleingärtnern eine nachhaltige Zukunftsperspektive bietet. Ohne den konkreten Druck einer zügigen Erweiterungsplanung habe man jetzt die große Chance, so Stadtverwaltung und Kleingärtner, die Umsiedlung der Kleingärtner in einem strukturierten Prozess verlässlich und zur Zufriedenheit aller zu Ende zu führen. Angestrebt ist in jedem Fall eine Konsenslösung, betont die Stadtverwaltung. Unbedingt vermeiden will man jedoch die Fehler vergangener Jahre, als bereits eine Verständigung auf einen Alternativstandort am Westring erfolgt war, dieser dann jedoch nicht umgesetzt wurde.

Ein abrupter Stopp der Bemühungen um einen attraktiven und dauerhaften Standort, der gegebenenfalls sogar Teil der perspektivischen Landesgartenschau in Rastatt sein könnte, wäre daher das falsche Signal und würde nur eine vermeintliche Sicherheit für die Kleingärtner suggerieren, so die Gesprächsteilnehmer.

"Unser gemeinsames Ziel ist es, einen attraktiven und dauerhaften Standort für die Kleingartenanlage Oberwald zu finden", betont Bürgermeister Raphael Knoth . "Denn egal, ob in fünf, zehn oder 15 Jahren - und egal, wer die handelnden Personen und politischen Entscheidungsträger sind: Der jetzige Standort der Kleingartenanlage Oberwald wird immer wieder für eine Erweiterung des Mercedes-Benz Werkes zur Diskussion stehen. Wir sollten daher nicht erneut den Fehler begehen und strategische, auf der Zeitschiene mittelfristig umsetzbare Prozesse von einer eher kurzfristig ausgerichteten Unternehmenspolitik abhängig zu machen."

Jürgen Wahl, Vorsitzender der Bezirksgruppe der Gartenfreunde Rastatt und CDU-Stadtrat, ergänzt: "Die auf den ersten Blick begeisternde und von uns gewünschte Erhaltungsperspektive für die bestehende Kleingartenanlage Oberwald ist ohne Sicherheit für eine künftige Nutzung nicht im wirklichen Interesse aller Beteiligten." Man brauche verlässliche Zukunftsperspektiven. Diese seien nur mit vorausschauenden Flächenplanungen machbar, die bei Bedarf umgehend umgesetzt werden können, damit Arbeitsplätze erhalten und geschaffen werden können, so Wahl: "Aber auch wir Kleingärtner und das Kleingartenwesen sind auf langfristige Kontinuität und Perspektiven angewiesen. Ohne Sicherheit sind alle künftigen Investitionen in die Kleingartenanlage sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch im Falle einer zeitlich nicht absehbaren Räumung voll und ganz vergeblich. Vom verlorenen, ideellen Einsatz der Gartenfreunde einmal ganz abgesehen." Deshalb würden sich die Gartenfreunde "schweren Herzens" an einer "strukturierten Umsiedlungsplanung" beteiligen.

Michael Ams, stellvertretender Vorsitzender der Bezirksgruppe und FuR-Stadtrat, ergänzt: "Solange die Südost-Fläche als Erweiterungsfläche für das Mercedes-Benz Werk möglich ist, müssen wir die Voraussetzungen für eine mögliche Verlagerung der Anlage schaffen, ob uns das gefällt oder nicht. Alles andere wäre verantwortungslos gegenüber den Gartenfreunden im Oberwald."

Von den politischen Gruppierungen im Gemeinderat hatte sich zuletzt die SPD gegen eine Verlagerung unter den gegenwärtigen Bedingungen ausgesprochen.

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