www.spk-bbg.de/branchensieger
http://www.badisches-tagblatt.de/weihnachtsabo/index.html
Giftköder gegen Rattenpopulation
Giftköder gegen Rattenpopulation
08.11.2019 - 00:00 Uhr
Rastatt (dm) - Es ist inzwischen Alltagsgeschäft: Die Stadt Rastatt geht seit vielen Jahren regelmäßig gegen Ratten vor. Ein damit beauftragtes Unternehmen ist durchgehend in Sachen Rattenbekämpfung aktiv, zusätzlich finden zweimal jährlich Schwerpunktaktionen statt, bei denen Giftköder im städtischen Kanalnetz ausgelegt werden. Derzeit ist es wieder so weit, noch bis zum 15. November läuft die aktuelle Aktion, die am 21. Oktober begonnen hat. Vor dem Gift - Brodifacoum - wird gewarnt.



Hintergrund

Im Vorfeld der Aktion bat die Stadtverwaltung per Anzeige um erhöhte Vorsicht, um insbesondere spielende Kinder und Haustiere "vor Kontakt mit dem Mittel oder toten Ratten zu schützen und einen Missbrauch des Giftes auszuschließen". Eine BT-Leserin wirft der Stadt in diesem Zusammenhang indes vor, nicht offensiv genug darüber aufzuklären. Wie soll man zum Beispiel frei laufende Katzen beaufsichtigen? Ein Problem: Ratten, die das Gift bereits intus haben, leben noch eine Weile, ehe sie verenden, der BUND spricht von zwei bis sieben Tagen. In dieser Zeit können sie - oder ebenfalls vergiftete Mäuse - durchaus auch noch andere Tiere wie Vögel oder eben Katzen gefährden, die Beute fressen. "Die Katze eines Bekannten hat sich vor einigen Jahren ins Haus geschleppt und wurde tot aufgefunden. Es war Rattenvergiftungsaktion", schreibt die Rastatterin.

Es gilt, achtsam zu sein, doch Ratschläge für einen 100-prozentigen Schutz gebe es tatsächlich nicht, räumt die Stadtverwaltung ein, sogenannte Sekundärvergiftungen seien dauerhaft möglich, so lange Rattenbekämpfungen - wie bundesweit üblich - im Kanalnetz durchgeführt werden. Eine Statistik über solche Sekundärvergiftungen gebe es indes "wegen Geringfügigkeit" nicht, so die Verwaltung.

Zu den Symptomen gehören allgemeine Schwäche, Appetitlosigkeit und Klagelaute des Haustiers. Das Gift greift zumeist die inneren Organe an und führe so zu starken Schmerzen, schreibt eine Tierarztpraxis im Internet. Bei Verdacht, so rät auch die Stadtverwaltung, solle man umgehend einen Tierarzt aufsuchen und den Wirkstoff nennen - Brodifacoum 0,029 g/Kg. Der Mediziner verabreiche dann das Gegenmittel Vitamin K1.

Dass die Ratten überhaupt noch so lange leben, nachdem sie das Gift aufgenommen haben, ist von den Bekämpfern gewollt. Ratten sind intelligent. Wenn ein Gift schnell zum Tod führt, merken die Artgenossen das, stellen den Zusammenhang mit dem Giftköder her und meiden ihn künftig, erläutern Bekämpfungsexperten die Verzögerungstaktik. Bei den vergifteten Nagern kommt es zu Blutfluss aus inneren Organen, Schleimhäuten und Körperhöhlen, da das Mittel die Fähigkeit des Bluts zur Gerinnung aufhebt, wie das "Fachportal Rattengift" erläutert. Die Opfer verbluten.

Damit keine anderen Tiere - oder gar spielende Kinder - direkt mit dem Gift in Verbindung kommen, wird es von der beauftragten Firma in Köderblocks "fach- und sachgerecht" ausschließlich in der Kanalisation ausgebracht. Man geht davon aus, dass sich die Rattenpopulation deutlich erhöhen würde, wenn man auf eine Bekämpfung verzichtet. Auch das Landesgesundheitsamt empfiehlt dauerhafte Bekämpfungen. Einzelmaßnahmen führten "zu keinem befriedigenden Ergebnis", heißt es. Die Ratte wird als Schädling und Krankheitsüberträger gefürchtet. Durch ihr Wühlen und Nagen können die Tiere Schäden an Dämmen, Bauten, Leitungen und im Straßen- und Kanalnetz anrichten. Da sie "intensiven Kontakt" mit mikrobiell infizierten oder verunreinigten Stoffen, Materialien oder Artgenossen haben, gelten sie als "Reservoir" für Krankheitserreger und tragen zur Weiterverbreitung von Keimen bei, so das Landesgesundheitsamt.

Fanden die Schwerpunkt-Bekämpfungsaktionen mit Giftködern in Rastatt früher einmal im Jahr statt, ist man vor einigen Jahren auf einen halbjährlichen Rhythmus umgestiegen. Als Grund für die erhöhte Frequenz wurde ein vermehrtes Aufkommen der Nager genannt. Daran wiederum ist der Mensch nicht gerade unbeteiligt. Fütterung von Tauben, Enten, Schwänen - in der Stadt verboten -, falsche Mülltrennung, Wegwerfen von Lebensmitteln, Essensreste in die Toilette kippen: Da freut sich die Ratte, die durch das Futterangebot angelockt wird.

BeiträgeBeitrag schreiben 



Das könnte Sie auch interessieren

Bühl
Prävention gegen Rattenplage

18.06.2019
Prävention gegen Rattenplage
Bühl (red) - "Vorsicht! Ratten- und Mäuseköder", warnt ein Aufkleber auf Boxen, die bei der Bühler Klinik aufgestellt sind. Eine Sprecherin sagt: "Dies ist eine reine Präventivmaßnahme", nachdem im Frühling 2018 die Population der Nager recht zahlreich gewesen sei (Foto: urs). »-Mehr
Ort des Geschehens
Größere Google Karte
Umfrage

Am Donnerstagabend findet die Bambi-Gala erstmals in Baden-Baden statt. Werden Sie sich die Übertragung im Fernsehen anschauen?

Ja.
Nein.
Das weiß ich noch nicht.


https://www.eyesandmore.de
Wetter in Mittelbaden


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen | Datenschutz   
1