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Kuppenheims Musentempel schon vollendet
09.11.2019 - 00:00 Uhr
Von Sabine Wenzke

Kuppenheim - "Die Leute kennen mich schon, wenn ich mit meinem Fotoapparat vorbeikomme", erzählt Franz Rauchberger schmunzelnd, der unzählige Fotos von der Großbaustelle beim Cuppamare geschossen hat, um die Baufortschritte und damit die Entwicklungsstufen der Veranstaltungshalle festzuhalten. Weit gediehen sind bereits die Arbeiten an Kuppenheims neuem Musentempel, der im nächsten Jahr eingeweiht wird. Auch Rauchberger hat fleißig gebaut, wenngleich in deutlich kleinerem Stil: In seinem Keller ist die Veranstaltungshalle als Modell im Maßstab von 1:100 entstanden. Rund acht Monate hat er für sein neuestes Meisterstück mit viel Liebe fürs Detail gebraucht.

Schon damals sei exakt dieser Entwurf sein Favorit gewesen, blickt der 79-Jährige auf den Architektenwettbewerb zurück. Und so machte er sich zunächst einmal mit dem Plan intensiv vertraut. Dann ging es an die schwierige Umsetzung, die viel Filigranarbeit, aber auch jede Menge Kreativität erforderte. Allein für die Holzverkleidung des Gebäudes habe er einen Tag lang nur millimeterdünne Leisten aus Tannenholz gesägt, die dann auch noch alle im Wechsel schräg tiefer und höher gelegt angebracht werden mussten. Als echte Herausforderung entpuppten sich zudem die Schrägen des Dachgefälles, sagt Rauchberger. Der Abfluss im Dach hingegen bereitete weniger Probleme. Diesen hat der Tüftler - seinem Einfallsreichtum sind keine Grenzen gesetzt - ganz einfach mit zwei Druckknöpfen dargestellt. Das begrünte Dach und die Grünflächen außen herum sind aus Strukturgeländematten gefertigt und die Baumstämme aus Kupferdraht gedreht, der aus Motoren stammt. Noch etwas Moosschaum aus dem Modellbahnershop für die Kronen - und fertig waren die prachtvollen Bäume.

Die Betonflächen und die Bitumenflächen hat der Kuppenheimer aus Spachtelmasse ausgebildet und entsprechend gefärbt. Auch der Parkplatz und die parkenden Autos wurden nicht vergessen im Modell.

Es sei gar nicht so einfach gewesen, Modellautos im Maßstab 1:100 zu bekommen, berichtet der 79-Jährige. Fündig wurde er schließlich im Internet. Eine Filigranarbeit, die viel Geduld und eine ruhige Hand erfordert, war die Bemalung der rund 200 Minifiguren, die im Modell die Besucher sind. Sie stehen rings um die Halle und auf der Festwiese, teilweise an winzigen Partytischen, so als wäre gerade Pause bei einer Veranstaltung. Es gibt auch kleine Holzbänke, die der Kuppenheimer natürlich selbst gezimmert hat. Und es fällt ein Metallteil ins Auge, dessen Funktion sich nicht gleich auf den ersten Blick erschließen lässt. "Es ist das Kunstobjekt", erläutert Rauchberger verschmitzt, und weist auf die dafür vorgesehene Stelle im Planentwurf.

Mehr als 300 Stunden hat Franz Rauchberger an seinem Modell gebaut, schätzt er, und gut 320 Euro an Materialien dafür investiert. Die Veranstaltungshalle im Kleinformat ist auf einer 70 auf 1,20 Meter großen Tischlerplatte aufgebaut und wird noch auf einen fahrbaren Tisch gesetzt, damit sich das Teil unproblematisch transportieren lässt.

In Rauchbergers Hobbykeller sind bereits mehrere Modellbauten mit Einfallsreichtum und handwerklichem Geschick entstanden. Sein Altstadtmodell ist ein viel bewunderter Blickfang im Rathausfoyer, die St.-Sebastian-Kirche im Kleinformat steht im Heimatmuseum. Der 79-Jährige fertigt auch mal kleinere Sachen wie Weihnachtsengel, originelle Tischdekorationen aus winzigen Astscheiben oder leichte Anhänger aus Holz, die er Stück für Stück selbst bemalt - mit Schwarzwaldhäusern etwa, oder Katzen, Kaffeekannen und lachenden Gesichtern. "Ich habe manchmal Langeweile", meint er augenzwinkernd angesichts seines Schaffensdrangs.

Die kleinen selbstgefertigten Aufmerksamkeiten verteilt er übrigens gerne, wenn er als Wanderführer des Schwarzwaldvereins eine Tour leitet. Ehrenamtlich engagiert ist er auch als zweiter Vorsitzender des Historischen Vereins, als Stadtführer auf Anfrage und als Helfer beim Partnerschaftsausschuss, wenn Ferienprogramm ist.

Mit dem Modell der Veranstaltungshalle hat Franz Rauchberger im Februar begonnen, in diesem Monat wurde es fertiggestellt. "Das ist jetzt mein letztes Modell", meint er wie immer, wenn eine größere Arbeit beendet ist. Bis zum nächsten Mal, wenn ihn wieder eine Idee packt ...

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