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Sexueller Missbrauch übers Handy
Sexueller Missbrauch übers Handy
13.11.2019 - 00:00 Uhr
Rastatt (dm) - Er hat vier elf- bis 13-jährigen Mädchen Handynachrichten mit sexuellen Mitteilungen und Aufforderungen sowie Bilder seines erigierten Gliedes und in einem Fall ein Masturbationsvideo verschickt; auf seinem Mobiltelefon fand sich zudem ein Filmclip mit kinderpornografischem Inhalt. Der 23-jährige Deutsche, der dies alles auch unumwunden gestand und seit Mai in Untersuchungshaft sitzt, bleibt dafür auch weiter im Gefängnis: Das Jugendschöffengericht des Amtsgerichts Rastatt hat ihn gestern wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in sieben Fällen, sechs in Zusammenhang mit der Verbreitung pornografischer Schriften, sowie Besitzes kinderpornografischer Schriften zu zwei Jahren verurteilt. Die Strafe wurde nicht zur Bewährung ausgesetzt, das Gericht unter Vorsitz von Annette Bock sah keine Sozialprognose, die das ermöglichen würde.

Der junge Mann ist der Justiz nicht unbekannt. Schon als 16-Jähriger war er wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt worden, damals hatte er sich direkt an sieben- bis neunjährige Jungen und Mädchen herangemacht, um entweder an ihre Geschlechtsteile zu fassen und/oder an sich selbst zu manipulieren. Zweimal war er in Haft - ein weiteres Mal wegen Beleidigung mit sexuellem Hintergrund -, zeitweise war er in einer Jugendhilfeeinrichtung untergebracht, in der weitere "Vorfälle mit Sexualbezug" dokumentiert sind.

Das Gericht schloss sich in seiner Urteilsfindung den Ausführungen einer psychiatrischen Sachverständigen an, die in dem 23-Jährigen eine dissoziale Persönlichkeit mit Bindungsstörungen, wenig Selbstwertgefühl und gesteigertem sexuellen Verlangen bis hin zur Sucht sah. Einiges deute darauf hin, dass er in seiner Steuerungsfähigkeit eingeschränkt gewesen sei - doch die Merkmale reichten nicht für eine Unterbringung in einer Psychiatrie aus. Das heißt, so Richterin Bock: "Die dringend gebotene Behandlung kann aufgrund rechtlicher Vorgaben, die nicht erfüllt sind, eigentlich nicht erfolgen." Zuletzt war der Mann in ambulanter Therapie und in einem Polizei-Programm, das sich an rückfallgefährdete Sexualstraftäter richtet. Dann wurden auf seinen Wunsch wegen offenbar erheblicher Nebenwirkungen Medikamente abgesetzt, die triebhemmend wirkten. Einen Zusammenhang könne man hier nicht leugnen.

Der Kontakt zu den Mädchen, die in Hessen wohnen, kam über das Online-Spiel "Clash of Clans" zustande. Mit einer Elfjährigen fing es an, dann holte diese Freundinnen in eine Whatsapp-Gruppe mit dem Angeklagten, der deren Alter kannte, hinein. Die Mädchen hätten sich teils verwundert, teils verschämt gezeigt, offenbar fanden es manche auch spannend, eine blockierte den Kontakt zu dem Mann, hatte kurzfristig Angst, wie ein Polizist berichtete. Versuche, sie persönlich zu treffen, unternahm der Mann nicht. Über erschrockene Eltern kam es zur Anzeige. Bei den Ermittlungen traten derweil weitere Fälle dieser Art zutage. Es läuft bereits das nächste Verfahren gegen den 23-Jährigen.

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