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Marode Murgtalstraße soll saniert werden
Marode Murgtalstraße soll saniert werden
15.11.2019 - 00:00 Uhr
Durmersheim (HH) - Man sieht es der Murgtalstraße an, dass sie zwischen Kniebisstraß e und südlichem Ortsrand in schlechtem Zustand ist. Der Asphalt hat Zentimeter tiefe Löcher. "Der Belag löst sich auf", beschrieb Bürgermeister Andreas Augustin am Mittwoch im Gemeinderat das offensichtliche Problem und eines, das im Untergrund liegt: der Abwasserkanal sei so desolat, das er "vorrangig" gemacht werden sollte.

Die Verwaltung will nächstes Jahr alles erneuern, auch die Wasserleitung. Um die Finanzierung sicherzustellen, sollte der Gemeinderat eine entsprechende Verpflichtungsermächtigung für den Haushalt 2020 beschließen.

Eine grobe Kostenschätzung ergab 420 000 Euro brutto für den Straßenbau, 320 000 Euro für die Kanalisation und 51 000 Euro für die Wasserleitung. Der Austausch der vorhandenen Gasleitung wäre Sache des Versorgungsunternehmens, erklärte Augustin. Mit der Planung wurde bereits das Ingenieurbüro von Karsten Sauter in Malsch betraut.

Seine Mitarbeiterin Lilia Paulo informierte über vier Varianten für das künftige Aussehen der Straße: die Wiederherstellung von Fahrbahn und Gehwegen in den bisherigen Maßen, zwei unterschiedlich starke Verschmälerungen der Straße zu Gunsten des Trottoirs und als vierte Möglichkeit eine verkehrsberuhigte Gestaltung auf niveaugleicher Höhe für Autos und Fußgänger. Für letzteren Fall ist eine "geschwindigkeitsdämpfende" Verschwenkung der Fahrbahn vorgesehen, der Gehweg könnte durch eine Muldenrinne und Pflasterung optisch abgetrennt werden. Wie Ortsbaumeister Hans-Martin Braun berichtete, hatte die FWG-Fraktion vor der Sitzung der Verwaltung einen Fragenkatalog übersandt, in dem es unter anderem um die Hausanschlüsse ging. Man gehe davon aus, dass diese ebenfalls marode seien und gewechselt werden müssten, antwortete Braun. Frank Möhrle (FWG) erkundigte sich zudem nach Schadstoffen im Straßenmaterial. Eine erste Untersuchung habe nichts ergeben, so Sauter. Die Erfahrung lehre aber, dass es anders sein könne. Rolf Enderle (BuG) war gleichfalls der Meinung, dass man angesichts des Alters der Straße auf Überraschungen gefasst sein müsse.

Die Eventualitäten sollten bei der Kalkulation berücksichtigt werden, plädierte Josef Tritsch (SPD) für vorsorgliche Absicherung. Dem Planer zufolge muss auf jeden Fall für den neuen Unterbau der Straße eine Tiefe von 75 Zentimetern "ausgekoffert" werden, da der bisherige nicht frostsicher sei. Jürgen Kniehl (FWG) hielt es für nicht ausgeschlossen, am Ende eine Rechnung von einer Million Euro zu bekommen. Angesichts der vielen maroden Straßen und Kanäle in der Gemeinde sei allein aus finanziellen Gründen eine Prioritätenliste erforderlich, lautete eine Forderung der FWG.

Bürgermeister Augustin hielt es zudem für geboten, die neuen Abwasserrohre "eine Dimension größer" als die jetzige zu wählen, um für zunehmende stärkere Regenfälle gewappnet zu sein. Die Absicht der Verwaltung, vor allem für betroffene Anwohner eine Informationsveranstaltung durchzuführen, wurde für gut befunden. Der Bürgermeister will die Anrainer auch über die unterschiedlichen Ausbauvarianten befinden lassen.

Helmut Schorpp (CDU) legte Wert darauf, gerade die verkehrsberuhigte Option "zu adressieren". Laut Planungsbüro sollte dafür eine komplette Pflasterung von Fahrbahn und Fußgängerbereich erwogen werden, was etwa 12 000 Euro Mehrkosten ergeben könnte. Für die Bauarbeiten müsse mit einer Dauer von acht Monaten gerechnet werden, die Durchführung solle in Abschnitten erfolgen. Die Verpflichtungsermächtigung wurde am Ende einstimmig beschlossen.

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