https://www.badisches-tagblatt.de/spielerwahl/index.html
Kantorenhaus soll Familienzentrum werden
Kantorenhaus soll Familienzentrum werden
21.11.2019 - 00:00 Uhr
Rastatt (dm) - Als "sehr qualifiziert" bewertet Prof. Günter Rausch vom "Institut für Sozialforschung, Gemeinwesen und Organisationsentwicklung" die Gemeinwesenarbeit der Stadt Rastatt an den vier Standorten Dörfel, Rheinau-Nord, Bahnhof/Industrie und Rastatt-West. Gleichwohl gelte es jetzt, neue Herausforderungen zu bewältigen. Im Rahmen seiner Evaluation, die er am Montag im Ausschuss für Jugend, Soziales und Kultur präsentierte, empfahl er, die Konzepte passgenauer auszurichten und für die jeweiligen Stadtteile zu differenzieren.



Thema Rastatt-West: Hier sei es nicht gelungen, eine gemeinsame Stadtteil-Identität zu entwickeln, während zielgruppenspezifische Angebote, insbesondere für Familien, als erfolgreich gesehen werden können, so Rausch. Darauf fußt die Idee, die nun vom Ausschuss mitgetragen wird: Das Kantorenhaus soll zum gemeinwesenorientierten Kinder- und Familienzentrum weiterentwickelt werden, und zwar in Kooperation mit der Kita Biber und unter Beteiligung bürgerschaftlich ambitionierter Einwohner.

Generell stellt Rausch fest, dass Menschen angesichts rasanter und vielfältiger Innovationen, Krisen, Umbrüchen und Veränderungen immer mehr Unterstützung bräuchten - die Entwicklungen in Rastatt könnten hier nicht losgelöst vom globalen Wandel gesehen werden. Er nennt Migration, Integration und damit verbundene Ängste, Politikverdrossenheit, mangelndes zivilgesellschaftliches Engagement, Erstarkung rechtspopulistischer Strömungen, Diversität, individuelle Einsamkeit, Parallelmilieus sowie den demografischen Wandel und seniorengerechtes Wohnen als Themen.

An den Gemeinwesen-Standorten Dörfel, Rheinau-Nord und Bahnhof/Industrie empfiehlt er, der Herausforderung Migration mit Sozialraumkonferenzen zu begegnen - dabei werden Menschen an einen Tisch gebracht, die sich für die Belange von Kindern und Jugendlichen engagieren. Konkrete Vorgehensweisen und Maßnahmen sollen entwickelt werden.

Nicht zuletzt steht die Stärkung der Demokratie auf der Tagesordnung; diese beginne in der Nachbarschaft. Will heißen: Problemlagen der Bewohner vor Ort sollen gemeinschaftlich mit den Betroffenen gelöst werden, aktive Bürgerbeteiligung - etwa zu Infrastruktur/Verkehr, Wohnen, Sicherheitsgefühl - in konkrete Maßnahmen münden. "Die Politik, die Stadträte müssen sich sehen lassen", plädiert Rausch für die Einrichtung politischer runder Tische.

Und schließlich gelte es, Bürgersinn und Zusammenhalt zu aktivieren. Beiräte und Sprecherkreise für die Belange der Bewohner der Stadtviertel schweben Rausch hier vor, unter besonderer Berücksichtigung älterer Menschen und Menschen mit Migrationshintergrund. Wie dies organisiert wird, soll mit bereits im Stadtviertel engagierten Bewohnern entwickelt werden.

Der Ausschuss stimmte einmütig zu, die Konzeption der Gemeinwesenarbeit unter der Berücksichtigung der Evaluationsergebnisse fortzuschreiben.

BeiträgeBeitrag schreiben 



Das könnte Sie auch interessieren

Baden-Baden
Für ein familienfreundliches Baden-Baden

15.10.2019
Erhöhung der Kitagebühren
Baden-Baden (stn) - Die Gebühren für Kindergärten und Kindertagesstätten steigen jährlich in der Kurstadt. Deshalb hat sich nun eine Elterninitiative zusammengeschlossen, die dies nicht länger hinnehmen möchte. Sie präsentiert stattdessen ein Gegenmodell (Foto: Friso Gentsch/dpa). »-Mehr
Bühl
Das Ankommen erleichtern

30.08.2019
Broschüre für Neubürger
Bühl (efi) - Mit der Broschüre "Willkommen in Bühl - Welcome to Bühl" begrüßt die Stadt jetzt ihre Neubürger. Das zweisprachige Informationsheft (Deutsch und Englisch) bietet einen kompakten Überblick in den Bereichen Bildung, Freizeit, Infos und Beratung (Foto: efi). »-Mehr
Gaggenau
Kickern, kochen, chillen

21.08.2019
Offener Treff mit neuem Anstrich
Gaggenau (tom) - Der offene Treff des Jugend- und Familienzentrums ist frisch renoviert. Es wurde abgeklebt, gestrichen, verspachtelt sowie neue Möbel gebaut. Der Jugendraum ist nun zeitgemäßer und moderner. Öffnungszeiten sind Dienstag bis Freitag von 15 bis 20 Uhr (Foto: Senger). »-Mehr
Rastatt
Spielefest wird nachgeholt

25.07.2019
Spielefest wird nachgeholt
Rastatt (red) - Das Spielefest im Rastatter Stadtpark wird am morgigen Freitag, 26. Juli, nachgeholt. Ein Gewitter hatten die Veranstalter vor zwei Wochen gezwungen, das Fest abzusagen. Die Gemeinwesenarbeit West lädt zwischen 15 und 18.30 Uhr zu einem bunten Programm ein (Foto:pr). »-Mehr
Bühl
Ferienspaß bietet Abwechslung

27.06.2019
Ferienspaß bietet Abwechslung
Bühl (efi) - "Vielfalt ist unsere Stärke", charakterisiert Fachbereichsleiter Klaus Dürk das städtische Sommerferienprogramm, das alljährlich vom Kulturbüro zusammengestellt wird. Das aktuelle Heft führt 129 Angebote für Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 16 Jahren auf (Foto: Stadt). »-Mehr
Ort des Geschehens
Größere Google Karte
Umfrage

Der ADAC hat seine ablehnende Haltung in Sachen Tempolimit aufgeweicht. Befürworten Sie eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen?

Ja.
Nein.
Das ist mir egal.


Wetter in Mittelbaden


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen | Datenschutz   
1