https://www.badisches-tagblatt.de/weihnachtsabo/index.html
http://www.badisches-tagblatt.de/weihnachtsabo/index.html
Viele Hürden auf dem Weg zur E-Mobilität am Bau
Viele Hürden auf dem Weg zur E-Mobilität am Bau
23.11.2019 - 00:00 Uhr
Rastatt (hr) - Viele Hausaufgaben hat der Grünen-Landtagsabgeordnete Thomas Hentschel von einem Termin zum Thema "E-Mobilität in der Bauwirtschaft" bei der Bauunternehmung Reif in Rastatt mitgenommen. Neben Vertretern der Geschäftsleitung von Reif nahmen auch vom Verband Bauwirtschaft Baden-Württemberg Hauptgeschäftsführer Thomas Möller und Alexander Rother (Abteilung Technik) teil.


"Die Bauwirtschaft würde gerne noch viel mehr in klimaneutrale Fahrzeuge, Maschinen und Baustoffe investieren, wenn die Rahmenbedingungen passen würden", erfuhr Hentschel. Aus ihrer Sicht muss in künftigen Ausschreibungen die Klimaneutralität explizit gefordert werden. "So lange Auftraggeber den günstigsten beziehungsweise den wirtschaftlichsten Bieter berücksichtigen müssen, haben auf Klimaneu-tralität ausgerichtete Angebote keine Chance", betonte Ale-xander Klöcker, technischer Leiter bei Reif.

"Müssten wir den Erdaushub nicht in jedem Fall abfahren, könnten ihn vor Ort wieder einbauen, würden viele Lkw-Fahrten wegfallen und große Mengen CO eingespart werden", zeigte sich Sabine Schmucker, Geschäftsführerin der Reif Bauunternehmung, die auch Präsidiumsmitglied der Bauwirtschaft Baden-Württemberg ist, überzeugt.

Sie bat den Abgeordneten, die derzeitige Praxis auf den Prüfstand zu stellen. In vielen Ausschreibungen sei Recyclingmaterial zum Einbau explizit nicht zugelassen, "obwohl wir im eigenen Labor für die Schadstofffreiheit des Materials garantieren", kritisierte Klöcker weiter.

Aktuell verfüge die Niederlassung in Rastatt über 120 Diesel-Pkw und rund 180 Lkw beziehungsweise Arbeitsmaschinen. "In unseren Niederlassungen in Mannheim und Ettlingen haben wir bereits eine E-Ladestation installiert, in Rastatt soll im nächsten Jahr eine aufgebaut werden", informierte Schmucker. Der für den Fuhrpark zuständige Alexander Lutz berichtete von einem sehr beschränkten elektrischen Lkw- und Baumaschinen-Angebot sowie von ersten Versuchen mit einem E-Auto, einem kleinen elektrischen Radlader sowie mit kleineren elektrischen Arbeitsgeräten, die teilweise mit einem Wechsel-Akku ausgestattet sind.

Ein getestetes E-Auto erbrachte die im Unternehmen geforderte Reichweite nicht. Die Bauleiter fahren zwischen 200 und 300 Kilometer pro Tag und haben an der Baustelle oft keinen Stromanschluss mit dem notwendigen Anschlusswert. Hentschel berichtete in diesem Zusammenhang von einer in der Entwicklung stehenden mobilen Ladestation und zeigte sich überzeugt, die Kapazität der Akkus werde in den nächsten Jahren steigen. Die Deutsche Post beweise, dass auch Kleintransporter elektrisch betrieben und über Nacht auf dem eigenen Betriebsgelände geladen werden können, so Hentschel. Vor dem Hintergrund, dass beim Wasserstoff die mehr als dreifache Energiemenge zur Erzeugung eingesetzt werden muss, als zum Antrieb wieder bereitgestellt wird, zeigte er sich eher skeptisch, was die Chancen für diesen Antrieb angehen. Allenfalls bei schweren Lkw sei ein Wasserstoffantrieb vorstellbar.

Aber es wurden nicht nur Probleme angesprochen. Aus Sicht der Verantwortlichen bei Reif haben elektrisch betriebene Arbeitsmaschinen einen wesentlichen Vorteil: Die Mitarbeiter stehen nicht in der Abgasfahne. Schwachpunkt sei die maximale Nutzungsdauer von vier Stunden. Ganz davon abgesehen, dass bei den meisten Baustellen keine Lade-Infrastruktur vorhanden ist, reiche die Mittagspause zum Nachladen nicht aus. "Ergo brauchen wir, um einen Acht-Stunden-Tag abdecken zu können, zwei baugleiche Geräte, die im Schnitt zudem 70 Prozent teurer sind als mit Verbrennungsmotoren angetriebene Maschinen", erläuterte Lutz.

Am Ende einer angeregten Diskussion waren sich die Teilnehmer einig: Es wird für die Bauwirtschaft wohl einen vernünftigen Mix der verschiedenen Kraftquellen geben müssen. Alles auf Elektromobilität umzustellen, werde kaum möglich sein.

BeiträgeBeitrag schreiben 



Das könnte Sie auch interessieren

Rastatt
Hausaufgaben für den Digitalpakt

13.11.2019
Herausforderung Digitalpakt
Rastatt (dm) - Der Digitalpakt, in dessen Zuge Fördergelder an die Schulen fließen sollen, stellt die Bildungsstätten vor Herausforderungen. Der Landkreis schlägt vor, am Medienzentrum Mittelbaden eine zentrale Servicestelle rund ums Tablet und Co. im Unterricht zu schaffen (Foto: dpa). »-Mehr
Sinzheim
Jetzt muss das Haus zum Zuhause werden

23.10.2019
Lebenshilfe weiht neues Haus ein
Sinzheim (nie) - Ende September sind einige Klienten der Lebenshilfe aus ihren Wohnstätten in Steinbach und Leiberstung nach Sinzheim in die Hans-Thoma-Straße gezogen. Dort wurde ein Neubau für insgesamt 28 Bewohner errichtet, nun folgte die offizielle Einweihung (Foto: Ernst). »-Mehr
Gaggenau
Hausaufgabenhelfer gesucht

19.10.2019
Hausaufgabenhelfer gesucht
Gaggenau (red) - Die ehrenamtlichen Hausaufgabenbetreuer an der Hebelschule suchen Verstärkung. Mit ihrer Leiterin, Ute Höfflin, und dem Kollegium der Hebelschule haben sie kürzlich die anstehenden Themen besprochen. Die Zahl der teilnehmenden Kinder steigt an (Foto: Schule). »-Mehr
Forbach
Sorgenkind Josefshaus

17.10.2019
Konzept für das Josefshaus
Forbach ( mm) - Die Zukunft des Josefshauses steht auf dem Prüfstand. Das "Sorgenkind" der Pfarrgemeinde muss saniert werden. Thema der Sitzung des Pfarrgemeinderats Forbach-Weisenbach war die Vorstellung eines Gebäudenutzungskonzepts für die Seelsorgeeinheit (Foto: rag). »-Mehr
Bühl
Mit glückseligem Lächeln

16.10.2019
Lebenshilfe bezieht neues Wohnhaus
Bühl (jo) - "Heute ist ein Feiertag für 36 Bewohnerinnen und Bewohner dieses schönen neuen Wohnstifts", verkündete Frank Breuninger, Vorstandsvorsitzender der Lebenshilfe. Auf einer ehemaligen Tennisanlage wurde ein Wohnhaus für Menschen mit Handicap fertiggestellt (Foto: jo). »-Mehr
Ort des Geschehens
Größere Google Karte
Umfrage

Etwa jeder zweite Kunde in Deutschland nimmt nach einem Einkauf den Kassenbon mit. Stecken Sie die Auflistung ein?

Ja, immer.
Manchmal.
Nur wenn es um eine Garantie geht.
Nein.


Wetter in Mittelbaden


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen | Datenschutz   
1