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Rastatt will aufblühen
23.11.2019 - 00:00 Uhr
Rastatt (ema) - Für OB Hans Jürgen Pütsch steht fest: Von einer Landesgartenschau in Rastatt würde eine Initialzündung ausgehen. Vieles könne man zusammenführen, die Einwohner würden "stolz auf die eigene Stadt" sein. Und so putzt der Rathaus-Chef derzeit kräftig die Klinken, damit die Große Kreisstadt im kommenden Jahr den Zuschlag der Landesregierung erhält. Es ist der mittlerweile fünfte Anlauf Rastatts - und die Chancen dürften nie so gut gestanden haben. Nur über die Kosten will der OB noch nicht reden.

Die Bewerbungsunterlagen sind so gut wie fertig. Spätestens am 19. Dezember müssen die Städte ihren Hut für die Landesgartenschauen 2032, 2034 oder 2036 in den Ring geworfen haben. Die Unterlagen will der OB persönlich in Stuttgart abgeben, am liebsten direkt beim zuständigen Landwirtschaftsminister Peter Hauk - ein weiterer Beleg, dass es Rastatt diesmal wirklich wissen will. Schon die umfangreiche Bürgerbeteiligung und diverse Exkursionen deuteten an, dass man das Projekt möglichst tief in der Stadt verankern will.

Kein Vergleich zum letzten Anlauf im Jahr 2009, als man sich um die Grünschauen der Jahre 2015 bis 2025 bewarb und leer ausging - was man hinter vorgehaltener Hand immer darauf zurückführte, dass Rastatt in der Regierungszentrale ein ungeliebtes Kind war, weil man gegen den Willen Stuttgarts IKEA an Land ziehen wollte. Gescheitert war man aber auch schon 1996 und 2002. Im Jahr 1989 hatte Rastatt zwar schon den Zuschlag bekommen, zog dann jedoch zurück.

Jetzt also der fünfte Versuch, und am liebsten wäre den Verantwortlichen gleich der erste Termin 2032. Das würde aus Sicht des OB unter dem Gesichtspunkt badisch-schwäbischer Abwägung passen, denn 2030 wird Ulm Gastgeber sein. Einige der Bewerber-Konkurrenten sind im Rathaus bereits bekannt: Offenburg, Crailsheim, Winnenden mit Schwaikheim, Tübingen, Nürtingen und Bad Mergentheim wollen ebenfalls Gastgeber sein. Und es sei zu erwarten, dass noch andere Kommunen ihre Bewerbung für den Zeitraum 2032 bis 2036 einreichen werden.

Hintergrund

Sowohl der OB als auch die beauftragte Projektentwicklerin Elke Ukas betonen, dass eine Landesgartenschau als Motor die gesamtstädtische Entwicklung vorantreibe. Zuletzt hatte Ukas im Technischen Ausschuss des Gemeinderats wesentliche Bestandteile des Konzepts für das 49 Hektar große Areal erläutert, in dem auch die Riedorte über ein attraktives Radwegenetz angebunden und ein "dauerhafter Erholungsraum" geschaffen werden sollen:

Die Schlossachse soll gestärkt werden durch die dauerhafte Öffnung der Barockresidenz und einen Aussichtspunkt in der Achse im Gartenschaugelände. Die Ottersdorfer Straße würde man in dem Jahr nur für Fußgänger und Radfahrer öffnen.

An der Murg sind attraktive Promenaden und Aufenthaltsbereiche am Wasser vorgesehen.

Nördlich der Ottersdorfer Straße sollen im Landschaftspark Oberwiesen wohnungsnahe Spiel- und Freizeitangebote für alle Generationen sowie Gemeinschafts- und Kleingärten mit einem Fuß- und Radwegekonzept entstehen.

Mit einem Klimaschutzpark "Kolbengarten" will man Biodiversität und Naherholung mit einer reich strukturierten Landschaft inklusive schattenspendenden Bäumen verknüpfen.

Der Stadtpark soll einbezogen und der dortige See saniert werden.

Für das Merzeau-Gelände schwebt den Planern die Entwicklung eines zukunftsweisenden Wohngebiets vor.

Das mit PFC verunreinigte Wasser im Riedkanal soll in eine Filteranlage gepumpt werden.

Welche groben Kosten für solch ein Entwicklungsprojekt auf die Stadt zukämen, könne er noch nicht beziffern, sagte der OB jetzt auf BT-Nachfrage. Als die Große Kreisstadt vor zehn Jahren eine Bewerbung beschloss, war die Rede von 17 Millionen Euro für Investitionen, weitere 15 Millionen für Begleitmaßnahmen. Bekannt ist bislang nur eine Größenordnung bei den Einnahmen: Fünf Millionen Euro stellt das Land dem Gastgeber zur Verfügung; zudem könnten weitere Fördermöglichkeiten in Anspruch genommen werden. Mehr Zahlen muss die Verwaltung indes noch liefern, wenn der Gemeinderat am 16. Dezember formell sich zur Landesgartenschau bekennen wird. Denn Bestandteil der Bewerbung muss auch eine grobe Kostenschätzung sein.

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