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Klassiker auf der Freilichtbühne
05.12.2019 - 00:00 Uhr
Ötigheim (sl) - Als Telldorf wird Ötigheim von den Bewohnern umliegender Gemeinden nicht umsonst bezeichnet: Schillers Drama um den Schweizer Nationalhelden Wilhelm Tell brachte den Volksschauspielen 1910 den Durchbruch. 110 Jahre später steht das Paradestück wieder auf dem Spielplan neben dem Musical "Der Zauberer von Oz", den Festlichen Konzerten und neun Gastspielen. Abschied nehmen heißt es indes von Marshall und Alexander, die zum letzten Mal als Duo auftreten.


Der Internet-Vorverkauf für die Freilichttheater-Saison 2020 startet am Montag, 9. Dezember. Alle rechtzeitig eingehenden Kartenwünsche werden noch vor Weihnachten bearbeitet und ausgeliefert, verspricht Geschäftsstellenleiter Marc Moll. Telefonische Reservierungen sind dann ab Mittwoch, 8. Januar, möglich.

Die in völlig neuem Design gestalteten Programme wurden diese Woche an sage und schreibe 82 000 Kunden verschickt. Sie liegen aber auch an vielen öffentlichen Stellen in der Region aus. Geworben wird darin nicht nur für "Wilhelm Tell". Von ihrem Paradestück (immerhin 24 Inszenierungen und Hunderttausende von Zuschauern in 110 Jahren) versprechen sich die Ötigheimer erneut Zuspruch. Als sichere Bank hatte schon Gründer Josef Saier das Schillerstück erkannt und es im Wechsel mit gewagteren Experimenten auf die Bühne gebracht, wie Markus Wild-Schauber vom künstlerischen Ausschuss des Theatervereins erzählt. Ähnlich sei es heute noch.

Der Vorsitzende der künstlerischen Leitung, Paul Hug, erklärt, warum die Ötigheimer ihren "Tell" so lieben: Deutschlands größte Freilichtbühne ist einfach für dieses Stück geschaffen. Vom See übers Gebirge bis hin zum Rütli und der berühmten hohlen Gasse ist alles da. Die vielen Volksszenen sind natürlich ebenfalls so recht nach dem Geschmack der Telldörfler und auch Ziegen hat man zu bieten. Schwierig wird's nur mit dem größeren Milchvieh, denn in Ötigheim gibt es inzwischen keine einzige Kuh mehr. "Wir sind aber dran", ist sich Hug sicher, dass man bis zur Premiere am 20. Juni 2020 auch dieses wichtige Accessoire einer Alpenidylle präsentieren kann.

Am Premierenabend soll übrigens auch das neue Telldenkmal eingeweiht werden, das dem berühmten Original in Altdorf am Vierwaldstätter See nachgebildet wird und für das man bis zu 60 000 Euro Spenden einwerben will (wir berichteten). Dass solches "Fundraising" bei den Volksschauspielen Schule machen könnte, liegt dabei durchaus im Interesse der Verantwortlichen, denn der Amateurtheaterverein wird lediglich mit zehn Prozent bezuschusst. 90 Prozent der erheblichen Kosten müssen selbst erwirtschaftet werden, was zum Beispiel vergangene Saison nicht gelungen ist. Ein weiteres finanzielles Standbein ist also sehr willkommen.

Auch mit "Der Zauberer von Oz" setzen die Volksschauspiele auf einen Klassiker der Musicalliteratur. Das zauberhafte Stück mit viel Musik und der berühmten Originalversion von "Over the Rainbow" soll vor allem den jungen Akteuren der Volksschauspiele Gelegenheit geben, auf der Bühne zu glänzen. Es richtet sich an die ganze Familie und besonders an Kinder ab sechs Jahren (Premiere am 11. Juli).

Seinen Einstand am Orchesterpult gibt der neue musikalische Leiter der Volksschauspiele Markus Bieringer am 31. Juli und 1. August bei den Festlichen Konzerten. Das Programm mit Musik, Gesang, Ballett und Feuerwerk steht diesmal unter dem Motto "Oper trifft Hollywood". Wegen der aufwendigen Inszenierungen "Wilhelm Tell" und "Zauberer von Oz" verzichten die Volksschauspiele auf eine dritte Eigenproduktion.

Bei den Gastspielen freuen sich die Volksschauspiele über bekannte Namen und eine große Bandbreite. Die Klinke in die Hand geben sich Annett Louisan (14. August), Peter Kraus mit Band und Sängern (15. August), The Bootleg Beatles (16. August), Glasperlenspiel (18. August), Gregor Meyle (19. August) und Beatrice Egli (20. August). An drei Abenden laden Marshall und Alexander, die das Ende ihrer Zeit als Duo angekündigt haben, zum Abschiedskonzert (25., 26. und 27. August).

Kartentelefon (ab 8. Januar): (0 72 22) 96 87 90.

www.volksschauspiele.de

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