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Archäologische Funde verzögern Erschließung
Archäologische Funde verzögern Erschließung
11.01.2020 - 00:00 Uhr
Muggensturm (sl) - Damit hatte im Muggensturmer Rathaus niemand gerechnet: Bei der Entwicklung des geplanten Baugebiets Falkenäcker-Stangenäckerle tritt das Landesamt für Denkmalpflege auf die Bremse. Womöglich befinden sich Reste von steinzeitlichen und römischen Siedlungen im Erdboden. Wie Bürgermeister Dietmar Späth erklärte, sprechen archäologische Funde aus den 1980er Jahren für diese Möglichkeit. Sie wurden seinerzeit kartografiert. Im Zuge des Planverfahrens muss die Gemeinde die Stellungnahmen von Behörden einholen, darunter das Landesamt für Denkmalpflege, das auf die Indizien aufmerksam machte. Zumindest ein Teilbereich von etwa vier Hektar könnte betroffen sein. Im Rathaus geht man aber davon aus, dass faktisch das ganze Baugebiet großflächig untersucht werden muss. Die Fachleute sprechen von Prospektion. "Das Wort war für mich auch neu", gibt Bürgermeister Dietmar Späth zu. Überhaupt habe er Ähnliches in seiner Zeit als Bürgermeister noch nicht erlebt, "aber man lernt nicht aus". Die Untersuchung soll durch Baggerschlitze ins Erdreich von zwei Metern Breite und einer Tiefe von 30 Zentimetern bis einen Meter erfolgen. Allerdings sei zuvor noch eine Abstimmung mit Natur- und Artenschutz notwendig. Laut Bürgermeister Späth muss die Winterruhe der Eidechsen abgewartet werden, die Anfang April ende. Dann müssten die Tiere eingefangen werden. Erst anschließend seien die archäologischen Probegrabungen möglich. Späth rechnet damit, dass diese dann im Mai oder Juni beginnen und etwa vier bis sechs Wochen in Anspruch nehmen. Entsprechend verzögere sich die Erschließung des Baugebiets. "Ob wir anschließend Rom Konkurrenz machen können, muss sich dann zeigen", konnte sich der Bürgermeister eine ironische Bemerkung nicht verkneifen.
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