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Renngemeinschaft Hardt vor der Auflösung
Renngemeinschaft Hardt vor der Auflösung
11.01.2020 - 00:00 Uhr
Bietigheim (mak) - "Auflösung des Vereins" ist der einzige Tagesordnungspunkt bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung der Renngemeinschaft Hardt, die am Mittwoch, 15. Januar, um 19.30 Uhr in der "Alten Post" in Bietigheim stattfindet. Der Verein, der viele Jahre Seifenkistenrennen austrug, wollte sich neu ausrichten und Angebote für Liebhaber von ferngesteuerten Autos entwickeln. Doch bislang wurde kein Platz hierfür gefunden.

"Wir haben bereits vor vier Jahren bei der Verwaltung angefragt, ob wir einen Platz bekommen, um unsere ferngesteuerten Elektroautos fahren lassen zu können, doch bis heute haben wir kein Angebot", übt Westermann auf BT-Anfrage Kritik.

Als mögliche Fläche für einen Modellauto-Parcours war zeitweise der Hartplatz beim SV Germania im Gespräch, wie Bürgermeister Constantin Braun im BT-Gespräch erläutert. "Wir hatten in Absprache mit dem SV über eine Umnutzung nachgedacht, es sollte eine Art Freizeitanlage entstehen", führt der Rathauschef weiter aus. Da für die geplanten Nutzungen jedoch ein hoher sechsstelliger Bedarf erforderlich gewesen sei, habe sich die Gemeinde um eine Förderung über ein spezielles Programm des Bundes bemüht, sei jedoch nicht zum Zug gekommen. Westermann habe sich im März vergangenen Jahres mit ihm über das Thema unterhalten. "Ich habe ihm dann vorgeschlagen, sich direkt mit dem Vorsitzenden des SV Germania in Verbindung zu setzen", berichtet Braun.

Doch im Bericht über die Mitgliederversammlung kurz nach jenem Gespräch war von einer "Vereinsmüdigkeit" die Rede und dass es viele Interessierte für das neue Angebot mittlerweile nicht mehr gebe. Westermann wurde damals von der Versammlung damit beauftragt, die rechtlichen Konsequenzen einer Auflösung zu überprüfen.

Die Renngemeinschaft Hardt war im Jahr 1972 gegründet worden und organisierte zunächst Stock-Car-Rennen mit älteren Gebrauchtwagen sowie Orientierungsfahrten, Slalomkurse und Bildersuchfahrten für Jedermann. Als das Interesse an dieser Variante des Motorsports nachließ, orientierte sich der Verein um und richtete über viele Jahre hinweg Seifenkistenrennen aus. Eine Neuausrichtung mit dem Betrieb einer Offroad-Trainingsstrecke für geländegängige Modellautos wurde 2016 vom Vorstand ins Spiel gebracht. Diese sollte den Fortbestand des Vereins sichern. "Wir hätten eine 30 mal 35 Meter große Fläche für unseren Parcours benötigt", erläutert Westermann. Dieser wäre mit Sicherheit gut angenommen worden, denn das nächste Angebot für Jedermann gebe es in Pforzheim, die Anlage in Ettlingen sei Profis vorbehalten, verdeutlicht der Vorsitzende.

In ihren besten Zeiten hatte die Renngemeinschaft mehr als 100 Mitglieder, momentan sind es um die 30. Von diesen haben fünf oder sechs ferngesteuerte Elektroautos. "Wenn man sich umschaut, dann fahren etliche mit ihren Modellautos auf Parkplätzen, was genau genommen zwar nicht erlaubt ist, aber oft geduldet wird", weiß Westermann, der seit acht Jahren den Verein leitet.

Ob es nächste Woche nun tatsächlich zu einer Vereinsauflösung kommt, möchte Westermann nicht vorhersagen: "Entscheidend ist, was bei der Mitgliederversammlung beschlossen wird."

Nach der Anfrage des Badischen Tagblatts hat Bürgermeister Braun zudem mit Westermann telefoniert: "Ich habe ihm gesagt, dass der Verein zwei, drei geeignete Flächen vorschlagen soll, dann können wir in die Standortanalyse einsteigen. Erforderliche Investitionen würde die Gemeinde im Rahmen ihrer neuen Förderrichtlinien bis zu 30 Prozent bezuschussen."

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