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"Einmalig, dass man so eine Chance bekommt"
14.01.2020 - 00:00 Uhr
Hügelsheim (mak) - Bei einem KSC-Spiel im Karlsruher Stadion fing alles an: Der 24-jährige Marco Rieger aus Hügelsheim war im April vergangenen Jahres mit seinen Freunden auf dem Weg zu den Plätzen, als er an einem Stand der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) vorbeikam, die sich dem Kampf gegen Blutkrebs verschrieben hat. Spontan erklärte er sich bereit, eine Speichelprobe abzugeben. Als in der weltweit vernetzten Datei eine Frau in den USA ermittelt wurde, der er mit seinen Stammzellen helfen konnte, sagte der Hügelsheimer einem entsprechenden Eingriff zu.

Die Speichelprobe und die Aufnahme in die Spenderdatei hatte der 24-Jährige nach dem Fußballspiel rasch wieder vergessen, als wenige Monate später ein Brief von der DKMS im Briefkasten lag mit der Bitte, sein Blut beproben zu lassen, berichtet Rieger im BT-Gespräch. Er ging zum Hausarzt, der die Blutprobe entnahm und wegschickte. Anfang November erhielt der 24-Jährige einen Anruf aus Tübingen, dass man jemanden gefunden habe, der dringend eine Stammzellenspende benötige. "Meine Familie und meine Freunde fanden mein Vorhaben gut und haben mich unterstützt", erzählt der Hügelsheimer.

Mit einem guten Freund fuhr er dann zur Voruntersuchung ans Klinikum Nord in Nürnberg. Dort wurde erneut Blut abgenommen, die inneren Organe wurden per Ultraschall überprüft, zudem musste er ein EKG machen. Der Eingriff wurde abschließend auf Ende November terminiert.

Der sportliche Hügelsheimer, der mehrere Jahre bei den Hügelsheimer Hornets Eishockey gespielt hat und seit über zwei Jahren beim TuS Hügelsheim Fußball spielt, bekam einige Tage vor dem Termin dann doch Zweifel, ob er sich dem Eingriff unterziehen sollte oder nicht. In 80 Prozent der Fälle werden Stammzellen aus der Blutbahn entnommen, bei rund 20 Prozent direkt aus dem Knochenmark - und so eine Operation unter Vollnarkose stand ihm bevor . "Erneut haben mich meine Familie und meine Freunde motiviert, zu spenden", verdeutlicht Rieger, der als Servicetechniker bei Merz-Druckluft in Wintersdorf arbeitet. Schließlich war es soweit. Gemeinsam mit seiner Mutter ging es mit der Bahn nach Nürnberg, drei Tage Klinikaufenthalt waren eingeplant. "Ich war für diese Zeit freigestellt, die DKMS hat den Ausfall bezahlt. Außerdem hat mich auch mein Chef voll unterstützt", erzählt Rieger weiter.

Kurz vor der Operation war er schließlich doch etwas nervös, aber dann kam auch schon der Anästhesist mit dem Narkosemittel... Eineinhalb Stunden später war alles vorbei: "Es war gar nicht so schlimm, wie ich gedacht hatte", meint der 24-Jährige. Außerdem seien das gesamte Ärzteteam und die Krankenschwestern sehr nett gewesen.

Eigentlich wollte er seine Stammzellenspende nicht an die große Glocke hängen. Doch von der DKMS sei die Anfrage gekommen, ob er sich nicht mit der Lokalzeitung vor Ort in Verbindung setzen und über seine Hilfsbereitschaft erzählen wolle.

"Es ist doch einmalig, dass man so eine Chance bekommt. Wenn ich Blutkrebs hätte, dann wäre ich auch froh, wenn jemand für mich Stammzellen spenden würde", urteilt Marco Rieger. Er ist der Auffassung, dass sich jeder registrieren lassen sollte. Auch wenn er etwas Respekt vor der Operation hatte: "Wenn jemand im Sterben liegt, dann ist so eine OP im Vergleich dazu doch eine Kleinigkeit." Sollte die Stammzellenempfängerin in den Vereinigten Staaten noch einmal eine Spende von ihm benötigen, dann wäre er auf jeden Fall bereit, sich erneut operieren zu lassen.

www.dkms.de

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